Christoph Lordieck
6. Dezember 2021

SAP Salesforce Integration

Dass Unternehmen gleichzeitig SAP- und Salesforce-Lösungen nutzen, ist fast schon die Norm – schließlich decken die Systeme unterschiedliche Bereiche in Ihrem Unternehmen ab. Doch obwohl die Systeme zum Großteil verschiedene Funktionalitäten abdecken, nutzen sie oftmals die gleichen Daten. Warum sich eine Integration der beiden Lösungen lohnt und wie Sie dies realisieren können, erläutere ich Ihnen hier.

Was ist eine Integration von SAP und Salesforce?

Bei einer Integration von SAP und Salesforce geht es um den Austausch von Stamm- und Transaktionsdaten. So ermöglichen Sie Prozesse über Systemgrenzen hinweg und vermeiden zudem doppelte Dateneingaben. Das Ziel einer SAP-Salesforce-Integration ist es, Datenübertragung zu automatisieren und somit keinen manuellen Aufwand mehr zu haben. Ohne solch eine Integration müssen Sie Mitarbeiter dazu beauftragen, Daten zwischen den Systemen manuell auszutauschen.

SAP-Salesforce-Integration

In diesem E-Book möchten wir Ihnen einen ersten Einblick in die SAP-Salesforce-Integration geben.

Herausforderungen einer manuellen Datenübertragung

Eine manuelle Datenübertragung bedeutet, dass Sie Ihre Mitarbeiter mit mühseligen Aufgaben belasten. Da sie jeden einzelnen Kontakt doppelt eintragen müssen, verlieren sie viel Zeit – Zeit, die sie sonst in wichtigere Aufgaben investieren können. Je größer Ihre Datenmenge dabei ist, desto mehr Mitarbeiter müssen Sie für diese Aufgabe einsetzen. Bei einer großen Datenmenge können Sie zudem gar nicht genau einschätzen, welche Daten Sie bereits übertragen haben und welche nicht, weswegen es zu einer fehlerhaften Übertragung kommen kann. Außerdem entstehen durch den hohen Aufwand und den zusätzlichen Zeitverlust unnötig hohe Kosten.

Datenaustausch auf vier Ebenen

Datenaustausch ist nicht gleich Datenaustausch – schließlich können Sie diesen auf verschiedenen Ebenen realisieren. Die unterschiedlichen Arten, wie Sie den Datenaustausch zwischen SAP und Salesforce realisieren können, erläutere ich Ihnen im Folgenden:

1.     Manueller Datenaustausch

Bei der manuellen Integration bilden Ihre Mitarbeiter die Schnittstelle zwischen beiden Systemen, da sie die Daten einfach manuell einpflegen. Zwar müssen Sie bei dieser Lösung anfangs keine Kosten ausgeben, jedoch summieren sich diese durch den hohen manuellen Aufwand. Trotz dessen beginnt jedes Unternehmen zunächst mit dieser Art von Datenaustausch.

Jedoch hat dieser Datenaustausch einen Vorteil: Ihre Mitarbeiter fungieren als menschliche Validierungsinstanz, wenn sie bspw. große Datentabellen korrigieren und können so prüfen, ob Daten korrekt sind. Jedoch kommt neben dem hohen Aufwand und dem damit verbundenen hohen Zeitaufwand das Risiko von manuellen Übertragungsfehlern auf.

2.     Systemunterstützter Datenaustausch

Mit dieser Art des Datenaustauschs erhalten Mitarbeiter eine kleine Hilfestellung zur Datenübertragung. U. a. ist diese Hilfe eine Liste, die sie per Mail erhalten und die mit zu übertragenden Daten aus bspw. dem Salesforce-System gefüllt ist. Aus dieser Liste kopieren Mitarbeiter dann einfach die nötigen Informationen und fügen sie in das SAP-System ein. Sie sparen somit etwas Mitarbeiteraufwand ein, da diese die Daten zumindest nicht selbst raussuchen müssen. Sie sparen also ein bisschen Zeit ein und müssen nicht mehr mit so vielen Übertragungsfehlern rechnen.

