Timo Eggengoor
 - 3. September 2020

IDoc in SAP S/4HANA – Was ändert sich?

multitasking in hands

Das SAP-R/3-System hat ein offizielles Ende und das Upgrade auf S/4HANA ist auf kurz oder lang unumgänglich. Was bedeutet das aber für Ihre Schnittstellen, die über IDocs angebunden sind? Keine Sorge! IDocs bleiben, aber mit SAP S/4HANA kommen auch neue Möglichkeiten, um Daten zwischen Systemen auszutauschen – und auf diese möchte die SAP verstärkt setzen.

Nach heutigem Stand läuft der offizielle Support für SAP R/3 im Jahr 2027 aus. Vereinzelt bietet die SAP weiteren Support der Kernsysteme bis 2030 gegen Gebühren an. Fest steht: der Umstieg auf SAP S/4HANA ist gesetzt. Mit SAP S/4HANA werden auch die IDocs aktualisiert und erweitert. Dazu setzt SAP auf neue APIs, die IDOCs auf lange Sicht ablösen sollen. Aber eins nach dem anderen:

IDoc Änderungen in SAP S/4HANA

IDocs gehören zu den Grundfesten der SAP und dienen seit jeher als Format zum Austausch von Daten zwischen SAP-Systemen und auch zwischen SAP- und Fremdsystemen. Häufig wird dann auch EDI (electronic data interchange, zu deutsch: Elektronischer Datenaustausch) mit dem Austausch von Daten zwischen SAP und Fremdsystemen in Verbindung gebracht. EDI bietet einen Standard zum Austausch von Daten zwischen Systemen. Auf SAP-Seite werden dafür IDocs zum Austausch über EDI verwendet, die durch einen EDI-Provider dann in ein beliebiges Format umgewandelt werden, damit das Fremdsystem mit den Daten arbeiten kann.

Mit SAP S/4HANA werden verschiedene IDoc Typen bzw. einzelne Segmente der IDocs verändert oder neue hinzugefügt. Häufig wurde nur die Beschreibung angepasst, bzw. die Groß- und Kleinschreibung verbessert. Jedoch sind auch einige neue Segmente hinzugekommen. So gibt es beispielsweise im IDoc-Typ „INVOIC02“, das den Standard für Rechnungen abbildet, im Segment „E1EDP01 – Belegposition Daten allgemein“ acht neue Elemente. Beispielsweise wurde „MATNR_LONG – Material Number“ eingefügt. Weitere Änderungen können Sie in der Simplification List nachschlagen.

Tipp: Sie können sich die Unterschiede auch direkt anschauen. Laden Sie sich in der Transaktion WE60 einfach die XML-Struktur eines beliebigen IDoc-Typs auf beiden Systemen herunter und lassen Sie sich mit einem entsprechenden XML-Viewer die Unterschiede anzeigen.

Dazu noch eine sehr interessante Erweiterung der IDocs in Hinblick auf benutzerspezifische Anpassungen: Ab EHP8 gibt es das Segment „E1IDOCENHANCEMENT“. Alles weitere dazu in folgendem Artikel: E1IDOCENHANCEMENT – generisches IDoc-Segment plötzlich verschwunden?

Wichtig ist also bei der Umstellung auf SAP S/4HANA, zu überprüfen, ob sich die verwendeten IDocs verändern und ob ggf. Änderungen an den Schnittstellen oder beim EDI Provider gemacht werden müssen.

Ausblick: API statt IDocs

Mit SAP S/4HANA setzt SAP in Zukunft vermehrt auf APIs, also synchrone Schnittstellen, die über REST oder SOAP angesprochen werden können und mit Formaten wie XML oder JSON arbeiten. Die Bereitstellung dieser APIs bzw. der Dienste findet dann ausschließlich in der Cloud statt. Es werden also Schnittstellen zur Übertragung von Daten angeboten, statt diese über IDocs zu versenden. Zum aktuellen Stand gibt es jedoch noch lange nicht genug APIs, um alle Business Cases abzudecken und so wird aktuell auch weiter auf die Übertragung von Daten via IDocs gesetzt. Zukünftig wird SAP jedoch sicherlich die APIs ausbauen und vermehrt den Fokus auf diese Art der Datenübertragung legen, besonders in Hinblick auf die Umstellung auf Cloudtechnologie.

Arbeiten Sie schon mit APIs oder verwenden Sie weiterhin den IDoc Standard? Wir würden uns über einen Termin zum Austausch freuen. Schreiben Sie uns gern an! Sollten Sie Unterstützung bei der Umstellung auf S/4HANA oder bei der Aktualisierung der Schnittstellen benötigen, können Sie ebenfalls gerne auf uns zukommen.



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