SAP HANA Entwicklung

HANA Entwicklung

Programmierer entscheiden grundsätzlich zwischen 2 verschiedenen Programmierungsarten bei der SAP HANA Entwicklung: Zum einen der ABAP-Entwicklung auf einem SAP-System, das auf eine HANA Datenbank (HANA DB) zugreift. Zum anderen der nativen Entwicklung auf einer HANA DB ohne SAP-System – dabei verwenden Entwickler nicht die Programmiersprache ABAP.

HANA-DB

Die HANA-DB nutzt die In-Memory-Technologie, also die Haltung der Daten im Arbeitsspeicher (RAM) anstelle von üblichen, langsamen Festplatten. Diese ermöglicht es, große Datenmengen in Echtzeit zu analysieren. Dadurch entsteht in der Entwicklung das neue Prinzip des „Code Pushdown“, bei dem möglichst viel Datenlogik wie Konvertierungen, Typänderungen oder Konkattenierungen von Zeichenketten auf die Datenbank verlagert wird. Vor der HANA-DB-Einführung wurden diese Vorgänge im Applikationsserver durchgeführt.

Entwickler müssen bei ihrer Arbeit mit der HANA-Datenbank berücksichtigen, dass Ergebnisse aufgrund der Spaltenorientierung anders verarbeitet und zurückgegeben werden, als nach dem Primärschlüssel sortiert. Weitere Besonderheiten weist die HANA-DB in der Datenkompression sowie in der Partitionierung und der Parallelisierung von Datenbankabfragen auf.

Die SAP-HANA-DB ist keine reine Datenbank, sondern eine Plattform mit verschiedenen Features wie einem integrierten Applikationsserver (XS Engine). Dadurch ist es möglich, direkt Applikationen auf ihr zu entwickeln.

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Features der HANA-DB

Die HANA-DB verfügt unter anderem über folgende weitere Features:

ACID-Konformität

Die HANA-Datenbank trägt zur Einhaltung aller Anforderungen von Atomicity, Consistentcy, Isolation und Durability (ACID) bei. Dabei handelt es sich um Regeln und Eigenschaften für die Durchführung von Transaktionen in Datenbankmanagementsystemen.

Mandantenfähigkeit

Mit der HANA-DB können mehrere Mandanten-Datenbanken in einem System betrieben werden – diese teilen sich den gleichen Speicher und die gleichen Prozessoren. Jede Mandantendatenbank ist vollständig isoliert und verfügt über eigene Nutzerkonten, ein eigenes Repository und eigene Protokolldateien – dadurch ist ein hoher Sicherheitsgrad gewährleistet.

Gespeicherte Verfahren

Die HANA-DB bietet Entwicklern die Programmiersprache SQLScript, mit der sie gespeicherte Verfahren und komplexe Logiken erstellen können.

Administratorenwerkzeuge

Administratoren stehen umfassende Tools zur Verfügung, mit denen sie die HANA-Datenbank von jedem Gerät oder Standort aus verwalten können. Zudem sind die in der Lage, Offline-Diagnosen durchzuführen, Updates zu automatisieren sowie Workloads zu analysieren und zu optimieren.

Sicherheit

Die eingebettete Technologie zur Echtzeit-Datenanonymisierung ermöglicht es Unternehmen, eine hohe Datensicherheit zu gewährleisten. Die HANA-DB verfügt zudem über Authentifizierungs-, Benutzerverwaltungs- und Autorisierungsprotokolle, die dafür sorgen, dass lediglich berechtigte Nutzer auf Daten zugreifen können.

Räumliche Verarbeitung

Die HANA-Datenbank bietet native Unterstützung für Geodaten und Geofunktionen. Dadurch bekommen Entwickler die Möglichkeit, standortabhängige Applikationen zu programmieren.

Dokumentenablage

Programmierer können auch Anwendungen entwickeln, die nicht auf SQL basieren. Hierzu verwenden sie Daten im JSON-Format, die in der SAP-HANA-Dokumentenablage gespeichert werden.

Suchfunktion

Mit SQL lassen sich mehrere Dateien nach Textbestandteilen durchsuchen. Hierunter zählen unter anderem PDF-, HTML- oder RTF-Dateien. Die Suche lässt sich in zahlreichen Sprachen durchführen.