Doch obwohl Mitarbeiter die nötigen Informationen auf diese Weise auf einen Blick erhalten, haben sie weiterhin einen hohen Arbeitsaufwand und sparen nur wenig Zeit ein. Trotzdem ist diese Lösung ein guter Anfang für Unternehmen, die ihren Arbeitnehmern etwas Arbeitsaufwand nehmen wollen.

3.     Leichte Integration

Mit einer größeren Datenmenge müssen Mitarbeiter immer mehr Zeit für den Datenaustausch einplanen, wodurch sich hier erste Automatisierungen lohnen. Die leichte Integration erzielen Sie mit Hilfe von Lösungen wie bspw. dem Dataloader. Für die dritte Stufe des Datenaustauschs benötigen Sie jedoch bereits fest etablierte Arbeitsprozesse und klar definierte Zuständigkeitsbereiche. Wenn Sie diese nicht haben, dann haben Sie Schwierigkeiten, eine Implementierung zwischen zwei oder mehr Systemen durchzuführen.

Der Datenaustausch mithilfe des bereits erwähnten Dataloader läuft folgendermaßen ab: Sie planen über die Kommandozeile Import- sowie Exportvorgänge ein. Sie exportieren also Daten aus der Salesforce-Cloud in Ihr SAP-System und vom SAP-System wieder zurück in die Salesforce-Cloud. Mit Dataloader haben Sie jedoch den Nachteil, dass Sie die Anwendung lokal auf Ihren Rechner laden, also genügend Speicherplatz hierfür benötigen.

4.     Vollständige Integration

Mit großen und komplexen Datenmengen ist eine manuelle Datenübertragung kaum noch möglich. Daher lohnt sich trotz der höheren Einstiegskosten eine vollständige Integration Ihres SAP- und Salesforce-Systems. Die Integration hier verläuft über Webservices oder eine Middleware und hat eine richtige Schnittstellenarchitektur. Hierfür bieten SAP oder auch Drittanbieter für alle Bedürfnisse unterschiedliche Middleware-Lösungen an.

Die Herausforderung dieser Stufe: Für die Integration benötigen Sie viel Expertenwissen, da es aufgrund der hohen Anzahl sehr unternehmensindividueller Prozesse keine Standardlösung gibt. Damit Ihre Integration auch ohne Probleme abläuft, empfiehlt es sich, das große Integrationsprojekt mithilfe eines Dienstleisters umzusetzen.

SAP Open Connectors: Vollständige Integration mit Middleware

Mithilfe von SAP Open Connectors können Sie eine vollständige SAP-Salesforce-Integration erzielen. Die Lösung ist Bestandteil der SAP Integration Suite und basiert auf der Cloud Elements Platform. Open Connectors ist ein Konnektor, der die Middleware SAP Cloud Integration mit einer Software integriert. Für viele Systeme bietet SAP Open Connectors vorgefertigte Konnektoren an, wodurch Sie weitere Anwendungen an Ihre IT-Landschaft anbinden können. Insgesamt harmonisieren Sie Ihre Systemlandschaft mit SAP Open Connectors.

Damit Sie die vollständige SAP-Salesforce-Integration meistern, müssen Sie insgesamt drei Dienste nutzen: Ihr ERP-System, die SAP Cloud Integration als Middleware und SAP Open Connectors. Um nun die Daten vom ERP-System ins CRM-System zu übertragen, müssen Sie zunächst eine Verbindung zwischen ERP-System und der Cloud Integration einrichten. Dann erstellen Sie einen Konnektor für das CRM-System und konfigurieren den Adapter in der Cloud Integration. So können Daten vom ERP- ins CRM-System gelangen.

