- 21. März 2014

Was ist SAP Screen Personas nun schon wieder?

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Im Bereich SAP User Experience und UI-Technologien hat sich in den letzten Jahren viel getan. Mit SAP Fiori beispielsweise hat die SAP eine Menge Apps out of the box für häufig verwendete Transaktionen bereitgestellt, um die Benutzererfahrung zu verbessern.

Doch was ist denn jetzt dieses neue Tool SAP Screen Personas eigentlich? Bietet es die gleichen Möglichkeiten, nur anders verpackt? Oder hat die SAP hier tatsächlich eine sinnvolle, zusätzliche Gestaltungsmöglichkeit auf den Markt gebracht?

SAP Screen Personas at a glance

Um dieser Frage nachzugehen muss erst einmal klar sein, worum es sich hierbei überhaupt handelt. Von der SAP wird dieses Produkt wie folgt beschrieben (frei übersetzt):

SAP Screen Personas bietet einen einfachen, Drag & Drop-basierten Ansatz zur Modifizierung bestehender SAP GUI Screens, um diese benutzerfreundlicher und optisch ansprechender zu gestalten

Auf den ersten Blick scheint dies eine Alternative zu SAP Fiori darzustellen. Doch lassen Sie uns zuerst den suggerierten Mehrwert für Unternehmen betrachten:

  • Personalisierung ohne Programmierung
  • Einfacher Drag & Drop-Ansatz
  • Maximale Systemakzeptanz
  • Minimale Schulungskosten, schnelle Einarbeitung
  • Hohe Effizienz von End Usern bei der Datenerfassung
  • Reduktion von Erfassungsfehlern
  • Schnellere Einbindung von sporadischen Usern
  • Nutzung von Vorlagen für die schnellere Erfassung

Allgemein gesagt erhöht SAP Screen Personas durch simple Anpassungsmöglichkeiten der SAP GUI die Anwenderakzeptanz und verringert administrativen Aufwand sowie Anwenderfehler. Die Umsetzung soll intuitiv und mit geringem Aufwand erfolgen können. Soweit ganz nett, doch was steckt dahinter?

Technischer Hintergrund

SAP Screen Personas setzt ab Netweaver 7.4 auf Microsoft Silverlight. Zusätzlich dazu gibt es auch eine HTML-Unterstützung für die SAP WebGUI, wodurch die Oberflächengestaltung verbessert werden kann.

Anpassungen können nur in dem Browser WebGUI vorgenommen werden. Das Windows GUI bleibt wie auch bei SAP Fiori unangetastet. Neben der Einbindung von Bildern für Hintergründe etc. bietet SAP Screen Personas auch die Möglichkeit kleine Skripte einzubinden, um verschiedene Abläufe und ähnliches zu realisieren. Die Bilder und alle anderen Elemente, welche nicht vom System selbst kommen, müssen zuvor durch einen Admin auf den Server geladen werden. Dadurch stehen diese in SAP Screen Personas zur Verwendung bereit.

Gestaltungsmöglichkeiten

Die durch SAP Screen Personas gebotenen Optionen zur Oberflächengestaltung sind nicht besonders komplex, aber sehr effektiv und einfach. Um das zu untermauern, hat die SAP ein Beispielvideo publiziert, welches die intuitive Gestaltung sehr eindrucksvoll verdeutlicht. Dieses finden Sie in den Links am Ende der Seite.

Kurz gesagt: Wenn Sie auf dem allseits bekannten SAP Menü Veränderungen vornehmen wollen, brauchen Sie keines der ursprünglichen Elemente auf dem Bildschirm belassen. Es können eigene Buttons für bestimmte Transaktionen, externe URLs oder andere Aktionen eingebunden werden, ebenso wie Informationsfelder oder Dateneingabefelder, um Transaktionsdynpros vollständig durch einfachere Darstellungen zu ersetzen und so die Anzahl der Schritte und notwendige Eingaben zu verringern. Wie das Tool in der aktuellsten Version funktioniert, zeigen wir Ihnen gerne in einer Vor-Ort-Schulung.

