Christoph Lordieck
22. Mai 2026

SAP CAP – das Cloud Application Programming Model

Mit dem SAP Cloud Application Programming Model (CAP) können Sie ganzheitliche Cloud-Anwendungen zentral in einem vollumfänglichen Framework erstellen. Das CAP-Framework gewährt von Haus aus Zugriff auf Bibliotheken, Sprachen und Werkzeuge zum Erstellen von Anwendungen in der SAP Cloud. In diesem Artikel erfahren Sie, welche Funktionen das CAP hat und welche Vorteile sich daraus ergeben.

Das Wichtigste im Überblick

  • SAP CAP ist ein Framework für die Entwicklung von Cloud-Anwendungen und bietet Entwicklern alle benötigten Werkzeuge, um Anwendungen auf Unternehmensebene effizient zu erstellen.
  • Es kombiniert SAP-Technologien mit Open-Source-Produkten und nutzt Core Data Services (CDS) zur Vereinfachung und Harmonisierung der Datenmodellierung.
  • SAP CAP ermöglicht schnelle Entwicklungen und vereinfacht den Aufbau von Cloud-Anwendungen durch vorgefertigte Lösungen, eine einfache Konfiguration und die Unterstützung von Java oder Node.js.
  • Das Framework unterstützt die einfache Modellierung von Entitäten, die Bereitstellung von Services und das Deployment in der Cloud, wodurch die Entwicklungskosten und der Zeitaufwand minimiert werden.

Was ist SAP CAP?

SAP CAP ist ein Framework, das Entwicklern die Erstellung von Cloud-Anwendungen auf Unternehmensebene vereinfacht. Das Framework liefert alle relevanten Bibliotheken, Sprachen und Werkzeuge direkt mit und führt die Entwickler anhand eines goldenen Pfades durch den Entwicklungsfortschritt. Dieser Pfad besteht aus bewährten Best Practices und vorgefertigten Lösungen, die direkt einsatzbereit sind. Damit eignet sich das Framework sehr gut für wiederkehrende Aufgaben.

Insbesondere die Jumpstart-Funktionalitäten sorgen für einen schnellen und unkomplizierten Entwicklungsstart: Gemäß dem Prinzip „Convention over Configuration“ können Entwicklerteams durch eine jederzeit aufrufbare Minimalkonfiguration sofort mit der Arbeit beginnen. Die kompakte Struktur von SAP CAP stellt alle benötigten Software-Development-Kits (SDK) bereit, die Entwickler für Node.js und Java benötigen. Von Beginn an lassen sich Dienste über synchrone und asynchrone Schnittstellen bereitstellen.

SAP CAP vs. SAP RAP

SAP CAP und SAP RAP (RESTful Application Programming Model) verfolgen unterschiedliche Entwicklungsansätze. CAP eignet sich besonders für cloud-native Anwendungen, Side-by-Side-Erweiterungen und Services auf der SAP Business Technology Platform. Entwickler nutzen dafür vor allem Node.js oder Java und modellieren Daten, Services und Geschäftslogik mit Core Data Services. SAP RAP hingegen ist das zentrale Programmiermodell für moderne ABAP-Entwicklung. Es eignet sich besonders, wenn Unternehmen bestehende ABAP-Kompetenz nutzen, Erweiterungen nah am SAP-S/4HANA-Kern entwickeln oder cloudfähige ABAP-Anwendungen erstellen möchten. Kurz gesagt: CAP passt gut zu offenen, cloud-nativen Anwendungen auf Basis von Java oder Node.js. RAP ist die bessere Wahl, wenn ABAP, SAP S/4HANA und kernnahe Erweiterungen im Mittelpunkt stehen.

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Komponenten von SAP CAP

Im Kern basiert das SAP Cloud Application Programming Model auf drei Säulen:

  1. integrierte Entwicklungsumgebung (IDE)
  2. Core Data Services
  3. Service SDKs

Die Wahl der IDE ist grundsätzlich Anwendern überlassen. Diese haben gleich mehrere geeignete IDEs zur Auswahl – dazu gehören u. a. das SAP Business Application Studio oder Microsofts Visual Studio. Um das Zusammenspiel der beiden anderen Komponenten zu verstehen, bietet sich ein detaillierter Blick auf die technischen Hintergründe an.

Core Data Services (CDS)

CDS ist die zentrale Modellierungssprache in SAP CAP. Entwickler beschreiben damit Datenmodelle, Services, Queries und Ausdrücke deklarativ. Das bedeutet: Sie definieren fachliche Strukturen und Services in einer kompakten Syntax, während CAP daraus die passenden technischen Artefakte ableitet. Für Entwickler vereinfacht das die Arbeit deutlich. Sie modellieren Entitäten, Beziehungen und Services an einer zentralen Stelle und können diese Modelle anschließend für Datenbankartefakte, OData-Services oder andere Zielstrukturen nutzen. Dadurch entstehen konsistentere Anwendungen mit weniger manueller Implementierung.

