S/4HANA-Migration: Die 6 wichtigsten Vorprojekte zur erfolgreichen Umsetzung
Die Migration auf SAP S/4HANA ist für viele Unternehmen angesichts des Wartungsendes von SAP ERP unerlässlich und ein großer Schritt in Richtung Zukunft. Doch bevor das eigentliche S/4HANA-Migrationsprojekt beginnen kann, sollten Sie Ihre IT-Systeme möglichst gut auf die Migration vorbereiten. Im Folgenden stelle ich Ihnen sechs Vorprojekte vor, mit denen Sie Ihre IT-Systeme fit für die S/4HANA-Migration machen.
Das Wichtigste im Überblick
- Eine klare Roadmap und ein gründlicher Readiness Check sind essenziell für den Erfolg einer S/4HANA-Migration, indem sie die Ziele definieren und wichtige Entscheidungen vorbereiten.
- Vorprojekte wie die Umstellung auf die HANA-Datenbank, die Einführung des zentralen Geschäftspartners (CVI) und die Archivierung reduzieren Komplexität und verbessern die Datenkonsistenz.
- Das neue Hauptbuch und die Implementierung von Adobe Forms optimieren die Finanzbuchhaltung und Formularverwaltung, wodurch Kosten gesenkt und die Systemleistung verbessert werden.
- Je früher Sie relevante Vorprojekte priorisieren, desto kontrollierter und effizienter verläuft die eigentliche S/4HANA-Migration.
1. Roadmap & Readiness Check: Den Grundstein für die S/4HANA-Migration legen
Am Anfang jeder erfolgreichen S/4HANA-Migration steht eine klare Roadmap. Sie legt fest, welche Ziele Sie erreichen wollen, welche Systeme betroffen sind und welches Betriebsmodell zu Ihrem Unternehmen passt. Genau hier treffen Sie die Grundsatzentscheidungen: Gehen Sie in die Public Cloud, in die Private Cloud, in ein Managed Hosting oder betreiben Sie Ihr System weiterhin im eigenen Rechenzentrum? Zusätzlich sollten Sie prüfen, ob das Produktpaket “RISE with SAP” eine Option für Ihr Unternehmen darstellt.
Zur Roadmap gehört immer auch ein fundierter Readiness Check. Er zeigt Ihnen auf hoher Ebene, welche fachlichen und technischen Themen Sie vor der Migration klären müssen. Hier wird geklärt, welche Funktionen und Schnittstellen weiterhin benötigt werden, ob ein individueller Z-Code funktioniert und welche Anpassungen für die Migration erforderlich sind.
Beide Schritte erfordern jeweils etwa 2 bis 10 Tage Aufwand und bilden die Grundlage für Budget und Projektplan. Wichtig ist, dass die Roadmap kontinuierlich weiterentwickelt und von einem Kernteam unter Einbeziehung des Managements geprüft wird.
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2. HANA-Datenbank: Die technische Basis schaffen
SAP S/4HANA läuft auf SAP HANA. Daran führt im Zielbild kein Weg vorbei. Als Vorprojekt ist die Umstellung auf SAP HANA allerdings nicht in jedem Fall zwingend. Sie kann vor allem dann sinnvoll sein, wenn Sie eine klassische System Conversion planen und technische Komplexität aus dem Hauptprojekt herausziehen möchten.
Wer SAP HANA vorab einführt, trennt die Datenbankmigration von der eigentlichen S/4HANA-Transformation. Das verschafft dem Projektteam mehr Übersicht und reduziert die Zahl paralleler Baustellen im Hauptprojekt. Gleichzeitig gewinnt Ihre IT früher Erfahrung mit der neuen Datenbankplattform. Die Implementierung der HANA-DB ist ein SAP-Basis-Projekt und erfordert etwa 10 bis 20 Tage Aufwand.
3. CVI – Zentrale Geschäftspartner: Konsolidierung der Stammdaten
Ein weiteres essenzielles Vorprojekt ist die Umstellung auf den zentralen Geschäftspartner (Customer Vendor Integration, kurz CVI). In S/4HANA werden Kunden- und Lieferantendaten nicht mehr separat verwaltet, sondern in einem einzigen Geschäftspartnerstammsatz zusammengeführt. Damit dies gelingt, müssen die Stammdaten im Vorfeld auf Konsistenz geprüft und eventuelle Inkonsistenzen bereinigt werden. Dieses Vorprojekt ist ein “Muss” und sollte idealerweise noch vor der ersten Testmigration abgeschlossen sein. Der Aufwand variiert zwischen 20 und 50 Tagen, wobei sowohl das Kernteam als auch Stammdatenexperten beteiligt sind.

4. Hauptbuch: Die alte Lösung übernehmen oder modernisieren?
Unternehmen stehen bei der S/4HANA-Einführung vor der Wahl: Soll das alte Hauptbuch unverändert übernommen werden oder ist ein neues, innovatives Hauptbuch mit erweiterten Funktionen notwendig? Das neue Hauptbuch kann bereits im bestehenden SAP ERP-System implementiert werden und bietet erweiterte Funktionen, die auf die Anforderungen des Handelsgesetzbuches abgestimmt sind.
