Timo Eggengoor
 - 8. Oktober 2018

Prozessmodelle für die Entwicklung von SAP-Erweiterungen

Wie gehe ich die Entwicklungen von SAP-Erweiterungen an? Lege ich einfach los oder schreibe ich einen Plan? Wie plane ich den Prozess? Wie helfen Prozessmodelle dabei? All diese Überlegungen wurden vorab für Sie durchgeführt und folgend für Sie präsentiert.

Prozessmodelle oder auch Vorgehensmodelle werden bei unterschiedlichsten Projekten in unterschiedlichsten Ausprägungen verwendet, beispielsweise bei Bau,- Forschungs-, oder auch Sozialprojekten. Es müssen dabei nicht immer IT-Projekte sein, die auf solch ein Modell zurückgreifen. Dieser Beitrag jedoch stellt ein Vorgehensmodell vor, welches speziell für SAP-Erweiterungsprojekte im Rahmen einer Masterarbeit entwickelt wurde.

Warum sollte ich mein Projekt planen?

Eine Projektweisheit besagt „Sag mir, wie ein Projekt beginnt und ich sage Dir, wie es endet.“ Jedes sechste Projekt scheitert im Durchschnitt. Als Grund führen Teilnehmer einer Studie hauptsächlich die Projektplanung an.

Die Planung eines Projekts im Voraus ist das A und O, um ein Projekt zum Erfolg zu führen. Zur Planung gehört auch, ein entsprechendes und passendes Modell für das Projekt auszuwählen und zu verwenden.

Prozessmodelle im Überblick

Die gängigen Vorgehensmodelle für Entwicklungsprojekte in der IT gliedern sich in zwei unterschiedliche Modelle: Phasenorientierte Modelle und Agile Modelle.

Phasenmodelle sind starre Prozessmodelle, die Aufgaben in verschiedene Phasen unterteilen. Das bekannteste und älteste Modell ist das Wasserfallmodell:

Prozessmodelle: Wasserfallmodell

In verschiedenen Phasen werden Probleme analysiert, Anforderungen aufgenommen und anschließend implementiert und getestet, bis die Implementierung dann im produktiven System zur Verfügung steht. Im ursprünglichen Modell sind keine Rückschritte in vergangene Phasen möglich, lediglich ein Neubeginn des Modells. Später etablierten sich Rücksprünge in vergangene Phasen. Weitere Phasenmodelle sind beispielsweise das V-Modell oder das Spiralmodell.

Die agilen Prozessmodelle finden seit den 2000er Jahren Verwendung. Aufbauend auf einem agilen Manifest, in denen die Kernaussagen der agilen Prozessmodelle definiert sind, entstanden die gängigen Modelle wie Scrum, Kanban und Extreme Programming.

Eine sehr häufig verwendete Methode zur Entwicklung neuer Technologien oder neuer Projekte ist Scrum. Das Modell arbeitet nicht wie das Wasserfallmodell in Phasen, sondern in sogenannten Sprints. Es gibt eine Anforderungsliste (Product Backlog) für das gesamte Projekt und ein Sprint Backlog. In einem Zyklus von 14 bis 30 Tagen – je nach Anwendung – werden die Anforderungen aus den Sprint Backlog abgearbeitet. Anschließend wird der Sprint reflektiert, um Verbesserungspotenzial zu ermitteln und ein neuer Sprint beginnt:

Scrum

Auch SAP hat eigene Vorgehensmodelle zur Einführung und Erweiterung von Prozessmodellen entwickelt.

Prozessmodell für SAP-Erweiterungen

Aus einer Masterarbeit, in der Interviews mit Consultants aus verschiedenen SAP-Schwerpunkten geführt wurden, ist ein eigenes Prozessmodell zur Entwicklung von SAP-Erweiterungen entstanden. Es vereint grundlegend phasenorientierte, agile und SAP eigene Prozessmodelle miteinander.

Der Aufbau des Modells erinnert an das Wasserfallmodell. Jedoch wird innerhalb des Modells in der Umsetzungsphase, in der Implementierung und im Test der Entwicklung in agilen Prozessen gearbeitet. Hierbei können verschiedene Modelle wie Scrum oder Kanban zum Einsatz kommen.

Prozessmodell zur Entwicklung von SAP-Erweiterungen

Eine weitere Möglichkeit neue Technologien in dieses Prozessmodell aufzunehmen, ist beispielsweise die Anwendung von Design-Thinking. So kann damit die gesamte Planungs- und Entwurfsphase abgebildet werden. Weiterhin werden agile Prozesse in der Umsetzung verwendet. Der Unterschied zum ursprünglichen Modell besteht darin, die Anforderungen und Entwürfe über die Design-Thinking Technik zu ermitteln und zu validieren.

Design-Thinking

Fazit

Die gängigen Prozessmodelle finden auch heute noch in vielen Projekten Verwendung, auch wenn die agilen Prozessmodelle immer mehr an Aufmerksamkeit gewinnen und auch bei vielen Projekten bereits Anwendung finden. Für den SAP-Bereich findet jedoch häufig noch das Wasserfallmodell Anwendung. Mit dem neu entwickelten Prozessmodell werden zumindest in der Umsetzung agile Methoden verwendet und weichen von starren Prozess ab. Das gestaltet die Entwicklung von SAP-Erweiterungen flexibler.

Welche Erfahrungen habt ihr bereits mit Prozessmodellen gesammelt?





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