Service SDKs

SAP CAP stellt SDKs für Node.js und Java bereit. Damit können Entwickler Services über synchrone und asynchrone Schnittstellen bereitstellen, Authentifizierung einbinden und Geschäftslogik strukturiert implementieren. Für einen minimalen Start benötigen Entwickler in der Regel Node.js und das CAP Development Kit cds-dk. Bei Java-Projekten kommen zusätzlich Java und Maven hinzu. Die benötigten Bibliotheken lassen sich projektabhängig ergänzen.

KI-gestützte Entwicklung mit SAP CAP

KI-gestützte Entwicklung gewinnt auch im SAP-CAP-Umfeld an Bedeutung. SAP hat bereits 2023 mit capGPT gezeigt, wie Large Language Models die Erstellung von CAP-Artefakten unterstützen können, etwa bei CDS-Modellen oder Beispielcode.
Heute sollten Unternehmen capGPT jedoch nicht als festes Standardfeature von CAP verstehen. Relevanter ist der allgemeine Trend zu KI-gestützten Entwicklungswerkzeugen, etwa im Umfeld von SAP Build, Joule und modernen IDE-Erweiterungen. Für CAP-Projekte bedeutet das: KI kann Entwicklungsteams beim Einstieg, bei Boilerplate-Code oder bei Modellierungsideen unterstützen. Architektur, Sicherheitskonzept, Datenmodell und Integrationslogik müssen Entwickler aber weiterhin bewusst prüfen und sauber umsetzen.

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Technische Hintergründe und praktische Anwendung von SAP CAP

Bevor wir in die Praxis einsteigen, gilt es, ein grundlegendes Verständnis zu schaffen, wie sich SAP CAP von anderen Entwicklungslösungen der SAP unterscheidet. Vor allem der Unterschied zwischen SAP CAP und SAP RAP ist eine genaue Abgrenzung wert.

Wie unterscheiden sich SAP CAP und SAP RAP?

SAP CAP und SAP RAP sind zwei moderne SAP-Programmiermodelle, die unterschiedliche Stärken haben. SAP CAP richtet sich vor allem an cloud-native Anwendungen und Erweiterungen auf der SAP Business Technology Platform. Entwickler arbeiten mit Node.js oder Java, modellieren Daten und Services mit CDS und können Anwendungen lokal entwickeln, testen und anschließend auf SAP BTP bereitstellen, beispielsweise in Cloud Foundry oder Kyma-Szenarien.

SAP RAP ist dagegen das zentrale Modell für moderne ABAP-Entwicklung. Es eignet sich besonders für Erweiterungen in SAP S/4HANA, SAP S/4HANA Cloud und der ABAP Environment auf SAP BTP. RAP basiert ebenfalls auf CDS, nutzt aber den ABAP-Stack und ist daher besonders relevant, wenn bestehende ABAP-Logik, SAP-Kernprozesse oder ABAP-Kompetenz eine große Rolle spielen. Die Entscheidung hängt daher weniger von „besser oder schlechter“ ab, sondern vom Anwendungsfall: CAP bietet sich für offene, cloud-native Services und Side-by-Side-Erweiterungen an. RAP passt besser für ABAP-nahe Erweiterungen und Anwendungen, die eng mit SAP S/4HANA verbunden sind.

Modellierung einer Entität und Bereitstellung eines Services

Da wir nun sämtliche Grundlagen samt der wichtigsten Abgrenzung geklärt haben, wird es Zeit für einen Blick in die Praxis.

Für jedes Projekt ist die Modellierung der Entitäten der wichtigste Schritt vor dem eigentlichen Entwicklungsstart. Jede Entität besteht aus einem eindeutigen Namen mit seinen jeweiligen Attributen. Die Definition ist denkbar einfach und erfolgt nach dem folgenden beispielhaften Schema:

SAP CAP

Abb. 1: Beispielhaftes Schema zur Beschriftung.

Wollen Sie nun einen Service kreieren, der die zuvor angelegten Entitäten nutzt, erfolgt auch dies nach einem simplen Muster. Auch ein Service besteht aus einem eindeutigen Namen und den jeweiligen Entitäten, die für den Service relevant sind. Beispielhaft könnten Sie einen solchen Service wie folgt definieren:

SAP CAP

Abb. 2: Beispielhafte Definition eines Services.

Deployment eines Services in der Cloud

Teil des Frameworks ist u. a. der SAP Cloud Launchpad Service. Dieser ist App-Router, Deployer und Launchpad in einem und muss nur noch mit den relevanten Daten versorgt werden. Vor dem Launch können die Entwickler die entsprechenden Services auswählen, die für die Entwicklung notwendig sind. Danach müssen lediglich die benötigten Bibliotheken geladen werden, die für das Deployment in der Cloud obligatorisch sind. Abschließend kann die Definition des UI mittels Annotationen erfolgen.