Entscheidet man sich für Neuerungen ohne Vorprojekt, kann dies zu erheblichen Aufwänden im Hauptprojekt führen. Daher ist es ratsam, bereits frühzeitig eine Entscheidung zu treffen und entsprechend in der Roadmap zu planen. Der Aufwand für dieses Vorprojekt ist sehr individuell und hängt stark vom Rechnungswesen und den geplanten Änderungen ab.
5. Archivierung: Datenmengen reduzieren und Migration optimieren
Die Archivierung reduziert die Datenmenge im SAP-System, was die Kosten und den Aufwand der S/4HANA-Migration erheblich senkt. Durch die Archivierung von Belegen und anderen Daten können Unternehmen ihre Systeme schlank halten und die Performance verbessern. Sie prüfen, welche Informationen Sie noch operativ benötigen, welche Daten Sie aus Compliance-Gründen aufbewahren müssen und welche Bestände Ihr Projekt nur unnötig belasten. Dieses Vorprojekt kann schon vor der Umstellung auf die HANA-DB beginnen und zieht sich oft über 6 bis 12 Monate. Alle relevanten Fachbereiche müssen in die Planung einbezogen werden, um sicherzustellen, dass keine wichtigen Daten verloren gehen.
6. Adobe Forms: Die effiziente Formularverwaltung zur Kostensenkung
Viele Unternehmen unterschätzen, wie stark Formulare und Kommunikationsprozesse eine S/4HANA-Migration beeinflussen. Genau hier lohnt sich ein Vorprojekt. Wer sein Output Management früh überprüft, verhindert böse Überraschungen bei Rechnungen, Bestellungen, Lieferscheinen oder individuellen Kundenformularen.
Adobe-basierte Formulare sind dabei oft ein sinnvoller Modernisierungsschritt. Sie bieten eine zukunftsfähige Grundlage für viele Szenarien und lassen sich in zahlreichen Umgebungen gut einsetzen. Trotzdem sollten Sie nicht pauschal davon ausgehen, dass sich bestehende Formulare eins zu eins und ohne jeden Anpassungsbedarf übernehmen lassen.
Prüfen Sie stattdessen gezielt, welche Formtechnologien heute im Einsatz sind, welche Anwendungen sie nutzen und wie Ihr künftiges Output Management in der Zielumgebung aussehen soll. Beteiligt sind die IT-Abteilung und die Fachbereiche, die mit Formularen arbeiten.
Mit den richtigen Vorprojekten zur erfolgreichen S/4HANA-Migration
Die Roadmap und der Readiness Check legen den Grundstein für das Projekt und bieten eine klare Orientierung für die nächsten Schritte. Die HANA-Datenbank und die zentralen Geschäftspartner schaffen die technische Basis und verbessern die Datenkonsistenz. Das neue Hauptbuch, die Archivierung und Adobe Forms helfen, Kosten zu senken und das System zu optimieren.
Eine gut durchdachte Planung, Entscheidungsfindung und Durchführung der genannten Vorprojekte erleichtern den Übergang zu S/4HANA. Für Unternehmen ist es wichtig, differenzieren zu können, welche der Vorprojekte für sie essenziell sind. Die Entscheidung sollten Sie deutlich vor dem Hauptprojekt treffen und in der Roadmap verankern.
Websession: SAP S/4HANA-Migration

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Dieser Artikel erschien bereits im November 2024. Der Artikel wurde am 02.04.2026 erneut geprüft und mit leichten Anpassungen aktualisiert.
FAQ
Warum sind Vorprojekte wichtig für eine S/4HANA-Migration?
Vorprojekte helfen, den Umfang und die Komplexität des Hauptprojekts zu reduzieren. Sie bereiten technische Grundlagen vor, verbessern die Datenkonsistenz und schaffen eine klare Orientierung durch eine Roadmap. Dadurch wird die eigentliche Migration effizienter und weniger fehleranfällig.
Was ist der Zweck eines Readiness Checks?
Ein Readiness Check analysiert das bestehende SAP ERP-System, um Funktionen, Schnittstellen und Anpassungen zu identifizieren, die für die Migration relevant sind. Dies hilft, die Anforderungen für S/4HANA zu definieren und das Projekt realistisch zu planen.
Welche Vorteile bietet die Umstellung auf die HANA-Datenbank vor der Migration?
Die Umstellung auf die HANA-Datenbank reduziert die Komplexität des Hauptprojekts und gibt Unternehmen die Möglichkeit, Daten vorab zu migrieren. Dadurch wird die eigentliche Migration entlastet und die Performance verbessert.
Warum ist die Einführung des zentralen Geschäftspartners (CVI) essenziell?
In S/4HANA werden Kunden- und Lieferantendaten in einem einzigen Geschäftspartnerstammsatz zusammengeführt. Die Umstellung auf den zentralen Geschäftspartner stellt sicher, dass Stammdaten konsistent sind, und sollte vor der ersten Testmigration abgeschlossen sein.
Welche Rolle spielt die Archivierung bei der S/4HANA-Migration?
Die Archivierung reduziert die Datenmenge im System, was die Kosten und den Aufwand für die Migration senkt. Gleichzeitig bleibt die Systemperformance erhalten. Dieses Vorprojekt kann frühzeitig gestartet und parallel zur HANA-Datenbankmigration durchgeführt werden.






