Christoph Lordieck
 - 22. November 2018

Die 3 hÀufigsten Fragen zu S/4HANA Lizenzen

"Was Ă€ndert sich fĂŒr das Unternehmen im S/4HANA Lizenzmodell?", "MĂŒssen wir doppelt bezahlen, wenn wir ERP und S/4 parallel betreiben wĂ€hrend des Projekts?" Diese und viele andere Fragen werden beim Thema Lizenzmodell in der Vorbereitung auf eine S/4HANA-Migration, aber auch schon beim Entwurf der HANA-Roadmap aufgeworfen.

In diesem Blogartikel möchte ich Ihnen die drei mir am hĂ€ufigsten von Kunden gestellten Fragen zum Thema S/4HANA Lizenzen bei einer S/4HANA EinfĂŒhrung (Conversion oder Greenfield) beantworten. Ein wichtiger Hinweis: FĂŒr konkrete Aussagen zu Kosten, Detailfragen zu Lizenzmodellen oder rechtlichen Fragestellungen bei der Nutzung von SAP Addons etc. kontaktieren Sie bitte Ihren SAP Kundenbetreuer. Dieser Artikel bietet ausschließlich allgemeine Informationen fĂŒr ein grundsĂ€tzliches VerstĂ€ndnis.

Frage 1: Werden Lizenzkosten doppelt fĂ€llig, sowohl fĂŒr mein produktives SAP ERP, als auch fĂŒr das S/4HANA System fĂ€llig?

Die stark beruhigende Antwort vorab: Nein. Es gibt grundsĂ€tzlich zwei Möglichkeiten, die Nutzungsrechte fĂŒr das S/4HANA System zu erwerben, ohne doppelt Lizenzkosten fĂŒr zwei ERP-Systeme zu zahlen.

  1. Sie bezahlen gemĂ€ĂŸ des SAP Lizenzkatalogs einen Pauschalbetrag, die sogenannte Flat Fee, von aktuell 9.000 € und erwerben sich damit als bestehender SAP ERP Kunde die Nutzungsrechte fĂŒr die S/4HANA Enterprise Management Lösung (siehe Abbildung 1). Diese Flat Fee fĂ€llt unter das Modell „Product Conversion“ – sie wandeln die SAP ERP Lizenz in eine S/4HANA Lizenz um, nicht jedoch die Lizenzen aller anderen bei Ihnen im Einsatz befindlichen SAP Lösungen. FĂŒr die sogenannten Engines, also LoB & Industry-Solutions von SAP S/4HANA wie Cash Management, Enterprise Product Engineering usw., die nicht zum S/4HANA Core System gehören, mĂŒssen Sie separate Lizenzen gemĂ€ĂŸ des vorgesehenen Lizenzmodells fĂŒr diese Engine erwerben. Außerdem werden Lizenzkosten weiterhin gemĂ€ĂŸ dem SAP ERP Lizenzmodell anhand der „Named User“ berechnet.
  2. Durch eine „Contract Conversion“ wechseln Sie mit allen Ihren SAP Lizenzen aus dem bisherigen Lizenzmodell in das neue S/4HANA Lizenzmodell. Dort gibt es nun keine „Named User“ mehr, sondern stattdessen wird mit „User Metrics“ kalkuliert. Das ist die Anzahl aktiver Nutzer fĂŒr die lizenzierten Systeme. Die SAP nimmt fĂŒr dieses Vorgehen den „Milkshake Approach“: Alle existierenden Lizenzvereinbarungen kommen in einen gedanklichen Topf, werden vermengt und anschließend durch neue Lizenzvereinbarungen ersetzt. Die Voraussetzung dafĂŒr ist ein Zielbild Ihrer SAP Systemlandschaft, auf dass Sie mit Ihrem S/4HANA EinfĂŒhrungsprojekt hinarbeiten. Hinweis: 90% der aktuellen Lizenzkosten werden laut SAP auf den neuen Lizenzvertrag angerechnet. Ihr Unternehmen sieht sich also voraussichtlich zusĂ€tzlichen Kosten von 10% der bereits gezahlten Lizenzkosten ausgesetzt.
S/4HANA Nutzungsrechte ĂŒber eine Flat Fee erwerben

S/4HANA Nutzungsrechte ĂŒber eine Flat Fee erwerben

 

Frage 2: Muss ich mein SAP ERP System abschalten, sobald mein SAP S/4HANA System produktiv geht?

