CDS Views

CDS Views stellen Entwicklern bei der Programmierung mit Core Data Services (CDS) Informationen zur Verfügung. Mit ihnen greifen sie auf bereits vordefinierte Datenmodelle und damit komfortabel auf viele zusammenhängende Informationen während der Entwicklung zu. Dabei bietet die Core-Data-Services-Technologie eine Vielzahl an Möglichkeiten und Funktionaltäten bei der Datenmodellierung und Datenabfrage.

Whitepaper: CDS Basics

Erfahren Sie in unserem Whitepaper die Grundidee und die ersten Schritte in die Core Data Services (CDS).

Core Data Services

Core Data Services stellen die zentrale Technologie dar, um Daten im SAP-System zu modellieren. Damit sind sie ein wichtiger Bestandteil im modernen Programmiermodell der ABAP-Plattform –auch moderne Fiori-Anwendungen mit deren OData-Services bauen auf den Core Data Services auf.
Weil das sogenannte „virtuelle Datenmodell“ des neuen SAP S/4HANA ebenfalls vollständig auf Core Data Services basiert, ist das Thema für alle Unternehmen, die einen Wechsel auf S/4HANA planen, elementar.

CDS Views bzw. Core Data Services stellen Nutzern Informationen mit Hilfe neuer Datenbanktechniken zur Verfügung, damit sie noch mehr Möglichkeiten für die Datenmodellierung erhalten. Damit stellen sie eine Weiterentwicklung der klassischen Datenbank-View dar.

Aufbau

CDS sind mit der NetWeaver-Version 7.40 (SP5) eingeführt worden und werden seitdem stetig weiterentwickelt. Sie basieren auf der Datenbanksprache SQL und können über den SqlDataAdapter auf jeder unterstützten SQL-Datenbank betrieben werden.

Die Architektur lässt sich in mehrere Schichten unterteilen: Auf Datenbank-Ebene werden Daten in Datenbanktabellen persistent gespeichert. In der darüberliegenden Applikations-Schicht befinden sich die CDS-Objekte, die über ABAP-Anweisungen aufgerufen werden. Der SqlDataAdapter übersetzt dann die Anweisungen für die entsprechende SQL-Datenbank.

Neben der Modellierung des Datenmodells können Core Data Services auch dafür genutzt werden, den gesamten Technologie-Stack zu modellieren. So lassen sich über Annotationen aufbauende OData-Services und Fiori Smart Templates (auch Fiori Elements genannt) modellieren und automatisch generieren.

Fiori User Interface

Im Fiori User Interface führt der Nutzer Aktionen aus, die OData-Calls bewirken.

Abb 1. Nutzer führen über das Fiori User Interface Befehle aus, die mithilfe der Daten aus den Datenbanktabellen durchgeführt werden.

Abb 1. Nutzer führen über das Fiori User Interface Befehle aus, die mithilfe der Daten aus den Datenbanktabellen durchgeführt werden.

Neue CDS-Elemente, z.B. Views, werden auf der Datenbank als DDL (Data Definition Language) gespeichert. Dahinter befindet sich die Native SQL.

Damit Entwickler in der Applikationsebene mit ABAP und den CDS Views arbeiten können, z. B. zur Typisierung von Variablen, wird für jede CDS View auch eine ABAP DDIC View (ABAP Data Dictionary View) angelegt. Innerhalb der bereits bekannten ABAP-Programmierung ändert sich daher kaum etwas.

CDS Views ermöglichen aber auch die Verlagerung vieler neuer Berechnungen von der Applikations- auf die Datenbank-Schicht. Beispiele hierfür sind:

  • CAST von Datentypen
  • CASE-Anweisungen, z. B. für Mapping
  • Parameter und Sitzungsvariablen
  • Assoziationen statt SQL JOINS
  • Zugriffskontrolle
  • Konvertierung von Währungen und Mengen
  • Freies Programmieren von eigenen Funktionen über SQLScript

CDS-Annotationen

CDS-Annotationen sind ein integraler Bestandteil der modernen Datenmodellierung. Sie reichern CDS-Objekte mit weiteren Metadaten an. Programmierer können eigene Annotationen definieren und auslesen. Die Anwendungsbereiche erstrecken sich von der Dokumentation über die Erweiterungen der technischen Möglichkeiten zur Datenmodellierung bis hin zur Anreicherung von Metadaten für Frameworks – auf diese Weise können aus den Core Data Services heraus vollfunktionsfähige Fiori Apps automatisch generiert werden, ohne eine Zeile Code zu schreiben.

Virtuelle Datenmodelle mit CDS Views

SAP S/4HANA verwendet das „virtuelle Datenmodell“, das vollständig aus mehrschichtigen CDS-Views besteht. Diese sind nach einem festen Regelwerk aufgebaut, sodass diese eine wiederverwendbare, klar verständliche Syntax und Architektur liefern und deutlich performantere Datenbankabfragen ermöglichen.

