Philipp Schurr
 - 26. September 2019

SAP PO vs SAP CPI – Was ist die richtige Middleware für mich?

Mit SAP Process Orchestration (SAP PO) und SAP Cloud Platform Integration (SAP CPI) stehen SAP Kunden zwei unabhängige Middleware-Lösungen zur Verfügung. Aber welche Lösung macht in welchen Situationen und für welche Strategie Sinn? Dieser Beitrag vergleicht SAP PO und SAP CPI anhand mehrerer Kriterien und unterstützt Sie bei der Beantwortung dieser Fragen.Fragen zu den Begrifflichkeiten rund um das Thema Middleware und SAP PO? Dann hilft Ihnen unsere ausführliche Einführung weiter!

Wo liegen die Unterschiede?

Der größte Unterschied zwischen PO und CPI ist schnell erklärt: On-Premise vs. Cloud
Aber zusätzlich gibt es noch eine Vielzahl weiterer Unterschiede. Im folgenden werden die wichtigsten Kriterien erklärt.

Kriterium 1: Funktionalität

Die SAP CPI ist fester Bestandteil der SAP Cloud Platform und kann ohne aufwendige Installation und Konfiguration verwendet werden. Zahlreiche Standard-Integrationsszenarien können aus dem CPI Katalog importiert und in einem eigenen Flow angepasst oder erweitert werden. Hiermit lassen sich Standard-Integrationen zwischen beispielsweise SAP HCM (on-Premise) und SuccessFactors deutlich schneller und einfacher implementieren als mit einer eigenentwickelten PO Integration.

Auf der anderen Seite steht der CPI mit der SAP PO eine über 15 Jahre weiterentwickelte und ausgereifte Middleware gegenüber. SAP PO bietet eine größere Anzahl an ausgereiften Funktionalitäten (beispielsweise beim Thema Monitoring oder Adapter und Protokolle).
Neben den eigentlichen Integrationsfunktionen bietet SAP PO mit BPM und BRM Tools für die Modellierung von Geschäftsprozessen und Workflows. Dies muss bei der CPI nur mit einem weiteren neuen Service „Cloud Platform Workflow“ übernommen werden.

Infografik: Hybride Systemlandschaft

Lernen Sie die Zusammenhänge beim gemeinsamen Betrieb von Onpremise und Cloud-Systemen.

Kriterium 2: Lizenzen

Das Thema Lizenzen im SAP Umfeld kann sich schnell zu einem komplexen und zeitaufwendigen Thema entwickeln. Aktuell gibt es für die SAP PO Lösung drei mögliche Berechnungsgrundlagen für die Lizenzkosten:

  1. Prozessoren des Systems
  2. Genutzte Transaktionen
  3. Anzahl der (Schnittstellen-)User

Häufig spielen aber auch noch weitere Einflussfaktoren eine Rolle, wodurch die Kalkulation von Lizenzkosten kein einfaches Unterfangen ist.

Die SAP CPI hingegen bietet wegen ihrer Cloud-Architektur eine recht simple Lizenzierung: Unabhängig von Nutzungsdauer, aktivierten Services oder Ähnlichen wird ein monatliches Preis für die Nutzung der SAP Cloud Platform gezahlt. Die Lizenzkosten lassen sich mit der SAP CPI somit in der Regel einfach kalkulieren und einplanen als mit SAP PO.

Kriterium 3: Einsatzszenario

Es kommt auf Ihre Strategie an!

In den vergangenen Jahren wurden zahlreiche SAP Cloud-Lösungen wie SAP Concur, Ariba oder SuccessFactors veröffentlicht. Wenn Sie zukünftig auf diese Lösungen setzen wollen oder einen vollständigen Umzug Ihres SAP Systems in die Cloud anstreben, ist die SAP CPI vermutlich die langfristig richtige Lösung für Sie. Bedenken Sie hierbei aber auch, dass die CPI sowie weitere Services in der Cloud Platform recht neu sind und kontinuierlich weiterentwickelt werden (alle zwei bis drei Monate ein Major Update).

Falls Sie sich dafür entscheiden weiterhin eine on-Premise Systemlandschaft einzusetzen und unabhängig von externen Hostinganbietern Ihre eigenen Systeme betreiben zu wollen, bietet SAP PO Ihnen den deutlich größeren Werkzeugkasten, um SAP und non-SAP Systeme zu integrieren. Außerdem ermöglicht der eigene Betrieb eine freiere Weiterentwicklung des Systems, da Sie unabhängig von anderen Hostingkunden eine eigene Lösung verwenden.

Fazit

Die Entscheidung „SAP CPI oder SAP PO“ ist keine Schwarz-Weiß-Entscheidung. Stattdessen muss jedes Unternehmen für sich entscheiden, welche IT-Strategie in den nächsten Jahren verfolgt werden soll und wie die IT-Landschaft zukünftig aussehen wird.
Für cloudversierte Unternehmen bietet sich bereits jetzt ein Einstieg in die SAP CPI an – auch wenn einige Funktionalitäten noch der Weiterentwicklung unterliegen.
Für Unternehmen mit anspruchsvollen Anforderungen an eine Middleware und dem Ziel eine unabhängige on-Premise Lösung selber zu betreiben, wird aber erstmal weiterhin SAP PO favorisiert.

Sie haben Fragen, Anregungen oder stehen aktuell vor genau dieser Entscheidung? Dann freu ich mich auf einen interessanten Austausch mit Ihnen!

Philipp Schurr

Philipp Schurr

Mein Name ist Philipp Schurr und ich bin begeisterter SAP Consultant bei mindsquare. Wie meine Kollegen begeistere ich mich für individuelle Lösungsentwicklungen für Ihr Problem. Ich freue mich auf Ihre Fragen und Anregungen!

Sie haben Fragen? Kontaktieren Sie mich!



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