Client-Bibliotheken

Nutzer haben Zugriff auf viele Client-Bibliotheken, mit denen sie von anderen Anwendungsplattformen auf die HANA-DB zugreifen können. Es sind native Bibliotheken für Python, Go, Node.js, Ruby und Hibernate verfügbar.

Responsive Web-Applikationen

Die HANA-Datenbank enthält ein HTML5- und ein JavaScript-Framework, mit dem Programmierer Webanwendungen entwickeln können. Die Apps laufen auf jedem Gerät und passen sich automatisch an die jeweilige Bildschirmgröße an, sodass sie einheitlich dargestellt werden.

ABAP Development Tools (ADTs)

Um ABAP-Entwicklungen mit der Eclipse IDE (integrated development environment) durchzuführen, stehen Programmierern die ADTs zur Verfügung. Dabei handelt es sich um ein Plugin-Set, das die entsprechenden Entwicklungswerkzeuge beinhaltet. Alternativ lassen sich Projekte auch über die Web IDE durchführen, bei der es sich um eine browserbasierte Entwicklungsumgebung für die Datenmodellierung, Anwendungsentwicklung und Datenbankverwaltung handelt.

Smart Data Access (SDA)

Die SDA ist ein Datenvisualisierungs-Feature, mit dem Entwickler auf andere Datenquellen zugreifen können. Hierzu verwendet das System integrierte Adapter und bietet Anwendern die Möglichkeit, benutzerdefinierte Adapter zu erstellen.

Native Entwicklung mit HANA

Programmierer verwenden für die HANA-native Entwicklung das SAP HANA Studio, das ihnen als Plugin für die Eclipse IDE zur Verfügung steht. Für die Administration und kleinere Auswertungsmöglichkeiten können Verantwortliche auch auf eine eigene Web-Oberfläche zugreifen, die über die SAP-HANA-DB geöffnet wird.

HANA Entwicklung

Abb 1 Die HANA-DB enthält einige Features, die es Entwicklern ermöglichen, direkt Apps auf ihr zu erstellen.

Bei der HANA-nativen Entwicklung können Entwickler die folgenden Programmiersprachen verwenden:

  • SQLScript
  • JavaScript
  • C++
  • R script

Für die Erstellung des Datenmodells verwenden Verantwortliche CDS-Views. Dabei handelt es sich um Datenbank-Views, die performant laufen und in der Lage sind, virtuelle Datenmodelle durch Assoziationen zwischen mehreren CDS-Views abzubilden.

Das Open Data Protocol (OData) stellt Web-Anwendungen die entwickelten Logiken als Webservices zur Verfügung. So können diese auch von SAPUI5-Anwendungen, die in der SAP Web IDE entwickelt wurden, verwendet werden.

ABAP-Entwicklung für die SAP HANA DB

Auch mit ABAP lassen sich Apps über die HANA-DB erstellen, sofern sich diese unter einem SAP-System befindet. Als In-Memory-Datenbank bietet die HANA-DB Programmierern neue Möglichkeiten, die auch eine Entsprechung in ABAP gefunden haben. Hierunter fallen zum Beispiel die CDS-Views, die auch für ABAP-Projekte verfügbar sind (ABAP-CDS-Views).

Über ABAP Managed Database Procedures (AMDPs) legen Entwickler zudem Klassen in ABAP Objects (ABAP OO) an, in deren Methoden sie Funktionen mit SQLScript statt mit ABAP erstellen. Die HANA-DB führt die AMDPs dann bei einem Aufruf aus dem ABAP-Programm direkt aus – aufgrund der In-Memory-Technologie sind AMDPs sehr performant.

Um zusätzliche Möglichkeiten für den „Code Pushdown“ innerhalb des Applikationsservers bereitzustellen, ist der OpenSQL-Sprachumfang erweitert worden.

Fazit

Die SAP HANA Entwicklung kann entweder über ein SAP-System erfolgen, das auf die HANA-DB zugreift oder auf der HANA-DB selbst. Erfolgt die Entwicklung über das SAP-System, können Programmierer die Sprache ABAP verwenden. Bei der HANA-nativen Entwicklung stehen ihnen die Sprachen SQLScript, JavaScript, C++ und R script zur Verfügung.

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