Philipp Schurr
15. August 2025

Wartungsende SAP PI/PO: Alternativen für die Zukunft

Die reibungslose Integration verschiedener IT-Systeme ist eine strategische Schlüsselaufgabe für Unternehmen. Jahrelang waren SAP PI (Process Integration) und SAP PO (Process Orchestration) leistungsfähige Werkzeuge, um Datenflüsse zu steuern und Systeme zu verbinden. Doch SAP hat offiziell das Wartungsende dieser Technologien angekündigt. Unternehmen sind aufgefordert, sich nach Alternativen umzusehen. Wir geben einen Überblick über zukunftssichere Optionen.

Das Wichtigste im Überblick

  • Ende Support: SAP PI/PO wird ab 31.12.2027 nicht mehr gewartet; Sicherheitsrisiken und Systemausfälle drohen.
  • Offizielle Nachfolge: SAP Integration Suite mit Cloud Integration – cloudbasiert, flexibel, zukunftssicher.
  • Alternativen: Non-SAP-Plattformen wie MuleSoft oder Boomi für heterogene IT-Landschaften.
  • Handlungsbedarf: Frühzeitige Planung der Migration sichert stabile, effiziente und kosteneffiziente Integrationen.

Was ist SAP PI/PO?

SAP PI/PO ist nicht einfach ein einzelnes Produkt, sondern eine Kombination aus zwei leistungsfähigen Middleware-Plattformen: SAP Process Integration (PI) und SAP Process Orchestration (PO). In der Praxis kommen sie häufig gemeinsam zum Einsatz. Während SAP PO als umfassender Werkzeugkasten zur Integration und Automatisierung dient, ist SAP PI das zentrale Integrationsmodul innerhalb dieses Baukastens.

SAP PI

SAP PI, früher unter dem Namen SAP XI (Exchange Infrastructure) bekannt, ist eine Middleware-Lösung, die für die nahtlose Verbindung unterschiedlichster Anwendungen und Systeme entwickelt wurde.

Die Hauptfunktionen im Überblick:

  • Anwendungsintegration: SAP PI ermöglicht den zuverlässigen Datenaustausch und die Kommunikation zwischen SAP-Systemen und Drittanwendungen (Non-SAP).
  • Message-Routing: Nachrichten werden auf Basis definierter Regeln automatisch an die passenden Empfänger weitergeleitet.
  • Datentransformation: Unterschiedliche Datenformate werden konvertiert, um eine reibungslose Verständigung zwischen den Systemen sicherzustellen.
  • Monitoring und Verwaltung: Leistungsfähige Überwachungsfunktionen helfen dabei, Integrationsprozesse transparent zu steuern und bei Bedarf frühzeitig einzugreifen.

SAP PO

SAP PO geht über die reine Systemintegration hinaus und vereint mehrere leistungsstarke Werkzeuge zur Automatisierung und Steuerung von Geschäftsprozessen. Sie umfasst:

  • SAP PI: Alle Funktionen von SAP PI sind integraler Bestandteil von SAP PO – inklusive Routing, Transformation und Monitoring.
  • SAP BPM (Business Process Management): Das Tool ermöglicht es, Geschäftsprozesse grafisch zu modellieren, zu automatisieren und kontinuierlich zu optimieren.
  • SAP BRM (Business Rules Management): Unternehmen können mithilfe des Werkzeugs komplexe Geschäftsregeln zentral definieren und dynamisch in Abläufe
  • B2B-Integration: Spezielle Funktionen ermöglichen die Einbindung externer Geschäftspartner und die Verarbeitung standardisierter EDI-Nachrichten (Electronic Data Interchange).
End-of-life der SAP-Lösung PI/PO – das Wartungsende ist auf 2027 datiert. Unser Experte Philipp Schurr stellt Ihnen in unserem WebinarSAP PI- und PO-Nachfolger wie die SAP Integration Suite sowie Optionen außerhalb des SAP-Kosmos vor. Er erklärt Ihnen anhand konkreter Kundenbeispiele, worauf Sie in der Migration Ihrer SAP PI/PO-Infrastruktur achtenmüssen. Außerdem erfahren Sie, welche Fallstricke vermeidbar sind, damit Ihr Weg zur Nachfolgelösung von Erfolg gekrönt ist. 

Wartungsende in Sicht – und dann?

SAP hat das Wartungsende für SAP PI und SAP PO offiziell zum 31. Dezember 2027 angekündigt. Ab diesem Zeitpunkt wird es keine regulären Sicherheitsupdates, Fehlerbehebungen oder technischen Support mehr geben. Für Unternehmen bedeutet das ein zunehmendes Risiko: wachsende Sicherheitslücken, potenzielle Systemausfälle und fehlende Kompatibilität mit neuen SAP- oder Drittanwendungen.

