Ingo Biermann
25. Februar 2026

SAP S/4HANA: Die Vorteile für Unternehmen

Spätestens 2027 endet der Support für SAP ERP, mit verlängerter Wartung spätestens 2030. Unternehmen, die dann noch auf ECC bzw. klassischem ERP arbeiten, riskieren fehlende Sicherheitsupdates, ausbleibende Innovationen sowie steigende Betriebs- und Anpassungskosten.\n\nSAP S/4HANA ist mehr als ein neues Release: Als vierte Generation der SAP Business Suite bildet es die Basis für höhere Performance, Echtzeit-Transparenz und mehr Innovationsfähigkeit. Den vollen Nutzen der Vorteile von SAP S/4HANA erzielen Unternehmen, wenn sie die Einführung strategisch planen und schrittweise umsetzen.

Das Wichtigste im Überblick

  • SAP S/4HANA ist die vierte Generation der SAP Business Suite und löst SAP ECC bis spätestens 2030 vollständig ab.
  • Die In-Memory-Technologie SAP HANA ermöglicht Echtzeit-Reporting, höhere Performance und ein vereinfachtes Datenmodell.
  • Unternehmen können zwischen On-Premises, Private Cloud und Public Cloud wählen – je nach Bedarf an Kontrolle, Standardisierung und Innovationsgeschwindigkeit.
  • Eine strukturierte Einführung in Phasen reduziert Risiken und macht die Vorteile von S/4HANA nachhaltig nutzbar.

Was ist SAP S/4HANA?

SAP S/4HANA ist der Nachfolger des bisherigen Kernprodukts SAP ECC und die technologische Weiterentwicklung klassischer SAP ERP-Landschaften. Der Name steht sinngemäß für „Simple/Suite“ (S), die vierte Generation (4) und die zugrunde liegende Datenbanktechnologie SAP HANA.

In der SAP Welt findet aktuell eine schnelle Entwicklung statt. Dadurch entstehen neue Projekte und Anforderungen für SAP Kunden und für SAP Entwickler.

Im Kern ist S/4HANA ein ERP-System, das darauf ausgelegt ist, mit stark wachsenden Datenmengen, komplexen Prozessketten und steigenden Anforderungen an Geschwindigkeit und Flexibilität souverän umzugehen. Ein zentraler Unterschied zu älteren ERP-Generationen: S/4HANA ist von Anfang an auf Echtzeitverarbeitung und moderne Integrationsszenarien ausgelegt, statt nachträglich „cloud-fähig“ gemacht zu werden.

Die Betriebsmodelle: On-Premises, Private Cloud, Public Cloud

S/4HANA gibt es nicht als Einheitslösung, sondern in drei zentralen Ausprägungen. Welche Variante passt, entscheidet maßgeblich darüber, wie Sie die Vorteile realisieren.

SAP S/4HANA On-Premises

Das klassische Modell: Sie betreiben das System lokal oder bei einem Hyperscaler, aber in Ihrer Verantwortung. Sie haben maximale Kontrolle über Infrastruktur, Betrieb, Upgrades und Erweiterungen. Das bedeutet: maximale Freiheit, aber auch maximale Verantwortung für Wartung, Security, Verfügbarkeit und Release-Management.

SAP S/4HANA Cloud Private Edition (Private Cloud)

Die Private Edition ist für Unternehmen, die den Funktionsumfang „wie On-Premises“ nutzen möchten, aber Infrastruktur und Basisbetrieb in die Cloud verlagern wollen. Typisch ist ein Single-Tenant-Ansatz (dedizierte Systemlandschaft pro Kunde) und ein Software-Stack, der sehr nah am On-Premises-Produkt liegt. Betrieb, Monitoring, Backups und SLAs liegen weitgehend bei SAP bzw. im Rahmen von RISE with SAP. Ergebnis: Cloud-Betrieb mit hoher Konfigurierbarkeit, aber weiterhin relevanter Governance-Aufwand rund um Erweiterungen und Tests.

