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 - 17. August 2017

Was ist SAP Leonardo? Und betrifft mich das vielleicht gar nicht?

SAP Leonardo ist die neue Digitalisierungsplattform aus dem Hause SAP. So heißt es. Die Mehrheit der SAP Kunden hat ein SAP ERP 6.0 im Haus – welche Bedeutung hat dann eine neue Digitalisierungsplattform konkret?
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Zunächst möchte ich Ihnen zum Einstieg den Artikel „Was ist SAP Leonardo?“ meines geschätzten Kollegen Tim Lutz ans Herz legen. Tim erläutert darin die wichtigsten Komponenten und zeigt, was es in SAP Leonardo zum heutigen Zeitpunkt wirklich gibt und was noch nicht. Ebenso den Beitrag SAP Leonard Einführung von Frank Nedwed (ein ebenfalls geschätzter Kollege).

Hier nur so viel: Unter dem Label SAP Leonardo bündelt die SAP bereits vorhandene Komponenten und geplante Produkte, die im weitesten Sinne die Digitalisierung im Unternehmen ermöglichen oder unterstützen können. Das bedeutet zunächst handelt es sich um ein Branding, dem auch gerade erst eingeführte Begriffe wie SAP Clea für maschinelles Lernen wieder zum Opfer fallen.

Die Plattform: SAP HANA und SAP Leonardo Foundation

Als technische Basis dient die SAP HANA Platform, für viele Services insbesondere auch die SAP Cloud Platform mit einer Menge an Basisdiensten, die auf verschiedene Weise genutzt werden können. Allen voran die SAP HANA Datenbank, die mit In-Memory Technologie prädestiniert ist für Big Data Anwendungen. Hier stehen auch bereits APIs für Machine Learning zur Verfügung, ebenso wie Funktionen für Analytics oder eben die reine Programmierplattform für Benutzeroberflächen mit SAPUI5 und den Fiori Designprinzipien. Die Gesamtheit dieser Bausteine auf der HANA Plattform nennt sich in unserem Zusammenhang SAP Leonardo Foundation.

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Cutting Edge: SAP Leonardo for Edge computing

Top Schlagwort für die Digitalisierung ist das Internet of Things (IoT). Für SAP Leonardo stellt IoT den digitalisierten Schritt aus dem Reich der Datenverarbeitung hinein in die echte anfassbare Welt dar. Gemeint sind hier die Sensoren, die unermüdlich alle Daten aus Logistikketten, Produktion und anderen Prozessen liefern. Diese Daten sind und sollen vor allem zukünftig der Treibstoff sein, aus denen die Vorteile der Digitalisierung Fahrt aufnehmen können. Ein Beispiel: Wenn ein System die Wartungsintervalle einer Pumpe intelligent voraussagen soll, dann werden vorab Unmengen an Betriebsdaten von dieser und anderen Pumpen gesammelt mit denen das KI-System gefüttert und trainiert wird. SAP Leonardo for Edge computing soll für die Erhebung, Vorverarbeitung und Übertragung dieser Daten sorgen.

Lösungen: enterprise end-to-end solutions for connected things

Hinter diesem Wortungetüm verbergen sich jetzt die Lösungen, die konkrete Probleme lösen und konkrete Vorteile realisieren sollen. Eine solche Lösung verbindet wahrscheinlich über Edge gesammelte Daten, verarbeitet und visualisiert mit den Bausteinen aus SAP Leonardo Foundation. Die Instandhaltung der erwähnten Pumpe wird über SAP Predictive Maintenance unterstützt. Eine Lösung, die SAP häufig als besonders anschaulichen Anwendungsfall präsentiert und auch bereits verkauft. Björn Lambertz – ein weiterer geschätzter Kollege – hat darüber einen interessanten Beitrag hier verfasst: https://maint-care.de/2017/01/18/instandhaltung-vom-kostentreiber-zum-erfolgsfaktor/

Der Captain betritt die Brücke: SAP Leonardo Bridge

Letzte Komponente von SAP Leonardo ist die „Bridge“. Hier sollen in Echtzeit die Informationen zusammenfließen und mit Geschäftsprozessen verbunden werden. Was das konkret bedeuten soll, erschließt sich mir bisher noch nicht – ich habe die „Brücke“ jedenfalls noch nicht gesehen. Belassen wird diesen Teil einstweilen im Bereich Marketing.

Aha. Und was bedeutet das jetzt für mich als SAP Kunde?

Die Frage was das jetzt konkret für den SAP Kunden und Anwender bedeutet, lässt sich von zwei Seiten aus betrachten.