Sofern Microsofts Visual Studio Code verwendet wird, muss lediglich die notwendige Extension geladen werden. Die Minimalkonfiguration ermöglicht den direkten Entwicklungsstart. Beispielsweise legen Sie mit folgender Zeile (Code) das Projekt „Flughafendatenbank“ an:

Cds init flughafendatenbank

Visual Studio erstellt nun den Ordner flughafendatenbank und lädt unter anderem den Pfad srv, welcher nachfolgend für die zu definierenden Services verwendet wird. Die Services werden wie zuvor beschrieben generiert und das anschließende Deployment der App erfolgt beispielsweise per Cloud Foundry über ein entsprechendes Launchpad. Vor dem Deployment muss ein entsprechendes Launchpad konfiguriert werden.

SAP CAP

Abb. 3: Konfiguration des Launchpads.

Aufsetzen einer Testumgebung für SAP CAP mit Node.js

Erste Schritte in einer geeigneten Testumgebung sind ebenfalls nach wenigen Augenblicken und Klicks möglich. Nachfolgend wird von einem Szenario ausgegangen, in dem SAP CAP eingerichtet und Node.js installiert ist. Das cds.test-Toolkit ermöglicht die Ausführung eines CAP-Servers in einer Testumgebung. Die Node.js-APIs ermöglichen den Zugriff auf Dienste, welche sich auf dem Testserver ausführen lassen. Die SAP selbst liefert entsprechende Samples, mit denen sich die Funktionsweise von SAP CAP mit Node.js nachvollziehen lässt.

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SAP CAP als starke Lösung für cloud-native Anwendungen

Während SAP RAP für ABAP-nahe Entwicklungen und Erweiterungen rund um SAP S/4HANA besonders geeignet ist, hat sich SAP CAP als starkes Framework für cloud-native Anwendungen und Side-by-Side-Erweiterungen etabliert. Mit dem Cloud Application Programming Model stellt SAP ein Framework bereit, das bewährte SAP-Konzepte mit offenen Technologien verbindet. Entwickler können Datenmodelle und Services mit CDS beschreiben, Geschäftslogik in Node.js oder Java umsetzen und Anwendungen auf SAP BTP bereitstellen. CAP reduziert den Aufwand für wiederkehrende Aufgaben, weil viele Best Practices bereits im Framework angelegt sind. Gleichzeitig bleibt genug Flexibilität, um SAP- und Drittanbieterdienste anzubinden. Besonders wertvoll ist CAP, wenn Unternehmen moderne Cloud-Anwendungen entwickeln möchten, die skalierbar, wartbar und gut integrierbar sein sollen.

Websession: SAP CAP

Haben Sie noch offene Fragen rund um SAP CAP? Kommen Sie einfach auf mich zu und vereinbaren Sie einen Termin.

Dieser Artikel erschien bereits im Juli 2022. Der Artikel wurde am 22.05.2026 erneut geprüft und mit leichten Anpassungen aktualisiert.

FAQ

Was ist SAP CAP?

SAP CAP (Cloud Application Programming Model) ist eine Sammlung von Bibliotheken und Tools, die Sie für die Bereitstellung von datengetriebenen Schnittstellen nutzen können. Der Fokus von SAP CAP liegt auf APIs, Datenhaltung und die Möglichkeit der dynamischen Generierung von Oberflächen.

Was sind die Komponenten von SAP CAP?

Das SAP Cloud Application Programming Model basiert auf den drei Säulen integrierte Entwicklungsumgebung (IDE), Core Data Services (CDS) und Service SDK (Service Development Kit).

Was ist der Unterschied zwischen SAP CAP und SAP RAP?

Sowohl SAP CAP als auch SAP RAP stellen SAP Programmiermodelle dar. Während SAP RAP für Cloud- und On-Premises-Anwendungen genutzt werden kann, ist der Unterschied zu SAP CAP, dass Sie damit nur auf der Cloud basierende Apps erstellen können.

Welche KI-Features hat SAP CAP?

SAP CAP bietet mit capGPT ein KI-Tool, das auf Large Language Models (LLMs) basiert. Es ermöglicht Entwicklern, Anwendungs-Code durch einfache, natürliche Spracheingaben zu generieren, was den Entwicklungsprozess beschleunigt und auch Anfängern den Einstieg erleichtert.

Wer kann mir beim Thema SAP CAP – das Cloud Application Programming Model helfen?

Wenn Sie Unterstützung zum Thema SAP CAP – das Cloud Application Programming Model benötigen, stehen Ihnen die Experten von Erlebe Software, dem auf dieses Thema spezialisierten Team der mindsquare AG, zur Verfügung. Unsere Berater helfen Ihnen, Ihre Fragen zu beantworten, das passende Tool für Ihr Unternehmen zu finden und es optimal einzusetzen. Vereinbaren Sie gern ein unverbindliches Beratungsgespräch, um Ihre spezifischen Anforderungen zu besprechen.

Christoph Lordieck

Christoph Lordieck

Als Bereichsleiter SAP Entwicklung berate ich Unternehmen rund um das Thema SAP Individualentwicklung. Einige Jahre Projekt- und Umsetzungserfahrung haben meinen Wissenshunger noch nicht gestillt und ich suche ständig nach neuen Themen und Entwicklungen im ABAP-Umfeld.

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