Christoph Lordieck
22. November 2019

SAP SD

Einen Vertriebsprozess zu verwalten, kann schnell unübersichtlich werden: Welche Ware liegt momentan an welcher Stelle, wie ist der Bestand und wie genau sehen die Konditionen meiner Kunden aus? Diese und mehr Fragen können immer wieder auftauchen. Damit Sie mehr Übersicht und eine größere Effizienz in Ihrem Vertriebsprozessen erhalten, können Sie von dem Modul SAP SD Gebrauch machen. Mehr Informationen dazu finden Sie hier.

Was ist SAP SD?

SAP SD stellt eines der zentralen Kernmodule von SAP dar und gehört direkt zum ERP-System, wodurch Sie das Modul nicht extra erwerben müssen. Mit dem Modul sind Sie in der Lage, Produkt- und Kundendaten zu speichern und zu verwalten. Mit diesen können Sie dann Ihre Kundenaufträge erstellen und Versand, Abrechnungen und Rechnungsstellungen managen.

In SAP SD nutzen Sie hauptsächlich Stammdaten, die Sie in Tabellen abspeichern und von dort aus nutzen können. Diese enthalten u. a. Kundendaten, mit denen Sie Angebote fertigstellen. Zudem sind auch Transaktions- und Customizing-Daten für Ihre Logistik und Lieferung relevant, weshalb auch diese eine wichtige Rolle in SAP SD spielen und mithilfe Ihrer Stammdaten im Modul erstellt werden.

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So ist SAP SD aufgebaut

Da jedes Unternehmen unterschiedlich groß ist und aus verschiedenen Abteilungen wie Produktionsstätten, Verkaufsbüros und Vertriebsorganisationen besteht, verfügt SAP SD über verschiedene Bereiche. Die Organisationsstruktur des Moduls ist folgendermaßen aufgebaut:

SAP SD

Abbildung 1: Die Organisationsstruktur von SAP SD.

Beginnend vom Mandanten ist ein Mandant bspw. in der Lage, ein oder mehr Buchungskreise zu haben. Ein Buchungskreis ist umgekehrt dann genau einem Mandanten zugeordnet. Der Buchungskreis sowie der Kontrollbereich gehören zum Finance, das Werk und die Sparte zum Logistik-Bereich. Die restlichen Punkte gehören zum Sales and Distribution (also die Verkaufsorganisation, der -weg, das -büro und die Verkäufergruppe).

Submodule von SAP SD

In SAP SD werden Ihnen die einzelnen Schritte Ihres Vertriebsprozesses über Submodule angezeigt. SAP SD gliedert die Schritte in folgende acht Submodule:

  1. Master Data (SAP-SD-MD): Hier verwalten Sie Ihre Transaktionen, Daten (zu Kunden sowie zu Produkten), Preisangaben und Ihr Kreditmanagement.
  2. Basic Functions (SAP-SD-BF): Basic Functions enthält alle Basisfunktionalitäten zu Verkaufs- und Vertriebsprozessen.
  3. Sales (SAP-SD-SLS): In diesem Modul speichern Sie alle Daten zu Verkaufsvorgängen ab.
  4. Shipping (SAP-SD-SHP): Das Shipping-Modul stellt alle unterschiedlichen Liefermodalitäten zu einem Produkt dar – vom Versand über die Auslieferung bis hin zur Lieferroute.
  5. Transportation (SAP-SD-TBA): Hier finden Sie Informationen zu detaillierten Liefervorgängen.
  6. Foreign Trade (SAP-SD-FTT): In diesem Modul erhalten Sie Details zu Import- sowie Export-Produkten.
  7. Billing (SAP-SD-BIL): Im Billing-Modul verwalten Sie Informationen zu unterschiedlichen Zahlungsoptionen.
  8. Sales Support (SAP-SD-CAS): Der Kundensupport findet in diesem Submodul von SAP SD statt.

Warum sollten Sie SAP SD nutzen?

Was viele vielleicht nicht wissen, ist, dass ein Vertriebsprozess bereits vor einem Produktverkauf oder sogar einer Angebotserstellung startet. Ein Vertriebsprozess beginnt nämlich sogar schon mit dem ersten Kontakt eines potenziellen Kunden. Hier greift SAP SD direkt ein und unterstützt Unternehmen bei allen Schritten des Vertriebsprozesses.

Zunächst nehmen Sie bzw. ein potenzieller Kunde Kontakt auf. Darauf folgen weitere Kontaktaufnahmen und eine Angebotsanfrage. Danach bestätigt der Kunde Ihr Angebot, woraufhin Sie einen Kundenauftrag erstellen. Nun ist es Ihre Aufgabe, die Produkte an den Kunden zu liefern. Gleichzeitig müssen Sie einen Zahlungsauftrag erstellen, den Sie zudem überwachen müssen. Falls der Kunde mit der gelieferten Ware doch nicht zufrieden ist, müssen Sie sich zudem um Retouren bzw. Reklamationen kümmern.

Die beschriebenen Schritte müssen Sie korrekt festhalten, damit Ihr Vertriebsprozess einwandfrei funktioniert, Kunden zufrieden sind und sie somit immer wieder neue Kaufverträge mit Ihnen eingehen wollen. Genau hier setzt SAP SD an: Das Vertriebsmodul ermöglicht Ihnen eine komplette Abbildung Ihres gesamten Vertriebsprozesses in Ihrem ERP-System.

Was sind die Funktionen von SAP SD?