Auch hier die beruhigende Antwort: Nein. In beiden unter Frage 1 genannten Möglichkeiten ist es vorgesehen, dass klassische SAP ERP System bis 2025 weiter betreiben zu dĂŒrfen. DafĂŒr werden dann keine separaten Lizenzkosten fĂ€llig. Wenn Sie in Ihrem S/4HANA Projekt zum Go-Live kommen, können Sie Ihr SAP ERP System vorerst parallel oder als Fallback-Szenario weiter betreiben.

Checkliste: Partner fĂŒr SAP HANA Projekte finden

Das sollten Sie bei der Wahl von Partnern fĂŒr Ihr SAP HANA Projekt beachten.

Frage 3: Decken SAP S/4HANA Lizenzen auch die Nutzung einer HANA DB ab?

Die HANA Datenbank ist eine vom SAP S/4HANA Digital Core-System unabhĂ€ngige Plattform und unterliegt einem eigenen Lizenzmodell. UnabhĂ€ngig Ihres gewĂ€hlten Ansatzes der License Conversion kommen Sie um diese Kosten nicht herum. Falls Sie Ihr klassisches SAP ERP System, wie in der Antwort auf Frage 2 beschrieben, parallel weiterbetreiben wollen, werden auch dafĂŒr unter UmstĂ€nden Lizenzkosten fĂ€llig. LĂ€uft dieses auf einer 3rd Party Datenbank (Oracle, DB2, usw.), muss diese nach wie vor lizenziert werden, bis das SAP ERP System abgeschaltet wird. Mit dem Erwerb der HANA DB Lizenzen entfallen nicht – wie bei SAP ERP zu S/4HANA – die zusĂ€tzlichen Lizenzkosten fĂŒr die Datenbanknutzung.

Im folgenden Bild sind noch einmal die wichtigsten Punkte zu den beiden Modellen Product vs. Contract Conversion zusammengefasst. GrundsĂ€tzlich ist bei einem Wechsel in das S/4HANA Lizenzmodell zu beachten, dass auf S/4HANA Systemen nur Anwendungen (SAP oder Drittanbieter) installiert und genutzt werden dĂŒrfen, die

  1. ebenfalls dem S/4HANA-Lizenzmodell unterliegen und damit eine S/4HANA Lösung sind oder
  2. als sogenanntes „Compatibility Pack“ gemĂ€ĂŸ SAP Hinweis 2269324 ausgewiesen sind. Dabei handelt es sich um klassische SAP ERP Anwendungen, die, obwohl es sich bei Ihnen nicht um S/4HANA-Lösungen handelt, trotzdem auf einem S/4HANA System installiert und genutzt werden dĂŒrfen, mindestens bis zum Jahr 2025. FĂŒr diese gilt die Weiternutzung ohne zusĂ€tzliche Kosten wie fĂŒr das klassische SAP ERP System (siehe Frage 2).
GegenĂŒberstellung Product vs. Contract Conversion bei S/4HANA Lizenzen

GegenĂŒberstellung Product vs. Contract Conversion bei S/4HANA Lizenzen

Detailliert finden Sie diese Informationen in diesem DSAG-Webinar und den dazugehörigen Unterlagen. FĂŒr Informationen zu Ihrer konkreten Lizenzsituation und Ihren Möglichkeiten kontaktieren Sie bitte Ihren SAP Kundenbetreuer.

Christoph Lordieck

Christoph Lordieck

Mein Name ist Christoph Lordieck. Einige Jahre Projekt- und Umsetzungserfahrung hat meinen Wissenshunger noch nicht gestillt und ich suche stÀndig nach neuen Themen und technischen Entwicklungen im ABAP Umfeld. Ich freue mich auf Ihre Frage oder Anregung!

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