Die Zeit drängt. Da die Einführung einer neuen Integrationslösung in der Regel zwei bis drei Jahre in Anspruch nimmt, von der Auswahl über die Konzeption bis zur vollständigen Implementierung, sollten Unternehmen spätestens jetzt mit der Planung einer Nachfolgelösung beginnen. Wer vorbereitet ist, sichert den reibungslosen Übergang und vermeidet teure Engpässe.

Für Organisationen, die mehr Vorlauf benötigen, bietet SAP eine optionale kostenpflichtige „Extended Maintenance“ bis Ende 2030 an. Diese Verlängerung kann Zeit verschaffen, ist jedoch mit zusätzlichen Kosten verbunden. Wer sich dagegen entscheidet, steht vor der Wahl: bei SAP bleiben und zum Beispiel auf die SAP Integration Suite als zukunftssicheren Cloud-Nachfolger umsteigen oder eine Alternative außerhalb der SAP-Welt evaluieren.

SAP Cloud Integration

Die SAP Cloud Integration ist ein zentrales Element der SAP Integration Suite und wird von SAP als strategischer Nachfolger für SAP PI/PO positioniert. Als cloudbasierte Middleware-Plattform ermöglicht sie die nahtlose Integration von SAP- und Non-SAP-Anwendungen, sowohl in der Cloud als auch in hybriden Systemlandschaften. Im Vergleich zu den klassischen On-Premise-Lösungen bietet SAP Cloud Integration deutlich mehr Flexibilität, Skalierbarkeit und Zukunftsfähigkeit. Sie ist optimal auf die Anforderungen moderner IT-Architekturen ausgerichtet und unterstützt:

  • API-Management: Verwaltung, Absicherung und Nutzung von APIs zur Öffnung und Erweiterung von Systemlandschaften
  • IoT-Integration: Anbindung und Verarbeitung von Daten aus vernetzten Geräten und Maschinen
  • Vorkonfigurierte Integrationspakete: Zahlreiche vorgefertigte Konnektoren und Integrationsszenarien für SAP- und Drittanwendungen
  • Cloud-native Infrastruktur: Geringerer Wartungsaufwand, automatische Updates und bessere Skalierungsmöglichkeiten

Durch die Nutzung der SAP Integration Suite profitieren Unternehmen von einem zukunftssicheren, zentralen Integrationshub, der Innovationen schneller unterstützt und gleichzeitig den Betriebsaufwand und die Gesamtkosten reduziert.

Checkliste: Ist SAP Cloud Integration die richtige Middleware für uns?

Checkliste: Ist SAP Cloud Integration die richtige Middleware für uns?

In dieser Tabelle zeigen wir Ihnen die Funktionen der SAP Cloud Integration auf, damit Sie erfahren können, ob die Lösung die passende Middleware für Sie ist.

SAP Integration Suite

Die SAP Integration Suite ist die zentrale Integrationsplattform der neuen SAP-Business-Technology-Welt und kann als direkter, cloudbasierter Nachfolger von SAP Process Orchestration (SAP PO) betrachtet werden. Sie vereint alle relevanten Werkzeuge in einer modularen Suite, inklusive SAP Cloud Integration, API Management, Event Mesh, Open Connectors und weiteren Services. Damit stellt sie eine zukunftssichere, flexible und skalierbare Alternative zur bisherigen On-Premise-Lösung dar.

Ein entscheidender Vorteil: Die Suite enthält ein integriertes Bewertungstool für die PI/PO-Migration, das Unternehmen bei der Analyse bestehender Schnittstellen und der Entwicklung einer geeigneten Migrationsstrategie unterstützt. Im Kern bedeutet der Umstieg auf die SAP Integration Suite ein technologisches Upgrade, weg von statischen, wartungsintensiven Systemen hin zu einer generischen, wiederverwendbaren Integrationsschicht, die Innovation beschleunigt und Kosten reduziert. Zu den wesentlichen Vorteilen gehören:

  • Kosteneffizienz: Reduktion der Integrationskosten in Entwicklung und Betrieb um bis zu 30 %, u.  durch Standardisierung und Wiederverwendbarkeit
  • Betriebsentlastung: SAP übernimmt Hosting, Wartung und Skalierung in der Cloud (Platform-as-a-Service).
  • Konsolidierung: Mehrere Middleware-Lösungen werden durch eine zentrale Plattform ersetzt – das senkt Lizenz-, Infrastruktur- und Betriebskosten deutlich.
  • Zukunftssicherheit: Laufende Weiterentwicklung, Integration von KI-gestützten Funktionen und nahtlose Anbindung an SAP S/4HANA und andere moderne Anwendungen

Die SAP Integration Suite ist nicht nur ein Ersatz für SAP PO, sondern ein strategischer Schritt in Richtung einer modernen, agilen IT-Landschaft, die Innovation, Skalierbarkeit und Effizienz vereint.

Non-SAP-Lösungen

Neben den Integrationslösungen von SAP existieren zahlreiche etablierte Middleware-Anbieter, die ebenfalls leistungsfähige Plattformen zur Systemintegration und Prozessautomatisierung bereitstellen. Besonders dann, wenn ein Unternehmen nicht primär auf SAP-Technologien ausgerichtet ist, kann sich der Blick über den Tellerrand lohnen.