SAP S/4HANA Cloud Public Edition (Public Cloud)

Die Public Edition ist ein vollständig gemanagtes SaaS mit Multi-Tenant-Architektur und einheitlichem Softwarestand für alle Kunden. Sie setzt konsequent auf Standardisierung (Fit-to-Standard), schnelle Innovationszyklen und niedrigen Betriebsaufwand. Klassische Modifikationen im Kern sind nicht vorgesehen. Erweiterungen erfolgen nach Clean-Core-Prinzip über In-App-Mechanismen, Key-User-Erweiterungen oder Side-by-Side-Apps auf der SAP Business Technology Platform. Das ist nicht „weniger S/4HANA“, sondern ein bewusst anderes Zielbild: Speed, Planbarkeit und Upgrade-Stabilität statt maximaler Individualisierung.

Vorteile von SAP S/4HANA

Der Nutzen von S/4HANA lässt sich grob in zwei Ebenen teilen: erstens die grundlegenden technologischen Potenziale, zweitens die konkreten Innovationen, die SAP nur noch in S/4HANA liefert.

Performance und Echtzeit-Transparenz durch In-Memory

Eine der entscheidenden Innovationen ist die SAP HANA In-Memory-Datenbank, die Daten im Arbeitsspeicher verarbeitet. Das klingt technisch, ist aber geschäftlich extrem relevant: Auswertungen, Analysen und Prozessschritte laufen deutlich schneller, selbst bei großen Datenmengen.

Im Vergleich zu ECC/klassischem SAP ERP bedeutet das: weniger „Batch-Denken“, weniger Verzögerungen zwischen Operative und Reporting, weniger Kompromisse bei Detailtiefe. Sie bekommen Echtzeit-Reporting und eine schnellere Reaktionsfähigkeit, wenn sich Markt, Nachfrage oder Lieferketten ändern.

Vereinfachtes Datenmodell, weniger Redundanz, weniger Komplexität

Einer der wichtigsten Vorteile von SAP S/4HANA ist, dass die Technologie auf ein vereinfachtes Datenmodell setzt. Vereinfacht gesagt: weniger doppelte Datenhaltung, weniger Schatten-Tabellen, weniger Umwege. Für Unternehmen heißt das:

  • Kürzere Verarbeitungszeiten und bessere Systemstabilität
  • Sauberere Datenbasis für Analysen und Automatisierung
  • Ein Fundament, das sich besser in moderne Plattformen und Cloud-Services integrieren lässt

In älteren ERP-Generationen war vieles historisch gewachsen: technisch robust, aber oft schwerfällig. S/4HANA ist darauf ausgelegt, Komplexität zu reduzieren, statt sie zu verwalten.

Bessere User Experience mit SAP Fiori

Bisherige SAP-Versionen waren funktional stark aber kompliziert zu bedienen. S/4HANA setzt konsequent auf SAP Fiori: rollenbasierte, moderne Oberflächen, die auf Aufgaben statt Transaktionen optimiert sind. Das erhöht direkt die Produktivität: schnellere Einarbeitung, weniger Fehler durch bessere Usability, bessere Akzeptanz in den Fachbereichen.

Basis für KI, Machine Learning und IoT

S/4HANA bringt Fähigkeiten mit, um KI, Machine Learning und IoT in Geschäftsprozesse zu integrieren. Das ist die Voraussetzung, damit Automatisierung und intelligente Entscheidungsunterstützung überhaupt sauber funktionieren.

Typische Einsatzfelder:

  • Prognosen und Planung (z. B. Bedarf, Cashflow, Bestände)
  • Anomalie- und Fehlererkennung
  • Automatisierte Vorschläge in operativen Prozessen

Im Vergleich zu ECC gilt: Sie können zwar auch dort Analytics und Automatisierung anbinden. Aber S/4HANA ist die Plattform, auf der SAP diese Themen konsequent weiterentwickelt.

In unserem Webinar zeigen wir Ihnen, welche Prinzipien erfüllt sein müssen, um einen Clean Core im SAP-Umfeld zu erreichen.