Das nachfolgende Bild vermittelt einen Eindruck der Möglichkeiten:

Umgestaltung des Einstiegsbildes mit SAP Screen Personas

Umgestaltung des Einstiegsbildes mit SAP Screen Personas

SAP Screen Personas vs. SAP Fiori

Was unterscheidet nun aber das neue Tool SAP Screen Personas von SAP Fiori, welches doch ebenfalls neue Oberflächen für viele Transaktionen liefert? Der wesentlichste Unterschied: Mit SAP Screen Personas kann absolut jede Transaktion vollständig neu gestaltet und somit vollständig auf die Bedürfnisse der jeweils zugeteilten Benutzergruppe zugeschnitten werden. Das umfasst nicht nur die von der SAP Ausgelieferten, sondern auch Ihre Eigenentwicklungen auf Dynpro-Basis sind vollständig neu gestaltbar. Für verschiedene Benutzergruppen können verschiedene Darstellungen implementiert werden, um die jeweils am meisten genutzten Transaktionen und Prozesse den Anforderungen entsprechend abzubilden und zu optimieren. Die Umsetzung dauert nur Minuten, die Vorbereitung bedarf aber einer gründlichen Planung. Die notwendigen Prozesse sind zu identifizieren und anschließend zu optimieren.

Ein weiterer Unterschied ist das Zugriffsmedium: SAP Screen Personas optimiert den Zugriff über Desktop-PCs, nicht jedoch für den mobilen Zugriff. SAP Fiori hingegen liefert fertige out of the box-Funktionalität für häufig verwendete Transaktionen für Desktop, Tablet und Smartphones. Diese fertigen Apps sind in geringem Maße personalisierbar, wohingegen mit SAP Screen Personas jede Transaktion vollständig umgestaltet werden kann.

Typische Einsatzgebiete sind für SAP Screen Personas eher sehr spezialisierte, funktionale Benutzergruppen und spezielle Transaktionen, während SAP Fiori Apps für die gängisten Transaktionen liefert. Die Menge an Apps für SAP Fiori wird stetig aufgestockt. Nichtsdestotrotz bietet SAP Screen Personas im Bereich Prozessoptimierung und Erhöhung der Benutzerfreundlichkeit eine Menge an Möglichkeiten, die eine out of the box-App nicht bieten kann.

Fazit

SAP Screen Personas ist ein Tool, welches ein hohes Maß an Optimierung und Personalisierung für das SAP WebGUI-Zugriff ermöglicht. Die Umsetzung ist intuitiv, einfach und bedarf nach vollendeter Planung nur einen sehr geringen zeitlichen Aufwand. Die Möglichkeiten sind groß und bieten einen hohen Grad an Individualisierung. Außerdem sind nur geringe technische Kenntnisse für die Bedienung von Nöten – es braucht also nicht gleich einen spezialisierten Programmierer, um der Funktionalitäten Herr zu werden.

Die Planung selbst sollte jedoch nicht unterschätzt werden. Es müssen Benutzergruppen und deren Kernprozesse identifiziert werden, um anschließend eine Analyse benötigter Daten vorzunehmen. Die dabei verwendeten Transaktionen werden gelistet und es wird geprüft, welche Schritte durchgeführt werden müssen und welche zusammengefasst oder sogar übersprungen werden können. Die möglichen Datenfelder pro Transaktionsbild werden überprüft, auf das notwendige beschränkt und bei Bedarf konzeptionell zusammengelegt.
Aus diesen Schritten ergeben sich schlussendlich Designvorlagen und Prozessabläufe, auf Basis derer eine Umsetzung in SAP Screen Personas nach den erarbeiteten Anforderungen möglich ist. Wie ein Prozess mit SAP Screen Personas aussehen kann, beschreiben wir beispielhaft im Beitrag „Ein einfacher Usecase mit SAP Screen Personas„. Wir bieten bei diesem Prozess unsere Unterstützung an. Kontaktieren Sie uns, unsere Experten begleiten die erforderlichen Schritte im Rahmen der Lösung SAP endlich benutzerfreundlicher mit SAP Screen Personas.

Was halten Sie von SAP Screen Personas? Haben Sie bereits Erfahrung gemacht und möchten diese mit uns teilen? Oder sind Sie auf der Suche nach Informationen? Ich freue mich auf Ihre Kommentare!


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