Zu den führenden Alternativen zählen beispielsweise:

  • MuleSoft (eine Salesforce-Tochter): Die hochflexible, API-zentrierte Integrationsplattform eignet sich ideal für komplexe, hybride IT-Landschaften.
  • Boomi (eine Dell Technologies Company): Die cloudbasierte Low-Code-Middleware-Plattformermöglicht die schnelle Integration mit vorkonfigurierten Konnektoren, ideal für mittelständische und global agierende Unternehmen.

Diese Lösungen bieten viele Vorteile, insbesondere wenn die Systemlandschaft heterogen, modular oder nicht primär SAP-zentriert ist. Sie überzeugen durch:

  • Hohe Konnektivität zu Drittsystemen
  • Schnelle Implementierung durch Low-Code-Ansätze
  • Starke API-Management- und Event-Streaming-Funktionen

Die Wahl einer Non-SAP-Middleware kann strategisch sinnvoll sein, wenn Flexibilität, Herstellerunabhängigkeit oder Multi-Cloud-Fähigkeit im Vordergrund stehen. Wichtig ist, die Integrationsstrategie sorgfältig an die individuellen Anforderungen und vorhandenen Systeme im Unternehmen anzupassen.

Fazit: Strategischer Wendepunkt – jetzt handeln!

Das Wartungsende von SAP PI/PO zum Jahresende 2027 ist mehr als nur ein technisches Ablaufdatum – es ist ein strategischer Wendepunkt für Unternehmen. Wer weiterhin auf stabile, sichere und zukunftsfähige Integrationen setzen will, sollte jetzt handeln. Mit der SAP Integration Suite steht eine moderne, cloudbasierte Nachfolgelösung bereit, die nicht nur bestehende Funktionen ersetzt, sondern auch neue Möglichkeiten für Effizienz, Skalierbarkeit und Innovation bietet. Gleichzeitig lohnt sich für viele Unternehmen auch ein Blick über den SAP-Tellerrand: Anbieter wie MuleSoft oder Boomi bieten leistungsstarke Alternativen, besonders für heterogene IT-Landschaften. Egal, welchen Weg Sie wählen – entscheidend ist, dass die Migrationsplanung frühzeitig beginnt, um Risiken, Kosten und Engpässe zu vermeiden. Wer jetzt klug investiert, schafft die Basis für eine integrierte und zukunftssichere IT-Strategie.

Haben Sie Fragen rund ums Thema SAP PI/PO oder wünschen Sie Unterstützung bei der Auswahl der für Sie richtigen Folgelösung? Kontaktieren Sie uns! Unsere Experten beraten Sie gern.

Dieser Artikel erschien bereits im Oktober 2024. Der Artikel wurde am 15.08.2025 erneut geprüft und mit leichten Anpassungen aktualisiert.

FAQ

Wann endet die Wartung und was bedeutet das?

Am 31.12.2027 endet der reguläre Support für SAP PI/PO. Danach drohen Sicherheitsrisiken und Systemausfälle. Eine kostenpflichtige Verlängerung bis 2030 ist möglich.

Welche Nachfolge empfiehlt SAP?

Die SAP Integration Suite mit SAP Cloud Integration ist der offizielle Nachfolger – cloudbasiert, flexibel und zukunftssicher mit modernen Integrationsfunktionen.

Gibt es Alternativen zu SAP?

Ja, Alternativen zu SAP-Lösungen sind zum Beispiel MuleSoft oder Boomi. Sie sind starke, unabhängige Plattformen für heterogene IT-Landschaften mit schneller Umsetzung und hoher Konnektivität.

Wer kann mir beim Thema Wartungsende SAP PI/PO: Alternativen für die Zukunft helfen?

Wenn Sie Unterstützung zum Thema Wartungsende SAP PI/PO: Alternativen für die Zukunft benötigen, stehen Ihnen die Experten von Erlebe Software, dem auf dieses Thema spezialisierten Team der mindsquare AG, zur Verfügung. Unsere Berater helfen Ihnen, Ihre Fragen zu beantworten, das passende Tool für Ihr Unternehmen zu finden und es optimal einzusetzen. Vereinbaren Sie gern ein unverbindliches Beratungsgespräch, um Ihre spezifischen Anforderungen zu besprechen.

Philipp Schurr

Philipp Schurr

Ich helfe dabei, Integrationslösungen für Systemlandschaften nach dem aktuellen Stand der Technik einzuführen. Als Management & Technologieberater für Integration & Schnittstellen verbinde ich tiefgehende technische Expertise mit langjährigem Projektleitungs-Knowhow. Diese Kombination liefert mir die Grundlage, meine Kunden-Projekte zum Erfolg zu führen.

Sie haben Fragen? Kontaktieren Sie mich!


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