Wenn Sie den Umstieg bis Ende 2027 nicht schaffen, können Sie mit Extended Maintenance bis Ende 2030 weiterarbeiten oder die eingeschränkte kundenspezifische Wartung nutzen. Für geeignete Unternehmen kommt im Rahmen von RISE with SAP die Transition Option von 2031 bis Ende 2033 hinzu. Auch Drittwartung durch externe Anbieter ist möglich. Alle Wege verschaffen Zeit, ersetzen aber weder die Migration noch deren Vorbereitung.

Das Wichtigste in Kürze

  • Wartungsende 2027: Für SAP ERP 6.0 mit EhP 6 bis 8 endet die reguläre Wartung am 31. Dezember 2027.
  • Extended Maintenance: Unternehmen können den Herstellersupport bis Ende 2030 verlängern, zahlen dafür aber einen höheren Wartungssatz.
  • Transition Option und weitere Wege: Geeignete Unternehmen erhalten unter bestimmten Voraussetzungen Zeit bis Ende 2033. Kundenspezifische Wartung und Drittwartung können zusätzliche Übergangsmöglichkeiten bieten.
  • Keine Option ersetzt die S/4HANA-Migration: Unternehmen sollten deshalb früh klären, wie viel Zeit sie realistisch benötigen.

Wie unterscheiden sich die Optionen?

Option  Laufzeit  Grobe Kosten  Voraussetzungen  Wesentliche Risiken 
Extended Maintenance  2028 bis Ende 2030  Wartungssatz + 2 Prozentpunkte  EhP 6 bis 8, Supportvertrag, Zusatzvereinbarung, bestätigter Buchungsumfang  Feste Endfrist, mögliche technische Upgrades 
Kundenspezifische Wartung  Nach regulärer Wartung, unbefristet  Bisherige Wartung, eventuell kostenpflichtige Einzelfälle  Aktiver Supportvertrag  Keine gesetzlichen Anpassungen, eingeschränkte Fehlerbehebung und Sicherheitsversorgung 
Transition Option  2031 bis Ende 2033  Bei Abschluss 2026: 20 Prozent Abonnementaufschlag plus Max Success Plan  Private Edition auf HANA bis 2030, weitere Zugangskriterien  Zusätzlicher Cloud-Umzug, Mehrkosten, begrenzter Produktumfang 
Drittwartung  Nach Anbietervereinbarung  Individuelles Angebot, mögliche Gebührenersparnis  Geeigneter Vertrag, geklärte Nutzungsrechte  Abhängigkeit vom Anbieter, abweichende Leistungen, spätere Rückkehrkosten 

Was bedeutet das SAP Wartungsende 2027?

Der Stichtag betrifft SAP ERP 6.0, häufig ECC genannt, mit Enhancement Packages 6, 7 oder 8. Diese Erweiterungspakete (EhP) bestimmen den technischen Versionsstand. Ihre Standardwartung endet am 31. Dezember 2027. Für ECC ohne Erweiterungspaket sowie mit EhP 1 bis 5 endete sie bereits am 31. Dezember 2025.

Ihr System schaltet sich danach nicht ab. Allerdings ändern sich die Supportleistungen. Prüfen Sie deshalb zuerst Ihren Versionsstand und die Wartungsfristen Ihrer Datenbank, Betriebssysteme und Zusatzprodukte. Für diese Komponenten können andere Termine gelten.

Der DSAG-Investitionsreport 2026 zeigt den Zeitbedarf: Von den Befragten, die weitere ECC-Investitionen planen, will fast die Hälfte bis Ende 2030 umstellen. Nur 37 Prozent dieser Gruppe nennen Ende 2027.

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Was kostet die Extended Maintenance bis 2030?

Die erweiterte Wartung läuft vom 1. Januar 2028 bis zum 31. Dezember 2030. Sie bietet einen ähnlichen Leistungsumfang wie die Standardwartung, einschließlich Korrekturen und gesetzlicher Anpassungen. Voraussetzung sind bei ECC EhP 6 bis 8, ein aktiver Supportvertrag und eine zusätzliche Vereinbarung.

Der Wartungssatz steigt um zwei Prozentpunkte, zum Beispiel von 22 auf 24 Prozent der Wartungsbasis. Die Wartungsbasis ist die vertragliche Berechnungsgrundlage.