Man unterscheidet zwischen verschiedenen CDS-View-Typen:

Basic-Interface-Views

Dieser Typ greift direkt auf die Datenbank zu und bildet die zentralen Entitäten im SAP Umfeld. Gegenebenfalls werden über Assoziationen mehrere Basic-Interface-Views verknüpft, um Entitäten abzubilden. Basic-Interface-Views sind für die Wiederverwendung gedacht und durch die Annotation „@VDM.ViewType: #BASIC“ gekennzeichnet. Zwischen den einzelnen Views existieren zudem Zusammenhänge.

Composite-Interface-Views

Composite-Interface-Views basieren auf Basic-Interface-Views und bilden neue Entitäten über deren Zusammenhänge ab. Sie werden durch die Annotation „@VDM.ViewType: #COMPOSITE“ gekennzeichnet. Composite-Interface-Views sind ebenfalls für die Wiederverwendung gedacht, allerdings sind sie nicht so durchsichtig wie Basic-Interface-Views.

Consumption-Views

Consumption-Views werden durch die Annotation „@VDM.ViewType: #CONSUMPTION“ gekennzeichnet und in transaktionalen Servicemodellen verwendet. Sie stellen genau die Daten zur Verfügung, die für eine App gebraucht werden. Für die Wiederverwendung sind sie nicht geeignet.

Abb 2. Zu den verschiedenen CDS-View-Typen gehören Basic-Interface-Views, Composite-Interface-Views und Consumption-Views.

Abb 2. Zu den verschiedenen CDS-View-Typen gehören Basic-Interface-Views, Composite-Interface-Views und Consumption-Views.

Abb 2. Zu den verschiedenen CDS-View-Typen gehören Basic-Interface-Views, Composite-Interface-Views und Consumption-Views.

Private-View

Hierbei handelt es sich um eine Hilfsview, die Entwickler bei der Definition der eigentlichen VDM-Views unterstützt.

Extension-Include-View

Die Extension-Include-View ist die unterste Schicht für Erweiterungsfelder an eine SAP-DB-Tabelle.

Vorteile von CDS-Views

CDS Views sind eine Kerntechnologie von SAP S/4HANA und erweitern die Möglichkeiten der Datenmodellierung. Unternehmen, die noch nicht über ein S/4HANA-System oder eine HANA-Datenbank verfügen, profitieren nach ihrer Einführung mit Core Data Services von folgenden Vorteilen:

  • Enorme Performancesteigerung
  • Mehr Möglichkeiten bei der Datenmodellierung
  • Zeitersparnis bei der Entwicklung von Fiori-Apps
  • Leichte Erweiterung des neuen SAP-S/4HANA-Datenmodells

Über ADMPs (ABAP Managed Database Procedures) lässt sich Programmierlogik auf der Datenbank-Schicht ausführen. Dadurch können viele rechenintensive Tätigkeiten an die In-Memory-Datenbank übergeben werden.

Voraussetzungen

Eine HANA-Datenbank ist nicht zwingend erforderlich, wird aber von der SAP für eine möglichst effektive Nutzung klar empfohlen. Unternehmen müssen zudem mindestens über die NetWeaver Version 7.40 (SP05) oder ein SAP-S/4HANA-System verfügen.

Fazit

Bei der Entwicklung mit Core Data Services stellen CDS Views Programmieren und Anwendern Informationen schneller, einfacher und mit deutlich mehr Möglichkeiten zur Verfügung. Hierdurch haben sie einen einfachen Zugriff auf zusammenhängende Informationen und können diese für ihre Entwicklungsprojekte nutzen.

Core Data Services und deren CDS Views stellen klar eine Kerntechnologie von SAP S/4HANA dar.

Über Annotationen werden CDS-Objekte mit weiteren Metadaten angereichert. Ihre Anwendungsbereiche erstrecken sich von der Dokumentation über die Erweiterungen der technischen Möglichkeiten zur Datenmodellierung bis hin zur Anreicherung von Metadaten für Frameworks – Entwickler können Annotationen selbst anfertigen und Fiori-Apps automatisch aus den Core Data Services generieren lassen.

Es wird zwischen verschiedenen Typen von CDS Views unterschieden: Mit den Basic-Interface-Views werden grundlegende Entitäten modelliert – sie sind auch für die Wiederverwendung geeignet. Composite-Interface-Views basieren auf den Basic-Interface-Views und erzeugen neue Datenmodelle – auch sie können wiederverwendet werden. Consumption-Views dagegen sind nicht für die Wiederverwendung geeignet, da sie einer App genau die Daten zur Verfügung stellen, die sie benötigt.

Mit CDS Views profitieren Entwickler von mehr Möglichkeiten bei der Datenmodellierung, einer enormen Performance-Steigerung, einer Zeitersparnis bei der Entwicklung von Fiori-Apps sowie einer leichten Erweiterbarkeit des SAP-S/4HANA-Datenmodells.

Wenn Sie weitere Fragen zu CDS Views haben, stehen wir Ihnen gerne in einem persönlichen Gespräch zur Verfügung.


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