Cloud-Fähigkeit als strategischer Vorteil

Ältere ERP-Generationen wurden für lokale Rechenzentren gebaut. S/4HANA ist in seinem Portfolio so aufgestellt, dass Sie das passende Betriebsmodell wählen können:

  • On-Premises für maximale Kontrolle
  • Private Cloud für Cloud-Betrieb mit hoher Nähe zum On-Premises-Stack
  • Public Cloud für schnelle Implementierungen, standardisierte Prozesse und kontinuierliche Innovation

Gerade die Cloud-Varianten reduzieren typischerweise Administrationsaufwände, sorgen für planbarere Kostenmodelle und bringen einen geregelten Innovations- und Upgrade-Rhythmus mit.

Zukunftssicherheit durch Support- und Innovationslogik

S/4HANA ist die Zukunft im SAP-Kosmos. Mit dem Supportende der alten ERP-Releases (2027 bzw. 2030) wird die Frage für viele nicht „Warum?“, sondern „Wann?“. Wer frühzeitig migriert, gewinnt Zeit für Qualität: saubere Vorbereitung, klare Governance, weniger Projektstress und weniger Risiko im laufenden Betrieb.

Einführung von SAP S/4HANA: So machen Sie die Vorteile real

Damit S/4HANA nicht als „teures Pflichtprojekt“ endet, braucht es einen strukturierten Weg. Bewährt hat sich, die Einführung in Voranalyse, Vorprojekte und Kernprojekt zu gliedern.

Voranalyse: Klarheit vor Geschwindigkeit

In der Voranalyse geht es um drei Dinge:

  • Technische Analyse: Systemarchitektur, Schnittstellen, System-Readiness, Datenvolumen, Add-ons, Custom Code
  • Fachliche Analyse: Welche Prozesse sollen wie übertragen werden? Wo lohnt Standardisierung? Wo brauchen Sie Differenzierung?
  • Projektplanung: Ziele, Strategie, Roadmap, Risiko- und Chancenbewertung

Ein wichtiges Werkzeug ist dabei der SAP S/4HANA Readiness Check 2.0, der unter anderem Kompatibilität, kundenspezifische Entwicklungen, Geschäftsprozesse, Datenvolumen und Erweiterungen analysiert und belastbare Entscheidungsgrundlagen für die Migrationsplanung liefert.

Vorprojekte: Komplexität aus dem Kernprojekt herausziehen

Vorprojekte entschärfen die eigentliche Migration, weil Sie kritische Baustellen vorab erledigen. Typische Beispiele:

  • HANA-Datenbank als Grundlage
  • Geschäftspartnerkonzept: Umstellung von Kreditoren/Debitoren auf das zentrale Datenmodell „Geschäftspartner“
  • Neues Hauptbuch: fachliche Vorbereitung der Buchhaltungslogik
  • Kontraktmanagement: Modernisierung spezifischer Funktionsbereiche

Diese Vorarbeiten reduzieren Risiko, verkürzen Testaufwände im Kernprojekt und machen den Go-live planbarer.

Migrationsansatz wählen: Brownfield oder Greenfield

Sie haben zwei grundlegende Wege:

  • Brownfield (Systemkonvertierung): Bestehende Daten und Einstellungen bleiben, das System wird konvertiert. Weniger Ressourcenbedarf, oft schneller.
  • Greenfield (Neuimplementierung): Neues System, bereinigte Daten, Prozesse näher am Standard. Mehr Aufwand, aber häufig die bessere Gelegenheit, Altlasten zu entfernen und ein zukunftsfähiges Zielbild aufzubauen.

Welche Option sinnvoll ist, hängt nicht von Ideologie ab, sondern von Ihrer Ausgangslage: Customizing-Tiefe, Prozessqualität, Datenqualität, Integrationslandschaft und der Frage, ob Sie wirklich „nur“ migrieren oder gleichzeitig transformieren wollen.