Ein vereinfachtes Beispiel: Ihre Wartungsbasis beträgt eine Million Euro. Dann entstehen jährlich 20.000 Euro Zusatzkosten. Bei einem bisherigen Wartungssatz von 22 Prozent steigt die Rechnung von 220.000 auf 240.000 Euro. Über drei volle Jahre beträgt der Aufschlag 60.000 Euro. Weitere Preisänderungen und Projektkosten berücksichtigt dieses Beispiel nicht.

Diese Option passt, wenn Sie bis 2030 umsteigen können und weiterhin umfangreiche Herstellerunterstützung benötigen. Planen Sie ein notwendiges EhP-Upgrade mit ein.

Müssen wir die gesamte Landschaft verlängern?

Die bisherige Buchungslogik erfasst die gesamte Landschaft der betroffenen Produkte. Einzelne Systeme lassen sich nicht herausgreifen.

Seit dem 10. Juli 2026 gelten jedoch neue SAP-Regeln: Unternehmen können ihre Landschaft unter Voraussetzungen in getrennte kommerzielle Installationen aufteilen und deren Support unterschiedlich organisieren. Solche Einheiten müssen eigenständig Geschäftsfunktionen ausführen können und passende Lizenzen besitzen. Lassen Sie den Buchungsumfang bestätigen. Eine beliebige Auswahl einzelner Systeme folgt daraus nicht automatisch.

Was passiert, wenn wir gar nichts tun?

Ohne vereinbarte Verlängerung geht das betreffende Release bei fortbestehendem Supportvertrag in die kundenspezifische Wartung über. SAP nennt diese Phase Customer-specific Maintenance. Sie hat kein festes Enddatum. Der bestehende Wartungsvertrag läuft weiter, ein Aufschlag für diese Phase fällt nicht an.

SAP stellt vorhandene Lösungen für bekannte Fehler bereit. Bei neuen Problemen können kostenpflichtige Einzelfallleistungen nötig werden. SAP liefert keine neuen Support Packages, also gebündelte Korrekturpakete, und keine Anpassungen an neue gesetzliche Anforderungen. Auch technische Weiterentwicklungen und bestimmte zugesagte Reaktionszeiten entfallen.

„Keine neuen Patches“ wäre zu pauschal. SAP berücksichtigt Releases während der ersten zwölf Monate für Sicherheitskorrekturen hoher Priorität, wenn das verwendete Support Package innerhalb der letzten 24 Monate erschienen ist. Daraus entsteht keine umfassende Sicherheitswartung.

Diese Variante kommt eher für stabile, bald abzulösende Systeme infrage. Wenn Ihre Prozesse häufig gesetzliche Änderungen benötigen, müssen Sie die entstehenden Lücken sorgfältig bewerten.

In diesem Webinar erfahren Sie, welche Projekte Sie vor der S/4HANA-Migration umsetzen können, welche Ansätze sinnvoll sind und wie diese Ihre Migration unterstützen.

Wann hilft die Transition Option bis 2033?

Die Transition Option richtet sich an große, komplexe Landschaften, deren Umstellung mehr Zeit braucht. Das Angebot gehört zum RISE-with-SAP-Weg, also SAPs Programm für die Cloud-Transformation. Es läuft von 2031 bis Ende 2033.

Die betreffenden Systeme müssen bis Ende 2030 auf SAP ERP Private Edition mit SAP HANA laufen. Ein bloßer Datenbankwechsel im eigenen Rechenzentrum genügt nicht. Weitere Voraussetzungen sind mindestens zwei Terabyte Systemgröße und der zusätzliche Max Success Plan mit Transformationsleistungen.

Für Abschlüsse von SAP ERP Private Edition im Jahr 2026 nennt SAP ab 2031 einen Aufschlag von 20 Prozent auf den Ende 2030 geltenden Abonnementpreis. Der Max Success Plan kostet zusätzlich. Für spätere Abschlüsse hat SAP den Aufschlag noch nicht veröffentlicht.

Details erläutert der Beitrag Zeitaufschub für SAP-Kunden bis 2033 mit Transition Option.

Ist Drittwartung eine Alternative?

Externe Anbieter übernehmen vertraglich vereinbarte Supportaufgaben für bestehende ECC-Systeme. Laufzeit, Leistungen und Preise vereinbaren Sie individuell. Anbieter werben teils mit bis zu 50 Prozent weniger Supportgebühren. Das ist keine allgemeine Ersparnisgarantie und sagt wenig über die Gesamtkosten aus.

