Christoph Lordieck
20. November 2025

SAP Interface Management

In komplexen SAP-Systemlandschaften werden Schnittstellen zunehmend unübersichtlicher, was Risiken für Sicherheit und Compliance mit sich bringt. SAP Interface Management bietet Unternehmen die nötige Transparenz und Kontrolle, um diese Herausforderungen effektiv zu meistern. In diesem Knowhow lernen Sie die wichtigsten Aspekte des SAP Interface Managements kennen und erfahren, wie die Umsetzung in der Praxis erfolgen kann.

Das Wichtigste im Überblick

  • Interface Management schafft Transparenz über alle SAP-Schnittstellen und reduziert Sicherheits- und Compliance-Risiken.
  • Ein zweistufiges Vorgehen („Risk Clean-up“ und kontinuierliche Überwachung) ermöglicht eine nachhaltige Absicherung der Systemlandschaft.
  • Pathlock bietet Landschafts-Transparenz, automatisierte Reaktionen und Echtzeit-Monitoring über heterogene Systeme hinweg.
  • SAP AIF strukturiert und standardisiert SAP-interne Schnittstellen, unterstützt Monitoring und erleichtert Fehlerkorrekturen für Fachbereiche.

Was ist SAP Interface Management?

Unternehmen betreiben heute mehrere SAP-Produktiv- und -Entwicklungssysteme, nutzen Cloud-Anwendungen und verbinden unterschiedlichste ERP-Lösungen. Dadurch vervielfacht sich die Anzahl der aktiven Schnittstellen. Werden diese nicht transparent dokumentiert, entsteht ein Informationsmangel, der sich bei Cyberangriffen schnell zu erheblichen Schäden entwickeln kann. Hinzu kommt der Compliance-Druck: Undokumentierte Datenabflüsse über Schnittstellen können meldepflichtige Datenschutzverletzungen auslösen – mit Strafen in Millionenhöhe, beispielsweise auf Grundlage der europäischen NIS-2-Directive.

Ein effektives Interface Management sorgt dafür, dass Unternehmen jederzeit wissen, welche Systeme miteinander kommunizieren, welche Daten ausgetauscht werden und wie sich Schnittstellen verhalten. Es umfasst alle Prozesse, Methoden und Tools, die Unternehmen nutzen, um ihre technischen Schnittstellen sichtbar, kontrollierbar und sicher zu machen. In modernen SAP-Landschaften, die zunehmend heterogen sind und aus einer Kombination aus On-Premises-Systemen und Cloud-Anwendungen sowie Tools von verschiedenen Anbietern bestehen, nimmt die Zahl der Schnittstellen rasant zu. Jede dieser Verbindungen stellt eine potenzielle Sicherheits- und Compliance-Risikoquelle dar – insbesondere, wenn es keine Dokumentation oder aktive Überwachung gibt. Das Ziel des Interface Managements ist also, Risiken zu minimieren, Angriffe frühzeitig zu erkennen und Compliance-Verstöße zu verhindern.

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Wenn Sie in Ihrem Unternehmen gerade erst ein Interface Management einfgeführt haben, entschärfen Sie zunächst die bestehenden Risiken. Anschließend erfolgt dann die kontinuierliche Überwachung der Schnittstellen. Empfehlenswert ist die Einbindung eines Threat-Detection-Tools, das Schnittstellen in Echtzeit überwacht und Compliance-Verstöße sofort sichtbar macht. So behalten Unternehmen die Kontrolle darüber, welche Schnittstellen aktiv sind, wie sie genutzt werden und ob verdächtige Aktivitäten auftreten.

Moderne Lösungen wie Pathlock ermöglichen außerdem automatisierte Reaktionen auf kritische Situationen: blockierte User, verhinderte Downloads, Maskierung sensibler Daten oder Echtzeit-Sperren.

SAP AIF: Das Tool für das SAP Interface Management

Während Plattformen wie Pathlock insbesondere Transparenz und Sicherheit über heterogene Landschaften hinweg schaffen, bietet das SAP Application Interface Framework (AIF) ein leistungsfähiges Werkzeug, um Schnittstellen innerhalb der SAP-Welt strukturiert zu entwickeln, zu überwachen und zu betreiben.

SAP AIF ist Teil der SAP Business Technology Platform für S/4HANA und unterstützt die zentrale Verwaltung verschiedenster Schnittstellentypen – etwa IDoc, Proxies oder OData. AIF ermöglicht eine standardisierte, einheitliche Überwachung und macht Fehler in Schnittstellen sichtbar, bevor sie ins System durchschlagen.

