SAP R/3

SAP R/3

SAP R/3 ist der frühere Name der Warenwirtschaftssoftware des deutschen Konzerns SAP AG (heute SAP SE). Es handelt sich um ein unternehmensweites Informationssystem, das alle Ressourcen, Informationen und Aktivitäten koordiniert, die für die Abwicklung von Geschäftsprozessen wie Auftragsabwicklung, Abrechnung, Personalwesen und Produktionsplanung erforderlich sind.

Der aktuelle Nachfolger von SAP R/3 ist S/4HANA

Geschichte von SAP R/3

Mit dem Aufkommen des verteilten Client-Server-Computings brachte die SAP SE eine Client-Server-Version der Software namens SAP R/3 heraus (das „R“ stand für „Real-time data processing“ und das „3“ für „3-tier“: 1) Datenbank, 2) Applikationsserver und 3) Client (SAPgui)). Diese neue Architektur ist mit verschiedenen Plattformen und Betriebssystemen wie Microsoft Windows oder UNIX kompatibel. Damit erschloss sich SAP einen ganz neuen Kundenkreis.
SAP R/3 wurde am 6. Juli 1992 offiziell eingeführt. In den 90er Jahren wurden verschiedene Versionen der Software veröffentlicht.
Eine neuere Version der Software mit überarbeiteter technischer Architektur wurde 2004 veröffentlicht und in SAP ERP Central Component (ECC) umbenannt. SAP hat den großen Markt für Geschäftsanwendungen dominiert. Die neueste Version des Produkts ist SAP ECC 6.0 Enhancement Pack 8.

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SAP ECC ist die Kernkomponente innerhalb der SAP Business Suite (eine Sammlung von Anwendungen wie CRM, SCM und anderen, neben der ECC-Komponente). SAP ECC enthält verschiedene, aber integrierte Funktionen innerhalb seiner „Module“, z.B. Finanzmodul, HR-Modul, Lagerverwaltung usw., die alle innerhalb des ECC liegen). Die kombinierte Komplexität der Business Suite und die neueren Wettbewerber in der Cloud haben in den letzten Jahren dazu geführt, dass SAP stark in Vereinfachungen und massiv verbesserte Systemreaktionszeiten investiert hat, was in der Ankündigung der S/4 Simple Suite im Februar 2015 gipfelte. S/4 hat eine Single-Mandant-Architektur und baut auf dem In-Memory-Datenbanktechnologie-Stack (HANA) von SAP auf und wird in einer Auswahl von In-Cloud- und On-Premise-Bereitstellungen erhältlich sein. Die klassische dreistufige und datenbankgestützte Architektur des R/3 wird durch eine zweistufige Architektur ersetzt.

SAP R/3 Technologie

In SAP basierte die Architektur des R/3 auf einer dreistufigen Client-/ Server-Struktur:

  • Präsentationsschicht (GUI)
  • Anwendungsschicht
  • Datenbankschicht

Präsentationsschicht

SAP ermöglicht die IT-gestützte Bearbeitung einer Vielzahl von Aufgaben, die in einem typischen Unternehmen anfallen. Die neuere SAP ERP-Software unterscheidet sich von R/3 vor allem dadurch, dass sie auf SAP NetWeaver basiert: Kernkomponenten können in ABAP und in Java implementiert werden und neue Funktionsbereiche entstehen meist nicht mehr als Teil des bisherigen ERP-Systems, mit eng verbundenen Komponenten, sondern als eigenständige Komponenten oder sogar Systeme.

Anwendungsserver

Dieser Server enthält die SAP-Anwendungen. Bei Systemen mit zwei Schichten ist dieser Server Teil des Datenbankservers. Der Anwendungsserver kann für Online-Benutzer, für die Hintergrundverarbeitung oder für beide eingerichtet werden.
Ein Anwendungsserver ist eine Sammlung von ausführbaren Dateien, die gemeinsam die ABAP/4-Programme (Advanced Business Application Programming / 4th Generation) interpretieren und die Ein- und Ausgabe für sie verwalten. Wenn ein Anwendungsserver gestartet wird, starten diese ausführbaren Dateien alle gleichzeitig. Wenn ein Anwendungsserver gestoppt wird, werden alle gemeinsam heruntergefahren. Die Anzahl der Prozesse, die beim Aufrufen des Anwendungsservers gestartet werden, wird in einer einzigen Konfigurationsdatei namens Applikationsserverprofil definiert. Jeder Anwendungsserver hat ein Profil, das seine Eigenschaften beim Start und während des Betriebs festlegt. Beispielsweise spezifiziert ein Anwendungsserver-Profil:

  • Die Anzahl der Prozesse und deren Typen
  • Den Speicherplatz, den jeder Prozess nutzen kann
  • Die Zeitspanne, in der ein Benutzer inaktiv ist, bevor er automatisch abgemeldet wird

Die Anwendungsschicht besteht aus einem oder mehreren Anwendungsservern und einem Message-Server. Jeder Anwendungsserver enthält eine Reihe von Diensten, die für den Betrieb des R/3-Systems verwendet werden. Dies ist nicht sinnvoll, da für den Betrieb eines R/3-Systems nur ein Anwendungsserver benötigt wird. In der Praxis sind die Dienste jedoch auf mehr als einen Applikationsserver verteilt. Das bedeutet, dass nicht alle Anwendungsserver das gesamte Leistungsspektrum anbieten können. Der Message-Server ist für die Kommunikation zwischen den Applikationsservern verantwortlich. Er leitet Anforderungen von einem Applikationsserver an einen anderen innerhalb des Systems weiter. Sie enthält auch Informationen über die Gruppen von Applikationsservern und den aktuellen Lastausgleich in ihnen. Anhand dieser Informationen wählt es einen geeigneten Server aus, wenn sich ein Benutzer am System anmeldet.
Der Applikationsserver existiert zur Interpretation von ABAP/4-Programmen und läuft nur dort. Wenn ein ABAP/4-Programm Informationen von der Datenbank anfordert, sendet der Anwendungsserver die Anforderung an den Datenbankserver.

SAP  R/3 Software Organisation

SAP R/3 wurde in verschiedene Funktionsbausteine gegliedert, die die typischen Funktionen in einer Unternehmensorganisation abdecken. Die am häufigsten verwendeten Module waren Finanzwesen und Controlling (FICO), Personalwesen (HR), Materialwirtschaft (MM), Vertrieb (SD) und Produktionsplanung (PP).
Jedes Modul erledigte spezifische Geschäftsaufgaben für sich allein, wurde aber gegebenenfalls mit den anderen Modulen verknüpft. Beispielsweise würde eine Rechnung aus dem Abrechnungsvorgang des Vertriebs an das Rechnungswesen weitergeleitet, wo sie in der Debitorenbuchhaltung und den Selbstkosten ausgewiesen wird.
SAP konzentrierte sich typischerweise auf Best Practice-Methoden zur Steuerung seiner Softwareprozesse, expandierte aber in jüngster Zeit in vertikale Märkte. In diesen Situationen produzierte SAP spezialisierte Module (IS oder Industry Specific genannt), die auf ein bestimmtes Marktsegment wie Versorgungsunternehmen oder Einzelhandel ausgerichtet sind.


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