Von der Erstellung von Kundenangeboten über Lieferungsverfolgung bis hin zu Fakturierung: Mit SAP SD steuern Sie folgende Bereiche Ihres Vertriebsprozesses:

  • Außenhandel und Zoll
  • Kreditmanagement
  • Fakturierung
  • Transport und Versand
  • Verwaltung von Aufträgen

Da SAP SD bereits vor der ersten Angebotserstellung ansetzt, können Sie mit dem Modul u. a. schon den Erstkontakt mit Kunden dokumentieren. Sie können zudem vertriebsrelevante Stammdaten pflegen und somit Konditionsarten bzw. -sätze für jeden Kunden hinterlegen. Diese können Sie dann bei der Erstellung Ihrer Angebote berücksichtigen.

Wenn Ihr Verkauf nun erfolgreich war, müssen Sie natürlich die Ware termingerecht an Ihren Kunden liefern. Auch hierbei unterstützt Sie SAP SD: Das Modul erfasst alle Warenbewegungen, erstellt automatisch Lieferbelege bei einer erfolgreichen Lieferung, vermerkt zudem den Warenausgang und aktualisiert außerdem Ihre Materialbestände.

Danach erstellt SAP SD Ihnen eine Rechnung. Diese wird bei Produkten anhand des Lieferbelegs erstellt und bei Dienstleistungen erstellt das Modul diese auf Basis des Kundenauftrags. Selbst die Weiterleitung der Rechnung an die Finanzbuchhaltung müssen Sie nicht übernehmen, da das System dies automatisch erledigt. Auch Ihre Retouren und Reklamationen sowie die Überwachung der Zahlungsaufträge können Sie über SAP SD abwickeln.

Bei diesem Webinar zum Thema „SAP Best Practice Tools – Erleichtern Sie Ihren Arbeitsalltag“ dreht sich alles rund um hilfreiche Tools im SAP-Bereich.

Vorteile von SAP SD

SAP-Nutzer erhalten mit der Nutzung von SAP SD unterschiedliche Vorteile:

  1. Automatisierung: Das SAP-SD-Modul bietet Ihnen viele Automatisierungen zu Ihren Angebots- und Verkaufsprozessen. U. a. beziehen Sie automatisch Daten aus anderen SAP-Modulen und es werden Rechnungen automatisch an die Finanzbuchhaltung weitergeleitet. Zudem sparen Sie durch die Automatisierungen Zeit und Aufwand ein, da das SD-Modul mit weiteren SAP-Modulen verzahnt ist.
  2. Individualisierte Anpassung: Sie sind in der Lage, SAP SD individuell auf Ihre Unternehmensbedürfnisse anzupassen.
  3. Effizienz-Optimierung: Da Sie bereits den ersten Kontakt dokumentieren, können Sie so Ihre Erfolgsquoten besser nachvollziehen. Die Optimierung Ihrer Prozesse verläuft datenbasiert.
  4. Compliance: Sie verbessern Ihre Compliance durch die lückenlose Dokumentation und Überwachung von Geschäftsprozessen.

Fazit

SAP SD ist Teil des Logistik-Moduls und eng mit SAP MM und SAP PP vernetzt. Das Modul unterstützt Sie bei Ihrem Vertriebsprozess und hilft Ihnen u. a. dabei, Anlagen von Kundenangeboten zu erstellen. Zudem erfasst die Lösung alle Ihre Kundenaufträge, kontrolliert Ihre Lieferungen und Sie können Fakturierungen damit durchführen. Sie sind in der Lage, Prozesse zu automatisieren und diese individuell an Ihre unternehmerischen Bedürfnisse anzupassen.

Haben Sie Fragen zum SAP-Modul SAP SD? Dann stellen Sie mir diese gerne. Nehmen Sie dafür einfach Kontakt mit mir auf. Ich freue mich schon darauf, Ihnen weiterhelfen zu können.

FAQ

Was ist SAP SD?

SAP SD (SAP Sales and Distribution) ist ein Modul von SAP, mit dem Sie Ihre Lagerprozesse vereinfachen können. Da es Teil des ERP-Systems ist, erzeugt es für ERP-Nutzer keine zusätzlichen Kosten. Es bildet alle Phasen des Verkaufsprozesses ab.

Was kann SAP SD?

Mit dem Modul SAP SD können Nutzer sämtliche ihrer Vertriebsaktivitäten verwalten. Dabei setzt SAP SD bereits vor der ersten Angebotserstellung an und ermöglicht Ihnen bspw. auch die Dokumentation konkreter Angebotsanfragen.

Werden auch Retourenprozesse und Stammdaten mit SAP SD verwaltet?

Mit SAP SD sind Nutzer in der Lage, auch Retourenprozesse durchzuführen. Zudem erlaubt SAP SD Nutzern nicht nur die Verwaltung der Stammdaten: Anwender können Daten bereits vor einem ersten Auftrag einpflegen, die dann das Marketing nutzen kann.

Wie ist SAP SD in die Lagerverwaltung integriert?

Sie erstellen mit SAP SD automatisch Lieferbelege. Darüber hinaus erfasst das Modul alle Warenbewegungen im System und überwacht den Bestand. So haben Sie stets einen Überblick über alle Prozesse in Ihrem Lager.

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Christoph Lordieck

Christoph Lordieck

Mein Name ist Christoph Lordieck. Einige Jahre Projekt- und Umsetzungserfahrung hat meinen Wissenshunger noch nicht gestillt und ich suche ständig nach neuen Themen und technischen Entwicklungen im ABAP Umfeld. Ich freue mich auf Ihre Frage oder Anregung!

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