Wichtige Funktionen

Die wichtigsten Funktionen des AIF sind:

  • Assistierte Einrichtung der Schnittstellenlogik: Technische Anwendende integrieren Logik mithilfe von Vorlagen.
  • Wiederverwendbare Bausteine: Schnittstellenlogik wird modular aufgebaut und kann systemweit genutzt werden.
  • Normierte Integrationstechniken: AIF unterstützt verschiedene Integrationstechnologien und sorgt für eine konsistente Architektur.
  • Rollenbasiertes Monitoring: Fachbereiche können selbstständig Fehler prüfen und beheben.
  • Zentrales Monitoring und Fehlermanagement: Alarme, Filter, Detailanalysen und Massenkorrekturen erleichtern den Betrieb.
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Vorteile des SAP AIF

Das AIF zeichnet sich besonders durch die folgenden Vorteile aus:

  • Optimiert Schnittstellenarchitektur und Standardisierung
  • Reduziert Zeitaufwand für Fehlerkorrekturen
  • Stärkt Governance und Zugriffskontrolle

Durch die Integration von AIF entsteht ein zentraler, strukturierter Überblick über SAP-interne Schnittstellen – ein wesentlicher Baustein für ein effektives Interface Management.

Praxisbeispiel für ein umfassendes SAP Interface Management

Ein Unternehmen betreibt mehrere SAP-Systeme sowie zusätzliche ERP- und Cloud-Lösungen. Über die Jahre entstanden Hunderte Schnittstellen, von denen viele nicht oder nur unzureichend dokumentiert waren. Sicherheitsprüfungen zeigen unklare Vertrauensbeziehungen und unkontrollierte Remote-Datenbankzugriffe.

Im ersten Schritt wird die gesamte Systemlandschaft über das Pathlock Interface Management analysiert. Das Ergebnis ist eine vollständige Übersicht aller Verbindungen, inklusive der transportierten Datenarten. Kritische Schnittstellen werden identifiziert und bereinigt.

Im zweiten Schritt kommt SAP AIF zum Einsatz, um SAP-interne Schnittstellen strukturiert zu standardisieren und Fachbereiche in die Lage zu versetzen, Fehlermeldungen selbstständig zu beheben. Ergänzend können Sie ein Threat-Detection-Tool implementieren, das in Echtzeit auf verdächtige Aktivitäten reagiert.

Das Ergebnis: deutliche Risikominimierung, dokumentierte Compliance, schnellere Fehlersuche und ein transparentes Schnittstellen-Ökosystem.

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Fazit

SAP Interface Management ist heute ein unverzichtbarer Bestandteil einer sicheren und effizienten IT-Landschaft. Die wachsende Anzahl an Systemschnittstellen macht Transparenz, Kontrolle und automatisierte Überwachung zur Pflicht. Mit einer Kombination aus ganzheitlichen Lösungen wie Pathlock für die Landschaftsebene und SAP AIF für die SAP-interne Schnittstellensteuerung schaffen Unternehmen eine robuste Grundlage für Compliance, Sicherheit und fehlerfreie Abläufe. Wer frühzeitig in ein professionelles Interface Management investiert, schützt nicht nur seine Systeme, sondern erhöht die gesamte Prozessqualität und Reaktionsfähigkeit im Unternehmen.

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FAQ

Warum ist SAP Interface Management wichtig?

Weil in modernen, stark vernetzten SAP-Landschaften ohne transparente Schnittstellenverwaltung Sicherheits-, Compliance- und Betriebsrisiken entstehen.

Welche Aufgaben erfüllt ein effektives Interface Management?

Es identifiziert alle Schnittstellen, überwacht Datenflüsse, erkennt Risiken frühzeitig und schafft eine sichere, dokumentierte Systemlandschaft.

Welche Rolle spielt SAP AIF im Interface Management?

SAP AIF standardisiert, überwacht und steuert SAP-interne Schnittstellen und ermöglicht Fachbereichen eine eigenständige Fehleranalyse.

Wie unterstützen Tools wie Pathlock den Betrieb?

Pathlock sorgt für vollständige Transparenz über heterogene Systeme, überwacht Schnittstellen in Echtzeit und reagiert automatisiert auf kritische Ereignisse.

Wer kann mir beim Thema SAP Interface Management helfen?

Wenn Sie Unterstützung zum Thema SAP Interface Management benötigen, stehen Ihnen die Experten von Erlebe Software, dem auf dieses Thema spezialisierten Team der mindsquare AG, zur Verfügung. Unsere Berater helfen Ihnen, Ihre Fragen zu beantworten, das passende Tool für Ihr Unternehmen zu finden und es optimal einzusetzen. Vereinbaren Sie gern ein unverbindliches Beratungsgespräch, um Ihre spezifischen Anforderungen zu besprechen.

Christoph Lordieck

Christoph Lordieck

Als Bereichsleiter SAP Entwicklung berate ich Unternehmen rund um das Thema SAP Individualentwicklung. Einige Jahre Projekt- und Umsetzungserfahrung haben meinen Wissenshunger noch nicht gestillt und ich suche ständig nach neuen Themen und Entwicklungen im ABAP-Umfeld.

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