Kernprojekt: Konzeption, Umsetzung, Go-live

Das eigentliche Einführungsprojekt gliedert sich typischerweise in:

  • Konzeption: fachliches, technisches und Datenmigrationskonzept
  • Umsetzung: Infrastruktur bereitstellen, Konzepte umsetzen, Anpassungen, Integration, Schulungen
  • Go-live: Testmigrationen, IT-Tests, Akzeptanztests, Freigabe und Produktivsetzung

Der wichtigste Erfolgsfaktor ist nicht die Tool-Auswahl, sondern sauberes Change- und Test-Management: S/4HANA verändert Prozesse, Rollen und Arbeitsweisen.

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Fazit

SAP S/4HANA ist weit mehr als der technische Nachfolger von SAP ECC. Es ist die strategische Grundlage für ein leistungsfähiges, zukunftssicheres ERP, das Echtzeit-Transparenz, moderne Benutzerführung und kontinuierliche Innovation ermöglicht. Angesichts des Supportendes für SAP ERP ab 2027 ist die Einführung von S/4HANA für viele Unternehmen unausweichlich.

Wer den Umstieg jedoch frühzeitig und strukturiert angeht, kann ihn gezielt als Transformationsprojekt nutzen: zur Vereinfachung von Prozessen, zur Reduktion technischer Komplexität und zur strategischen Ausrichtung der ERP-Landschaft. Entscheidend für den Erfolg ist ein klarer Fahrplan aus Voranalyse, Vorprojekten und einem sauber gesteuerten Kernprojekt – abgestimmt auf das passende Betriebsmodell und die individuellen Anforderungen des Unternehmens. Dadurch nutzen Sie alle Vorteile von SAP S/4HANA.

Websession: SAP S/4HANA

Ingo Biermann

Haben Sie noch weitere Fragen zu den Vorteilen von SAP S/4HANA? Vereinbaren Sie eine unverbindliche Websession und wir besprechen gemeinsam Ihre Anforderungen.

FAQ

Warum ist der Umstieg auf SAP S/4HANA notwendig?

Mit dem Ende des Supports für SAP ERP ab 2027 (bzw. 2030 mit verlängerter Wartung) entfallen Sicherheitsupdates und Innovationen. S/4HANA ist die strategische Nachfolgeplattform von SAP.

Was unterscheidet SAP S/4HANA von SAP ECC?

S/4HANA basiert auf einer In-Memory-Datenbank, nutzt ein vereinfachtes Datenmodell und ist konsequent auf Echtzeitverarbeitung, moderne Benutzeroberflächen und Cloud-Szenarien ausgelegt.

Welche Betriebsmodelle stehen zur Verfügung?

SAP S/4HANA kann On-Premises, in der Cloud Private Edition oder in der Cloud Public Edition betrieben werden. Die Modelle unterscheiden sich vor allem in Standardisierungsgrad, Betriebshoheit und Innovationsgeschwindigkeit.

Wie lange dauert die Einführung von SAP S/4HANA?

Die Dauer hängt stark von Ausgangslage, Migrationsansatz (Brownfield oder Greenfield) und Projektumfang ab. Durch Voranalysen und Vorprojekte lässt sich die eigentliche Migration deutlich verkürzen und stabilisieren.

Wer kann mir beim Thema SAP S/4HANA: Die Vorteile für Unternehmen helfen?

Wenn Sie Unterstützung zum Thema SAP S/4HANA: Die Vorteile für Unternehmen benötigen, stehen Ihnen die Experten von Erlebe Software, dem auf dieses Thema spezialisierten Team der mindsquare AG, zur Verfügung. Unsere Berater helfen Ihnen, Ihre Fragen zu beantworten, das passende Tool für Ihr Unternehmen zu finden und es optimal einzusetzen. Vereinbaren Sie gern ein unverbindliches Beratungsgespräch, um Ihre spezifischen Anforderungen zu besprechen.

Ingo Biermann

Ingo Biermann

Als Management- und Technologieberater unterstütze ich seit mehr als 15 Jahren große und mittelständische Unternehmen in Fragen der IT-Strategie und bin unterwegs in unterschiedlichen SAP-Themen wie SAP S/4HANA, User Experience und SAP Entwicklung.

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