Design Thinking

Design Thinking ist eine Innovationsmethode, die auf Basis eines sich wiederholenden Prozesses Ergebnisse zur Lösung von komplexen Problemen liefert. Mit der Methode verfolgen Anwender das Ziel, neue und innovative Lösungen zu generieren. Der Begriff „Design“ steht daher nicht nur für das äußere Erscheinungsbild eines Produktes, sondern für einen ganzheitlichen Ansatz.

Iterativer Prozess

Design Thinking gehört zu den agilen Methoden. Der Entwicklungsprozess läuft phasenorientiert ab – dabei verfügt jede Phase über ein im Prozess definiertes Ziel. Die Beteiligten müssen eine Phase explizit abgeschlossen haben, bevor sie in die nächste eintreten können. Führt eine Phase nicht zu einem befriedigenden Ergebnis, können Verantwortliche in eine frühere zurückkehren und dort solange an dem Projekt weiterarbeiten, bis sie ihr Ziel erreichen. Dieser Schritt ist jederzeit möglich, weshalb es sich bei Design Thinking um einen iterativen Prozess handelt.

Design Thinking - Phasen

Abb 1. Jede Phase kann so oft wiederholt werden, bis ihr Ziel erreicht wurde.

Grundsätzlich stellen Verantwortliche den Nutzer in den Mittelpunkt ihrer Überlegungen, wenn sie Projekte mit der Methode umsetzen wollen. Deshalb binden sie verschiedene Fachbereiche mit ein und lassen sie daran mitwirken.

Weil Design Thinking ein komplexer Prozess ist, eignet es sich für „einfache“ Aufgaben weniger gut. Die Durchführung der Methode ist mit einem signifikanten Aufwand verbunden, weshalb sie sich für größere Problemstellungen lohnt.

Das Design-Thinking-Modell der SAP

Es gibt verschiedene Varianten des Design Thinkings – diverse Anbieter, Wissenschaftler, Universitäten oder Beratungshäuser haben mittlerweile eigene Design-Thinking-Modelle entwickelt. Das Modell der SAP funktioniert folgendermaßen:

Abb 2. Das Design-Thinking-Modell der SAP besteht aus den 3 Kategorien „Discover“, „Design“ und „Deliver“.

Abb 2. Das Design-Thinking-Modell der SAP besteht aus den 3 Kategorien „Discover“, „Design“ und „Deliver“.

 

Phasen Design Thinking Kategorisierung-02

Abb 3. Die Kategorien sind in jeweils verschiedene Phasen eingeteilt, die wiederum unterschiedliche Aufgaben abdecken.

Typische Design-Thinking-Prozesse

Die Umsetzung von Design Thinking nimmt in der Regel mehrere Tage in Anspruch. Verschiedene Fachbereiche arbeiten dabei zusammen und versuchen, ein Problem, z. B. ineffiziente Prozessabläufe, zu lösen. Für eine gute Zusammenarbeit ist es entscheidend, dass Unternehmen zum Beispiel mit Coworking-Spaces für eine kreative Atmosphäre sorgen. Auch kreatives Workshop-Material sorgt für wichtige Denkanstöße im Problemlösungsprozess. Am Design Thinking sollten möglichst diversifizierte Teilnehmer beteiligt sein, da diese die Probleme aus verschiedenen Perspektiven betrachten und mit unterschiedlichen Ansätzen zu dessen Lösung beitragen können. Um sicherzustellen, dass die Methode im eigenen Unternehmen so gut wie möglich umgesetzt wird, können Verantwortliche Coaches engagieren, die den Problemlösungsprozess begleiten.

Wann sollte Design Thinking angewendet werden?

Unternehmen sollten Design Thinking anwenden, wenn sie vor einem Problem mit einer hohen Komplexität stehen und nicht wissen, wie es am effizientesten gelöst werden kann. Manchmal sind Probleme so komplex, dass bereits ihre genaue Beschreibung schwierig ist – auch dann bietet sich Design Thinking zur Problemlösung an. Als besonders vorteilhaft erweist sich dabei, dass unterschiedliche Fachbereiche zusammenarbeiten. Dadurch werden verschiedene Ansichten und Auffassungen zu einem Thema zusammengetragen, sodass eine ganzheitliche Problemlösung möglich ist.

Wann eignet sich Design Thinking weniger?

