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 - 16. August 2019

Vereinfachte Bezugsquellenfindung in S/4HANA PP

Bei der Materialbedarfsplanung in SAP werden zuerst Materialunterdeckungen, dann Losgrößen und anschließend die Bezugsquellen ermittelt. Bei der Bezugsquellenfindung wird festgelegt, ob die erforderliche Menge gefertigt oder eingekauft werden soll. Bei fremdbeschafften Materialien wird zudem entschieden von welchen Lieferanten der Bedarf bezogen wird.

Bisher wurde anhand der Stammdaten die Bezugsquelle für die interne Fertigung ermittelt. Dabei wurde immer nach Menge, Auflösungstermin und Fertigungsversion selektiert. Mit S/4HANA wurde die vereinfachte Bezugsquellenfindung eingeführt. Die Änderungen und deren Vorteile habe ich Ihnen im folgenden Beitrag zusammengefasst.

Vereinfachte Bezugsquellenfindung

In S/4HANA ist die Bezugsquellenfindung nur noch über die Fertigungsversion möglich. Folgende zwei Bedingungen müssen erfüllt sein, damit die Fertigungsversion gezogen werden kann:

  • Geplante Zugangsmenge befindet sich im Mengenbereich der Fertigungsversion
  • Geplantes Lieferdatum liegt im Gültigkeitszeitraum der Fertigungsversion

S/4HANA unterstützt dabei die folgenden Bezugsquellen:

  • Fertigungsversionen
  • Lieferpläne
  • Einkaufskontrakte
  • Einkaufsinfosätze

Die Bezugsquellen haben einen gemeinsamen Satz von Attributen wie den Gültigkeitszeitraum oder die gültige Menge.
Wenn eine Stückliste oder ein Arbeitsplan beim MRP-Lauf berücksichtigt werden soll, muss eine Fertigungsversion angelegt werden. Deshalb ist es wichtig, dass die Fertigungsversion für die Stückliste gepflegt wird.
Wenn beim MRP-Lauf eine Bestellanforderung von einem bestimmten Lieferanten eingeholt werden soll, dann muss kein Orderbucheintrag mehr erfolgen. (Indikator „relevant für automatische Bezugsquellenfindung“ im Einkaufsinfosatz reicht aus)

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Bei Materialien, die eigengefertigt werden, ist die Fertigungsversion die einzig gültige Bezugsquelle. Sie verweist dabei auf den Arbeitsplan des Materials, der zum Eröffnen des Auftrags verwendet wird. Damit die Fertigungsversion auch gezogen wird, darf nicht der Status „gesperrt für jede Verwendung“ oder „gesperrt für automatische Bezugsquellenfindung“ gesetzt sein.

Vorteile und Hilfsmittel

Folgende Vorteile werden durch die vereinfachte Bezugsquellenfindung in SAP S/4HANA erreicht:

  • Mit der Quotierung kann jede Bezugsquelle priorisiert werden
  • Beim Planungstool PP/DS war schon immer die Fertigungsversion die einzige Bezugsquelle. Daher passt sich das ERP immer mehr dem PP/DS an und es wird dadurch eine einheitliche Lösung hergestellt
  • Auch im APO waren der Lieferplan, Einkaufskontrakt und Einkaufsinfosatz die einzigen Bezugsquellen

Wenn Sie bisher noch nicht mit Fertigungsversionen gearbeitet haben, dann werden Sie bei der Migration auf S/4HANA einen großen manuellen Aufwand haben. Dieser kann mit dem Report CS_BOM_PRODVER_MIGRATION auf ein Minimum reduziert werden. Das Programm legt Fertigungsversionen anhand der gültigen Materialstücklisten im System an. Die Installation des Reports ist im SAP Hinweis 2194785 erklärt.



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