Kreditor und Debitor im SAP-System – wer ist nochmal wer?
Immer wieder gibt es Verwirrungen, wenn es um Kreditoren und Debitoren geht. Gerade Einsteiger verwechseln die Begriffe häufig. Damit das nicht mehr passiert, soll dieser Blogbeitrag den Unterschied deutlich machen. Außerdem geht es um die jeweiligen Besonderheiten im SAP-Umfeld und welche Daten für den Kreditor und Debitor im SAP-System relevant sind.
Das Wichtigste im Überblick
- Kreditor vs. Debitor: Ein Kreditor ist ein Lieferant, der Ware liefert und das Risiko des Zahlungsverzugs trägt, während ein Debitor ein Kunde ist, der die Ware empfängt und dafür schuldet.
- SAP-Stammdaten: Kreditoren werden im Lieferantenstamm gepflegt, Debitoren im Kundenstamm. Beide enthalten wichtige Daten wie Konditionen und Einkaufsinfosätze.
- S/4HANA und MDG: In S/4HANA wird das Stammdatenmanagement von Kreditoren und Debitoren durch SAP Master Data Governance (MDG) verbessert, um Datenqualität und Konsistenz zu sichern.
- Prozessoptimierung: MDG sorgt durch Workflow-gesteuerte Genehmigungen, Duplikatsprüfung und Validierung für eine effiziente und fehlerfreie Verwaltung der Stammdaten.
Unterschied zwischen Kreditor und Debitor
Ein Kreditor ist ein Lieferant, also Kreditgeber. Lieferanten sind Kreditgeber, weil sie die Ware liefern und das Risiko eingehen, dass der Empfänger die Ware nicht fristgerecht, nicht vollständig oder gar nicht bezahlt.
Ein Debitor ist ein Kunde, also Kreditnehmer. Sie empfangen eine Ware von einem Lieferanten und schulden diesem somit etwas – meistens Geld.
Diese Begriffe werden häufig verwechselt. Damit Sie sich die Bedeutung besser merken können und nicht mehr ratlos dastehen, gibt es zwei Eselsbrücken:
Der Kreditor kriegt Geld
Die Drei-K-Regel:
Kreditoren sind keine Kunden
Kreditoren im SAP-System
SAP unterscheidet zwei Arten von Lieferanten:
- Interne Lieferanten sind z.B. Verteilzentren.
- Externe Lieferanten sind Unternehmen, die Waren oder Dienstleistungen anbieten, die von dem Einkauf bezogen werden können.
Kreditoren werden im sogenannten Lieferantenstamm gepflegt. Dieser enthält alle wesentlichen Informationen zum Lieferanten. Zusätzlich gibt es noch weitere Stammdaten im Einkauf, die nahe mit den Kreditoren verbunden sind.