Bedeutung 1 – Für Visionäre

consulting-y-buchgrafik-3d-hardcoverVom Megatrend Digitalisierung her betrachtet wird sich für jede Branche und jedes Unternehmen eher früher als später die Herausforderung ergeben: Wie überlebe ich in der digitalisierten Welt? Welche neuen Geschäftsmodelle gibt es? Wie ändern sich die Rahmenbedingungen und die Kunden und die Märkte? Hier ist vor allem Kreativität und Change-Management gefragt. Trotzdem stellt Technologie das Rückgrat dafür dar und SAP stellt dazu SAP Leonardo als Werkzeugkasten zur Verfügung.

Mein ganz außergewöhnlich geschätzter Kollege Ferdinando Piumelli (Gründer der Strategieberatung Pimuelli+Company) stellt in seinem letzten Buch dazu die Thesen auf: Alles was digitalisiert werden kann wird digitalisiert. Und Jedes Unternehmen wird ein Softwareunternehmen. Sie können das hier im Kontext nachlesen: Consulting Y. Vor diesem Hintergrund brauchen Sie SAP Leonard, um Ihre Visionen Wirklichkeit werden zu lassen. Nutzen Sie die Teile des Baukastens, um schon jetzt Prototypen und Pilotanwendungen zu erstellen. Um Erfahrungen zu sammeln mit IoT, Machine Learning und Big Data. Beweisen Sie, dass innovative Geschäftsmodelle möglich sind und Sie der Gewinner der Digitalisierung sein können.

Abbildung 1: Digitaler Kern und die Platform for Digital Business (Quelle: SAP SE)

Abbildung 1: Digitaler Kern und die Platform for Digital Business (Quelle: SAP SE)

Bedeutung 2 – Für die Klassiker

Auch für diejenigen, die heute noch nicht mit dem Kopf in den Wolken unterwegs sind und sich eher mit den ganz praktischen Herausforderungen im täglichen SAP Betrieb beschäftigen, wird SAP Leonardo ein Thema werden. Stichwort hier: Das angekündigte Ende des Mainstream Supports für die SAP Business Suite ab 2025. Eng damit verbunden ist die Zielvorstellung der SAP das neue ERP S/4HANA als digitalen Kern der Unternehmens-IT zu positionieren.

Kurz gesagt: Das SAP ERP heißt zukünftig SAP S/4HANA und bildet die betriebswirtschaftlichen Kernprozesse ab – Einkauf, Produktion, Logistik, Vertrieb, Finanzen. Drumherum ordnen sich die verschiedenen Lösungen und Plattformen an, die die Kernprozesse auf vielfältige Weise erweitern, unterstützen und flexibler machen sollen. Die Idee einer „IT der zwei Geschwindigkeiten“ spiegelt sich hier wieder, denn die nicht im Kern befindlichen Systeme sollen besonders anpassungsfähig, dynamisch, innovativ und der Digitalisierung zugewandt sein.

Interessant ist dann die Sichtweise auf dieses Konstrukt als eine durchgängige Plattform für Digital Business. Denn die Definition von End-to-End Prozessen in den SAP Roadmaps macht keinen Halt mehr an den Systemgrenzen des SAP ERP oder S/4HANA, sondern bezieht die unterschiedlichen Lösungskomponenten mit ein.

Beispiel: Betrachten Sie die End-to-End Lösung „Asset Network“ im Solution Explorer, so finden Sie dort sowohl klassische Komponenten wie Master Data Governance als auch IoT Services, die jetzt unter dem Dach SAP Leonardo zusammengefasst werden. So spielen die altbekannte Welt und SAP Leonardo dann zusammen.

Abbildung 2: End-to-End Prozesse im Solution Explorer (Quelle:SAP SE)

Abbildung 2: End-to-End Prozesse im Solution Explorer (Quelle:SAP SE)

Fazit

 

  • Nutzen Sie SAP Leonardo, wenn Sie schon heute mit dem Internet of Things, Machine Learning und Big Data Lösungen schaffen wollen, die sie weiterbringen. Etwas Experimentierfreude ist die Voraussetzung.
  • Stellen Sie sich darauf ein, dass bald die Digitalisierung auch Ihr Unternehmen konkret erfasst und dann Softwarelösungen relevant werden, die unter anderem SAP Leonardo Services im Bauch haben.

Also egal, ob Sie sich darauf freuen oder nicht: SAP Leonardo betrifft Sie!

Seit über 15 Jahren berate ich große und mittelständische Unternehmen in Fragen der IT-Strategie und bin unterwegs in SAP-Entwicklungsprojekten und unterschiedlichen Technologiethemen wie User Experience und SAP HANA.

Sie haben Fragen? Kontaktieren Sie mich!


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