Vorteile der SAP-Salesforce-Integration

Der größte Vorteil einer SAP-Salesforce-Integration ist die enorme Aufwandseinsparung, da Sie Mitarbeiter nicht mehr mit der manuellen Übertragung belasten. Zwar müssen Sie zu Beginn mehr Kosten und Zeit investieren, dies rentiert sich jedoch insbesondere bei großen und komplexen Datenmengen in Ihrem Unternehmen recht schnell. Zudem entlasten Sie nicht nur HR-Personal, sondern auch die IT-Abteilung: Da alle Daten in jedem System gleich sind, müssen IT-Mitarbeiter keine Zeit in den Datenabgleich und die -korrektur investieren.

Durch Automatisierungen übertragen Mitarbeiter nicht mehr manuell Daten. So können Mitarbeiter Zeit einsparen und diese in wichtigere Aufgaben investieren. Außerdem vermeiden Sie bei einer vollständigen Integration manuelle Übertragungsfehler, da das System stets alle Daten prüft. Insgesamt sparen Sie also Aufwand, Zeit und Kosten ein.

Fazit

Datenübertragung zwischen SAP- und Salesforce-System findet im Unternehmen tagtäglich statt. Bei kleineren Datenmengen ist eine manuelle Übertragung gang und gäbe. Je größer die Datenmenge jedoch wird, desto größer ist der Aufwand, wodurch Sie Ihre Mitarbeiter dauerhaft belasten. Um Zeit, Aufwand und Kosten bei der Datenübertragung zu reduzieren, lohnt sich eine vollständige Integration zwischen Ihrem SAP- und Ihrem Salesforce-System. So sind Sie in der Lage, das volle Potenzial Ihrer IT auszunutzen, Ihre Mitarbeiter zu entlasten und langzeitig Ausgaben zu reduzieren.

Haben Sie Fragen zur SAP-Salesforce-Integration? Dann kontaktieren Sie mich gerne.

Manche Unternehmen sind sich gar nicht bewusst, welche Chancen hinter der SAP-Salesforce-Integration stecken. Laut Studien können Sie durch solch eine Integration z. B. den Umsatz um ca. 29 % steigern.

 

FAQ

Was ist eine SAP-Salesforce-Integration?

Bei einer SAP-Salesforce-Integration werden Stamm- sowie Transaktionsdaten zwischen Ihrem SAP- und Ihrem Salesforce-System ausgetauscht. Das Ziel hierbei ist es, eine vollständig automatisierte Datenübertragung zu schaffen und somit Mitarbeiter zu entlasten sowie Zeit und Kosten einzusparen.

Welche Herausforderungen hat eine manuelle Datenübertragung?

Mit einer manuellen Datenübertragung belasten Sie Ihre Mitarbeiter, da diese alle Daten aus dem ERP-System mit dem CRM-System vergleichen und ggbfs. nachtragen müssen. So verlieren Sie Zeit und riskieren zudem Fehler wie Übertragungsfehler oder Doppeleintragungen.

Welche Vorteile bietet eine SAP-Salesforce-Integration?

Für eine SAP-Salesforce-Integration müssen Sie zwar zunächst Einführungskosten einplanen, jedoch rentieren sich diese schnell und Sie können von folgenden Vorteilen profitieren:

  • Automatisierung
  • Aufwand-, Zeit- und Kosteneinsparung
  • Mitarbeiterentlastung
  • Übertragungsfehler reduzieren

Welche Arten des Datenaustauschs zwischen SAP und Salesforce gibt es?

Der Datenaustausch zwischen SAP und Salesforce kann in vier Stufen eingeteilt werden:

  1. Manueller Datenaustausch
  2. Systemunterstützter Datenaustausch
  3. Leichte Integration
  4. Vollständige Integration

Zwar bauen die Stufen aufeinander auf, jedoch müssen Sie diese nicht nacheinander in Ihr Unternehmen einführen.

Christoph Lordieck

Christoph Lordieck

Mein Name ist Christoph Lordieck. Einige Jahre Projekt- und Umsetzungserfahrung hat meinen Wissenshunger noch nicht gestillt und ich suche ständig nach neuen Themen und technischen Entwicklungen im ABAP Umfeld. Ich freue mich auf Ihre Frage oder Anregung!

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