Dazu gehört unter anderem der Materialstamm. Hier werden alle wesentlichen Informationen zu Materialien gepflegt, die eigengefertigt oder eingekauft werden. Darüber hinaus gibt es verschiedene Einkaufsstammdaten, unter anderem die folgenden:
- Einkaufsinfosatz: Ein Infosatz ist die Verknüpfung von Material und Lieferant. Er enthält z.B. Informationen über gültige Bestellmengeneinheiten von einem Material bei einem bestimmten Lieferanten.
- Konditionen: Konditionen bestimmen den Preis des Materials bei einem Lieferanten. Nutzer können hier zum Beispiel Rabatte für bestimmte Bestellmengen pflegen.
Debitoren im SAP-System
Genau wie bei Kreditoren gibt es im SAP-System interne und externe Kunden.
Debitoren werden im Kundenstamm gepflegt. Analog zum Lieferantenstamm legen Nutzer hier alle wichtigen Kundeninformationen an. Zusätzlich sind auch bei Debitoren die Konditionen sehr wichtig. Sie werden in Konditionssätzen abgelegt und zur Preisfindung genutzt, z.B. kann ein Skonto gepflegt werden.
Management von Kreditoren und Debitoren in SAP S/4HANA
In S/4HANA-Systemen ist das Stammdatenmanagement von Kreditoren und Debitoren entscheidend für eine effiziente Prozessintegration. SAP Master Data Governance (MDG) erweitert diese Funktionalität, indem es eine zentrale Plattform für die Verwaltung und Qualitätssicherung von Stammdaten bietet. MDG gewährleistet, dass Kreditoren- und Debitoren-Daten konsistent und fehlerfrei bleiben, indem es Validierung, Duplikatsprüfung und Workflow-gesteuerte Genehmigungen ermöglicht.
In S/4HANA sorgt das Universal Journal für eine nahtlose Integration von Daten aus verschiedenen Modulen, während MDG zusätzlich die Qualität der Stammdaten sicherstellt. Durch die zentrale Datenpflege können Unternehmen ihre Prozesse optimieren und Fehler minimieren. SAP MDG bietet damit eine erweiterte Lösung, die über die einfache Verwaltung von Kreditoren und Debitoren hinausgeht und eine strategische Steuerung der Datenqualität ermöglicht.
Fazit
Die Unterscheidung zwischen Kreditoren und Debitoren ist grundlegend für die effiziente Verwaltung von Finanzdaten in SAP-Systemen. Während Kreditoren die Lieferanten und Debitoren die Kunden eines Unternehmens darstellen, spielen beide Stammdaten eine zentrale Rolle für die Prozessoptimierung.
In S/4HANA findet eine Verbesserung des Stammdatenmanagements durch SAP Master Data Governance (MDG) statt, indem es eine konsistente und fehlerfreie Datenpflege gewährleistet. Durch die Integration von MDG können Unternehmen ihre Stammdaten strategisch steuern, Fehler minimieren und ihre Geschäftsprozesse effizienter gestalten. So wird nicht nur die Verwaltung von Kreditoren und Debitoren vereinfacht, sondern auch die gesamte Datenqualität auf ein neues Level gehoben.
Websession: Kreditoren und Debitoren im SAP-System

Haben Sie noch Fragen zu diesem Thema? Vereinbaren Sie gerne eine unverbindliche Websession mit unseren Experten.
Dieser Artikel erschien bereits im März 2015. Der Artikel wurde am 16.08.2026 erneut geprüft und mit leichten Anpassungen aktualisiert.
FAQ
Was ist der Unterschied zwischen Kreditoren und Debitoren?
Ein Kreditor ist ein Lieferant, der Ware liefert und das Risiko trägt, dass der Kunde nicht zahlt. Ein Debitor ist ein Kunde, der für die erhaltene Ware bezahlen muss.
Wie werden Kreditoren und Debitoren im SAP-System verwaltet?
Kreditoren werden im Lieferantenstamm und Debitoren im Kundenstamm gepflegt. Beide Stammdaten beinhalten wichtige Informationen wie Konditionen und Einkaufsinfosätze.
Was ist SAP Master Data Governance (MDG)?
SAP MDG ist eine Lösung, die Unternehmen hilft, Stammdaten, wie Kreditoren und Debitoren, zentral zu verwalten, zu validieren und deren Qualität sicherzustellen.
Wie verbessert MDG das Stammdatenmanagement in S/4HANA?
MDG ermöglicht eine nahtlose Integration von Stammdaten, sorgt für fehlerfreie Daten durch Duplikatsprüfung und Workflow-gesteuerte Genehmigungen und optimiert Unternehmensprozesse.









Ein Kommentar zu "Kreditor und Debitor im SAP-System – wer ist nochmal wer?"
Hallo Herr Sommer – netter Artikel :.)
Sie sollten vielleicht noch die “neudeutschen” Begriffe AP und AR ergänzen. Bei vielen Unternehmen werden oft auch diese englischen Symbole verwendet:
accounts payable für Kreditoren:
-> pay money
accounts receivables für Debitoren
-> receive money
Diese habe Ich schon oft verwechselt..
Viele Grüße
asaph