Marco Fröhlich
 - 18. Juni 2019

Bedarfsplanung mit Dispobereichen in S/4HANA

Bisher wurde in SAP ERP die Bedarfsplanung auf Werksebene durchgeführt. Dabei konnten bestimmte Lagerorte aus dem MRP-Lauf ausgeschlossen oder auch getrennt geplant werden. Diese Art der Planung ist ab der S/4HANA Version 1511 nicht mehr möglich. In diesem Blogbeitrag erfahren Sie wie die neue Planung mit Dispobereichen abläuft und was es zu beachten gibt.

Die neuen Dispositionsbereiche sind jeweils eine selbständige Organisationseinheit für die eine eigenständige Bedarfsplanung durchgeführt werden kann. Auf der Ebene der Dispobereiche sind alle Dispositionsmerkmale und Losgrößenverfahren erlaubt.

Arten der Dispobereiche

Es wird zwischen 3 Dispositionsbereichen unterschieden. Sie können dabei parallel im System verwendet werden.

Dispobereich für das Werk

  • Dieser umfasst alle Bestände der Lagerorte und Lohnbearbeiter.
  • Es werden nur die Materialien, die einem Lagerort- oder Lohnbearbeiter-Dispobereich zugeordnet sind, nicht mit dem Werks-Dispobereich geplant.

Dispobereich für Lagerorte

  • Der beplanbare Bereich kann aus einem oder mehreren Lagerorten bestehen.
  • Jeder Lagerort darf aber nur genau einem Dispositionsbereich zugewiesen werden.

Dispobereich für Lohnbearbeiter

  • Hier darf der Lohnbearbeiter nur einem Dispositionsbereich zugeordnet werden. Dabei wird die Lieferantennummer des Lohnbearbeiters dem Dispobereich zugewiesen.
  • Anders zu den Lagerorten: Innerhalb eines Dispobereichs darf es nur einen Lohnbearbeiter geben, d.h. es existiert eine 1:1-Beziehung.
  • Es können Beistellkomponenten von Lohnbearbeiter getrennt geplant werden.
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Zuordnung der Dispobereiche

Die Zuweisung der Materialien zu den einzelnen Dispositionsbereichen geschieht im Materialstamm. Einem Material können mehrer Dispobereiche zugeordnet werden. Für jeden Dispobereich können Sie dabei verschiedene Dispositionsparameter pflegen. So können sich beispielsweise für ein Material die Dispomerkmale, Losgrößenverfahren etc. für die unterschiedlich beplanbaren Dispobereiche unterscheiden. Das führt zu einer großen Flexibilität, was Sie wiederum bei der komplexen Bedarfsplanung der Materialien unterstützt.

Wenn die Pflege im Materialstamm ausbleibt, dann wird dieses über den Werks-Dispobereich beplant.

Materialien, die nicht geplant werden sollen, können Sie mit dem Dispomerkmal ‚ND‘ (keine Materialbedarfsplanung) versehen. Wiederum Materialien, die getrennt vom eigentlichen MRP-Lauf geplant werden sollen, werden mit dem Dispomerkmal ‚VB‘ (Bestellpunktdispositions) definiert.

Vorteile der Planung mit Dispositionsbereichen

  • Die Bedarfsplanung kann gezielt für einzelne Bereiche der Produktion durchgeführt werden. So kann beispielsweise die Planung einer gesamten Fertigungslinie differenziert über einen Dispobereich realisiert werden.
  • Auf Dispobereichsebene sind jeweils alle Dispomerkmale und Losgrößenverfahren möglich.
  • Die Planung mit den Dispositionsbereichen ist wesentlich effizienter als mit der bisherigen Lösung.

Haben Sie eine Frage zu der Planung auf Dispoebene oder brauchen Unterstützung bei der Einführung? Dann melden Sie sich gerne bei uns oder hinterlassen einen Kommentar.



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