SAP Screen Personas

 

SAP Screen Personas

SAP Screen Personas ist ein browserbasiertes Add-on, mit dem die grafische Oberfläche des SAP-ERP-Systems auf Basis moderner Gestaltungsmöglichkeiten angepasst werden kann. Das Ziel ist die Steigerung der User Experience (UX) und die Erstellung einer zeitgemäßen Oberfläche auch für ältere SAP Releases. Mit Hilfe eines intuitiven What-You-See-Is-What-You-Get (WYSIWYG)-Editors können SAP-Anwender bestehende Oberflächen anpassen, ohne dafür Kenntnis im Bereich der ABAP-Programmierung besitzen zu müssen. In Verbindung mit SAP Fiori können sämtliche Aspekte einer vollumfänglichen UX-Strategie abgebildet werden. Beide Tools sind Part des S/4HANA-Konzeptes und bilden einen wesentlichen Bestandteil der SAP User Experience. Die aktuellste Version des Add-ons basiert auf HTML5 und nicht mehr – wie es in den vorherigen Versionen der Fall war – auf Microsoft Silverlight. Dadurch hat sich insbesondere die Performance und Zuverlässigkeit von Screen Personas erheblich verbessert.

SAP Screen Personas als Teil der Digitalisierungsstrategie

Für viele Unternehmen ist im Rahmen einer ausgeprägten Digitalisierungsstrategie vor allem die Modernisierung grafischer Oberflächen von großer Bedeutung. Dadurch soll einerseits die Usability im Umgang mit bestehenden Transaktionen verbessert und andererseits ein einheitliches Gestaltungskonzept unter Bezugnahme der eigenen Corporate-Identity realisiert werden. Mit Screen Personas stellt der Walldorfer ERP-Spezialist ein eigenes Produkt als Add-on für das SAP-ERP-System seiner Kunden parat, mit dem die Anwendungen der SAP GUI modernisiert werden können.

Die Lösung der SAP ermöglicht durch einen innovativen Editor die Anpassung bestehender SAP-Transaktionen an ein zeitgemäßes Erscheinungsbild. Der Editor ist in dem Zusammenhang nicht nur auf Dynpro-Transaktionen beschränkt, sondern ermöglicht auch die Umgestaltung kundeneigener Transaktionen auf WebDynpro-Basis. Mit Hilfe des WYSIWYG-Editors lassen sich unter anderem Eingabefelder und Labels per Drag-and-Drop verschieben, Vorbelegungen und Vorschlagwerte einbauen und Skripte programmieren. Das Add-on macht es möglich, das Transaktionsdesign mit einfachen Mitteln an die von SAP Fiori bekannte Optik anzupassen. Dadurch ist auch der gleichzeitige Einsatz von Screen Personas und Fiori ohne jegliche Stilbrüche problemlos möglich.

SAP Screen Personas

Abbildung 1: Beispiel WYSIWYG-Editor Screen Personas

Voraussetzungen

Ein großer Vorteil des kostenlosen Add-ons ist die Tatsache, dass für den Großteil der möglichen Anpassungen keine APAB-Kenntnisse benötigt werden. Die zuvor erwähnte Skriptlogik lässt sich ebenfalls bereits mit rudimentären JavaScript-Kenntnissen aneignen. Die Oberfläche von Screen Personas ist so konzipiert, dass bereits nach einer kurzen Einführungsphase mit der Umgestaltung bestehender Anwendungen begonnen werden kann. Das an Office-Produkte erinnernde Menüband und die Navigationsleiste wirken aufgeräumt und die wichtigsten Funktionen sind mühelos zu erreichen. Vor dem Einsatz des Add-ons gilt es, die Mindestanforderungen für einen reibungslosen Einsatz im eigenen SAP-System zu prüfen.