Drittwartung verlängert SAPs eigene Wartungszusage nicht. Klären Sie deshalb, wie der Anbieter Sicherheitslücken und gesetzliche Änderungen behandelt. Prüfen Sie Lizenzrechte, vorhandene Softwarestände und die Bedingungen einer späteren Rückkehr zum SAP-Support. Die Option kann zu stabilen Landschaften passen, verlangt aber ein Betriebsmodell und einen klaren Ablöseplan.

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S/4HANA Migration zu spät: Welche Fragen entscheiden jetzt?

  • Welchen Versionsstand hat unsere Landschaft? Erfassen Sie Ihre EhP-Version und die Wartungsfristen Ihrer Komponenten. Prüfen Sie, welche Zusatzprodukte, Eigenentwicklungen und Schnittstellen Ihr Geschäft braucht.
  • Ist unser Terminplan realistisch? Klären Sie, ob Ihre Fachbereiche bis 2030 genug Zeit für den Umstieg haben. Sie testen die neuen Prozesse und brauchen Schulungen, und das neben dem Tagesgeschäft. Fragen Sie Ihren Dienstleister früh nach freien Kapazitäten. Benennen Sie einen Projektleiter, der Übergangswartung und Migration gemeinsam steuert.
  • Passt RISE zu unserer Strategie? Kalkulieren Sie den Wechsel in die Private Cloud als eigenes Vorhaben. Die Frist bis 2033 setzt voraus, dass Sie die Zugangskriterien bis Ende 2030 erfüllen.
  • Wie hoch ist unser Übergangsbudget? Vergleichen Sie Angebote auf derselben Grundlage und berücksichtigen Sie Wartung, Infrastruktur, Beratung, Sicherheitsmaßnahmen und Parallelbetrieb. Rechnen Sie aus, was ein Jahr Verzögerung kostet. Prüfen Sie Vertragsfristen und Kündigungstermine.
  • Welche Risiken akzeptieren wir? Benennen Sie Verantwortliche für Sicherheitslücken und gesetzliche Änderungen. Halten Sie fest, welche Leistungen der Anbieter zusagt und welche Aufgaben Ihr Team übernimmt.

Erst den Umstiegstermin klären, dann die Wartung wählen

Welche Übergangslösung passt, hängt vor allem an einer Frage: Wann können Sie realistisch auf S/4HANA umsteigen? Schaffen Sie es bis Ende 2030, ist Extended Maintenance der naheliegende Weg. Brauchen Sie länger, prüfen Sie die Transition Option. Dafür müssen Ihre Systeme bis Ende 2030 in der SAP ERP Private Edition laufen und die Zugangskriterien erfüllen. Ein stabiles System, das Sie bald ablösen, lassen Sie in der kundenspezifischen Wartung weiterlaufen. Lassen Sie sich Leistungsumfang und Preise schriftlich bestätigen, bevor Sie unterschreiben.

Keine Wartungsoption nimmt Ihnen die Vorbereitung ab. Beginnen Sie mit der Datenbereinigung: Jeden Altbestand, den Sie jetzt aussortieren, müssen Sie später nicht migrieren. Prüfen Sie danach, welche Eigenentwicklungen Sie in S/4HANA noch brauchen.

FAQ

Was passiert mit SAP ECC nach Ende 2027?

SAP ERP 6.0 mit EhP 6 bis 8 verliert Ende 2027 die reguläre Wartung. Das System läuft technisch weiter. Ohne zusätzliche Vereinbarung geht es bei bestehendem Supportvertrag in die kundenspezifische Wartung über, deren Leistungsumfang deutlich eingeschränkter ist.

Wie lange verlängert Extended Maintenance die SAP-Wartung?

Extended Maintenance läuft vom 1. Januar 2028 bis zum 31. Dezember 2030. Sie bietet weiterhin umfangreiche Herstellerunterstützung, darunter Korrekturen und gesetzliche Anpassungen. Voraussetzung sind unter anderem EhP 6 bis 8, ein aktiver Supportvertrag und eine Zusatzvereinbarung.

Was ist die SAP Transition Option?

Die Transition Option richtet sich an große und komplexe SAP-Landschaften, die mehr Zeit für den Umstieg benötigen. Sie reicht von 2031 bis Ende 2033 und setzt unter anderem voraus, dass die betreffenden Systeme bis Ende 2030 auf SAP ERP Private Edition mit HANA laufen.