Wenn nur wenige bis gar keine Menschen von einem Problem betroffen sind und es eine Routine-Aufgabe betrifft, ist Design Thinking weniger zur Problemlösung geeignet. Oft sind Probleme in solchen Fällen bereits klar definiert und deren Lösung vorgegeben. Eine aufwendigere Methode wie Design Thinking ist dann nicht notwendig.

Voraussetzungen

Der Design-Thinking-Prozess sollte ernsthaft betrieben und mehrere Tage in die Umsetzung investiert werden – ein 2-Stunden-Workshop ist in den meisten Fällen nicht sinnvoll. Zudem sollten Unternehmen dafür sorgen, dass der Prozess von einem ausgebildeten Mitarbeiter oder Coach begleitet wird.

Design Thinking in der IT

Gerade IT-Abteilungen neigen innerhalb bei der Lösungsfindung und anderen Innovationsprozessen häufig zu den gleichen Fehlern. Der Blickwinkel des Nutzers wird nicht ausreichend eingenommen, Iterationen und Feedback mit den Anforderern werden nicht ausreichend durchgeführt. So kommt es zum typischen „beschränkten Blick“ der IT-Fachkräfte oder Programmierer – oft überspitzt als „Betriebsblindheit“ bezeichnet.

Viele Software-Entwicklungen leiden deshalb darunter, dass sie Probleme nur unzureichend lösen und nur wenig Akzeptanz finden.

Ein Design-Thinking-Prozess, der von einem ausgebildeten Coach begleitet wird, sorgt fast „automatisch“ für innovative Lösungen. Hierzu muss die Methode strikt eingehalten werden: Wichtig sind daher nicht die Einzelkomponenten von Design Thinking, sondern der Gesamtprozess.

Einsatzbereiche in der IT

Im IT-Kontext eignet sich Design Thinking für verschiedene Bereiche. Abteilungen können zum Beispiel festlegen, wie neue Anwendungen oder Apps aussehen sollen und dabei berücksichtigen, wie Mitarbeiter diese am besten verwenden. Zudem kann unter anderem geklärt werden, in welchen Anwendungsfällen sich der Einsatz einer mobilen Lösung oder Künstlichen Intelligenz (KI) lohnt. Auch Prozessabläufe werden beim Design Thinking reflektiert: Die Beteiligten analysieren dabei, ob es sich lohnt, einen Prozess zu verändern oder neu aufzusetzen.

Mit der Methode beschäftigen sich Entwickler mit entscheidenden Fragen bereits früher als gewöhnlich. Dadurch können zum Beispiel Designfehler vermieden werden. Zudem ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass Unternehmen von einem besser umgesetzten IT-Projekt profitieren, wenn bereits an dessen Beginn in die Suche nach Innovationen durch Design Thinking investiert wird. Hierbei spielt insbesondere auch die Nutzerakzeptanz eine Rolle: Sind Mitarbeiter mit einer Software zufrieden, arbeiten sie in der Regel effizienter – auch weil Prozesse und Anwendungs-Steuerung so gut wie möglich aufeinander abgestimmt sind.

Fazit

Bei Design Thinking handelt es sich um eine Methode, mit der komplexe Probleme in Unternehmensabläufen gemeistert werden. Dabei ist es wichtig, dass alle betroffenen Fachbereiche an einer Lösung mitarbeiten und jeweils ihren Blickwinkel in den Lösungsprozess mit einfließen lassen. Design Thinking findet im Rahmen eines meist mehrtätigen Workshops statt, der von einem ausgebildeten Mitarbeiter oder Coach geleitet wird.

Bei der Methode handelt es sich um einen iterativen Prozess, der in Phasen abläuft. Die Teilnehmer definieren in jeder Phase ein Ziel. Erreichen sie dieses, beginnen die Beteiligten mit der nächsten Phase – wird das Ziel nicht erreicht, wird die Phase noch einmal wiederholt. Auf diese Weise werden Probleme bereits in ihrer Entstehung beseitigt.

Wie die Phasen aussehen, hängt auch vom Modell des Design Thinkings ab. Die SAP SE teilt ihr Modell in die 3 verschiedenen Kategorien Discover, Design, Deliver ein – dabei besteht jede Kategorie aus verschiedenen Phasen. Für IT-Projekte ist die Methode sinnvoll, damit auch andere Fachbereiche ihr Knowhow in die Entwicklung mit einfließen lassen können – hierdurch wird eine Anwendung den Anforderungen unterschiedlicher Abteilungen gerecht.

Kontaktieren Sie uns gerne persönlich, wenn Sie mehr über das Thema Design Thinking erfahren wollen.

 


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