Screen Personas ist ab SAP Netweaver 7.4 vollumfänglich einsatzbereit. Die jeweiligen Systemvoraussetzungen richten sich darüber hinaus auch nach dem zum Einsatz kommenden Support-Package. Bisher gibt es in der aktuellsten Version 3.0 neun Support-Packages (SP01 bis SP09), die sich insbesondere im mobilen Bereich und bei den Support-Leistungen unterscheiden. Des Weiteren sind einige zusätzliche Features, wie ein auf Shortcuts ausgerichtetes Kontextmenü, nur in den neusten Release-Notes verfügbar. Kein Unterschied zwischen den einzelnen Varianten besteht dagegen in den Kernfunktionen. Wichtig ist ein Blick auf den SAP Support für Nachbesserungen von Fehlern, der bisher immer für das aktuelle und die zwei vorangegangen Support Packages gewährleistet wird (aktuell z. B. für SP09 und die zwei vorangegangenen Packages SP07 und SP08). Seitens der SAP wird Google Chrome oder Mozilla Firefox als Browser empfohlen. Microsoft Edge oder der Internet Explorer weisen unter Umständen Kompatibilitätsprobleme auf.

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SAP Screen Personas in der Praxis

Flavors

Innerhalb des Editors kommen sogenannte „Flavors“ zum Einsatz. Ein Flavor ist die Kopie einer Transaktionsoberfläche, die letztlich die Grundlage für die gestalterische Anpassung bildet. Auf dieser Kopie können dann die gewünschten Veränderungen vorgenommen werden, während das Originalbild unangetastet bleibt und lediglich als optische Vorlage dient. Der Oberflächendesigner kann das Flavor gemäß seinen Vorstellungen anpassen und sämtliche Buttons, Eingabefelder und Checkboxen per Drag-and-Drop auf der Kopie platzieren. Sobald die Gestaltung abgeschlossen ist, kann der Flavor den Anwendern zur Verfügung gestellt werden. Theoretisch ist es möglich, zu einer Transaktion mehrere Flavors anzulegen und sie jeweils verschiedenen Benutzergruppen zuzuordnen.

Themes

Damit nicht bei jeder Anpassung ein neues Design erstellt werden muss und die Optik stets an das Corporate-Design angelehnt werden kann, lassen sich zur Vereinfachung Themes anlegen. Die Themes fungieren zukünftig als Gestaltungsgrundlage, die wesentliche Design-Einstellungen auf die Transaktionsoberflächen übertragen. Insbesondere für wiederkehrende Elemente, wie Firmenlogos, Hintergrundbilder oder die farbliche Gestaltung bestimmter Oberflächenobjekte, eignen sich die Vorlagen optimal. Auch die Themes lassen sich unmittelbar an Flavors oder Benutzerrollen binden. Die Objektgestaltung auf den Flavors lässt sich zudem über Templates vereinfachen. Auf diesem Wege können ganze Objektgruppen problemlos auf mehrere Flavors übertragen werden.

Skripte

Die optische Gestaltung kann darüber hinaus durch Skripte um ereignisbasierte Aktionen ergänzt werden. Die Skriptunterstützung ähnelt der Makro-Steuerung von Microsoft Office Produkten und dient der Automatisierung bestimmter Bildaktionen. Über eine integrierte Entwicklungsumgebung können die Skripte programmiert und den verschiedenen Objekten der grafischen Oberfläche zugewiesen werden. Als Skriptsprache dient JavaScript. Dadurch ergeben sich völlig neue Möglichkeiten beim Transaktions-Handling und eventuell benötigte Zusatztransaktionen können ganz einfach per Klick aufgerufen werden.

Slipstream Engine

Als passende Lösung für den steigenden Bedarf an mobilen Endgeräten bietet die SAP mit der Slipstream Engine einen Mobile-Friendly-Mechanismus in Screen Personas an. Seit Personas 3.0 SP06 rendert die Slipstream Engine die erstellten Flavors automatisch auf Basis der zur Verfügung gestellten Bildschirmgröße. Das Tool ist kein eigenständiges Produkt, sondern fester Bestandteil des Add-ons. Die Engine erkennt automatisch, auf welchem Endgerät ein Flavor ausgeführt wird, und skaliert die Anzeige dementsprechend. Es können darüber hinaus auch bewusst Parameter übergeben werden, mit denen beispielsweise die Statusleiste eines Fensters ausgeblendet oder ein bestimmtes Theme gezogen wird.

SAP Screen Personas als Teil der UX-Strategie

Das Add-on ist ein wesentlicher Bestandteile der SAP-User-Experience-Strategie und ausschließlich auf die Oberflächengestaltung beschränkt. An der bestehenden Transaktionslogik ändert sich für den Endanwender daher nichts und es muss keine Umgewöhnung erfolgen. Die hinter den Transaktionen liegenden Logiken und Prozesse sind davon nicht betroffen. Screen Personas ist neben SAP Fiori Apps eine der beiden Möglichkeiten, das Oberflächendesign von Transaktionen anzupassen und zu modernisieren. Überall da, wo noch keine Fiori Apps zur Verfügung stehen oder eine Einführung mit hohen Kosten verbunden wäre, können mit Hilfe der Screen Personas Transaktionen zeitgemäß gestaltet werden. Auf einem S/4HANA System ist SAP Screen Personas von vorn herein installiert und spielt dort laut SAP noch eine wichtige Rolle. Daher ist es auch ein fester Bestandteil der SAP Fiori Roadmap:

SAP Screen Personas

Abbildung 2 Ausschnitt aus der SAP Fiori Roadmap der SAP, Stand 29.08.19

Oberflächengestaltung und Benutzerfreundlichkeit

Neben der optisch ansprechenden Gestaltung der Transaktionen steht auch die Benutzerfreundlichkeit im Vordergrund. Der SAP-GUI-typische Aufbau vieler Transaktionen mit Eingabefeldern, die mit Daten und Informationen bewertet und ausgeführt werden, wird mit Screen Personas komplett überarbeitet. Der Aufbau eines Flavors ähnelt nach der Umgestaltung Eingabeformularen auf Websites. Die Felder der Selektionssicht können beispielsweise in sinnvolle Gruppen unterteilt und die Buttons zur Ausführung beliebig platziert werden.

Einsatzzwecke

Screen Personas deckt gleich mehrere wichtige Einsatzzwecke ab. Insbesondere Transaktionen, für die sich aufgrund geringer Nutzung eine Neuentwicklung in SAPUI5 nicht lohnt, können auf diesem Wege kostengünstig umgestaltet und modernisiert werden. Des Weiteren können Transaktionen, die von Benutzern ohne SAP-Erfahrung bedient werden, in einer aus dem Webbereich bekannten Darstellung präsentiert werden. Die Anwender müssen in den Fällen nicht den Umgang mit den Funktionalitäten der SAP GUI erlernen, sondern können Abfragen oder Aktionen bequem über einfache Felder und Buttons erledigen. Entsprechende Skripte im Hintergrund können einen Großteil des Handlings übernehmen und die Anwenderfreundlichkeit zusätzlich steigern.

Unsere Unterstützung im Umgang mit SAP Screen Personas

Die SAP sieht Screen Personas auch zukünftig als festen Bestandteil der SAP User Experience an und auch unter S/4HANA findet das Add-on neben SAP Fiori Apps seinen Platz in der Roadmap. Um den Einstieg in das Tool zu erleichtern, bieten wir verschiedene Unterstützungsmöglichkeiten an. Wir stellen Ihnen nützliche Checklisten zur Verfügung, mit denen die Installation problemlos funktioniert und Sie keinen wichtigen Punkt vergessen. Gleichzeitig sieht unser Schulungskonzept bequeme 1-Tages-Schulungen vor, in denen wir Ihnen die theoretischen Grundlagen vermitteln und das gelernte anschließend in der Praxis umsetzen. Zudem können wir bei der Umsetzung eines Piloten unterstützen, bei der die Möglichkeiten und Grenzen von Screen Personas deutlich werden.


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