Philipp Schurr
24. März 2026

SAP Business Connector abgekündigt – und was jetzt? Ihre Alternativen!

SAP Business Connector abgekündigt

Nutzer des SAP Business Connector stehen bereits jetzt vor einer Umstellung: Der reguläre Support für die gängigen Systeme (Windows, Linux) endet Ende 2030. In diesem Blog erfahren Sie, welche SAP- und Non-SAP-Alternativen Sie zum SAP Business Connector haben.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Support-Ende 2030: Der reguläre Support endet am 31.12.2030 – keine Extended Maintenance möglich. Ein Update auf Version 4.8.1 ist Pflicht für den Weiterbetrieb bis dahin.
  • Gesetzlicher Druck: Peppol/XRechnung/ZUGFeRD werden vom BC nicht nativ unterstützt – seit 2025 für B2G in Deutschland verpflichtend.
  • SAP-Lösung: SAP Integration Suite unterstützt mit der enthaltenen Cloud Integration alle neuen Standards nativ mit vorgefertigten Schnittstellen.

Welche Funktionen hat der SAP Business Connector?

Der Business Connector ist die zentrale Kommunikationskomponente zwischen Ihrer SAP-Landschaft und dem Internet. Über ihn können Sie nicht nur mit Geschäftspartnern kommunizieren, sondern auch mit den Behörden. Ebenso können Sie externe Nicht-SAP-Systeme erreichen.

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Die Folgen der Wartungseinstellung

Mit der Einstellung des Business Connectors werden diese Funktionen nicht mehr unterstützt. Viele SAP-Business-Connector-Landschaften bewegen sich heute in einem kritischen Supportbereich: Vor allem ältere 4.8-Installationen und veraltete Java-/OS-Kombinationen sind nicht mehr im empfohlenen SAP-Zielstand. Eine kostenpflichtige Verlängerung (Extended Maintenance) gibt es für den Business Connector nicht. Um ihn überhaupt noch betreiben zu können, muss zwingend auf Version 4.8.1 aktualisiert werden. Nur mit dieser Version ist eine Verlängerung bis 2030 möglich. Mehr dazu erfahren Sie in diesem Blog.

Außerdem werden derzeit Verfahren eingeleitet, die die Standards der Datenübermittlung überarbeiten. Mit Peppol (Pan-European Public Procurement OnLine) soll ein einheitlicher Standard für die Übermittlung von Daten für Behörden innerhalb der EU geschaffen werden. ZUGFeRD ist das Pendant für Deutschland. Diese Standards sind keine Zukunftsmusik mehr: Seit Januar 2025 ist der elektronische Rechnungsversand per Peppol/XRechnung für alle B2G-Geschäfte in Deutschland gesetzlich zwingend.

In anderen Ländern wie Ungarn oder Frankreich werden solche Standards bereits streng verfolgt. Wenn Sie noch weiterhin mit dem Business Connector arbeiten, kann es sehr bald passieren, dass Ihre Rechnungen und Formulare für die Behörden nicht dem Standard entsprechen, der gesetzlich verlangt wird, und Ihre Daten können nicht bearbeitet werden.
Wenn Sie also bald mit dem Business Connector nicht mehr arbeiten können, welche Alternativen stehen Ihnen bereits zur Verfügung, wenn Sie heute wechseln möchten?

Die Alternativen zum Business Connector

In diesem Abschnitt erkläre ich Ihnen, welche Optionen Sie haben, um weiterhin Ihre Geschäftspartner- und Behördenkommunikation umsetzen zu können. Ich stelle Ihnen SAP-Varianten vor, aber auch Lösungen, die nicht von SAP sind.

Die SAP-Lösungen

Die führende SAP-Lösung, die Peppol, XRechnung und ZUGFeRD seit 2025 nativ unterstützt, ist die SAP Integration Suite mit der darin enthaltenen Cloud Integration (zuvor unter „SAP Cloud Platform Integration“ bekannt). Diese cloudbasierte Middleware standardisiert die Behördenkommunikation und ist Teil der SAP Integration Suite. Es werden immer weitere Schnittstellen zu den bereits vorhandenen hinzugefügt. Auch die internationale Behördenkommunikation kann durch die SAP Cloud Integration automatisiert werden. Hierfür müssen Sie nur in dem Schnittstellenstore die Schnittstelle auswählen und aktivieren. Anschließend müssen Sie im Customizing des HRs nur noch den vorgefertigten Antrag ausfüllen – und Sie sind ausgerüstet.

 

In nur 3 Schritten können Sie hunderte vorgefertigte Schnittstellen von SAP CPI einfach integrieren und so zum Beispiel Daten an ELSTER automatisch übertragen.

In nur 3 Schritten können Sie hunderte vorgefertigte Schnittstellen von SAP Cloud Integration, vormals SAP CPI, einfach integrieren und so zum Beispiel Daten an ELSTER automatisch übertragen.

Non-SAP-Lösungen

Je nachdem, wie Ihre aktuelle IT-Landschaft oder Ihre individuellen Unternehmensbedürfnisse aussehen, muss eine SAP-Lösung wie die SAP CPI / SAP Cloud Integration nicht die passende Lösung für Sie sein. Darum stelle ich Ihnen im Folgenden Ihre Möglichkeiten vor, den Business Connector mit Non-SAP-Lösungen zu ersetzen:

Add-ons

Sie können zum Beispiel ein Add-on nutzen. Statt einer eigenständigen Softwarekomponente können Sie dieses installieren. Das Add-on bringt dann Webservices oder ein Framework mit sich, über die es nach außen kommunizieren kann. Ein solches Framework wäre zum Beispiel SOAP oder ABAP-Proxy.

Add-ons können Sie entweder selbst entwickeln (lassen) oder die Lizenz für ein existierendes Framework kaufen. Letzteres würde ich Ihnen eher empfehlen, denn so können Sie einfach durch Updates Ihr Add-on aufrüsten. Eine eigene Entwicklung rentiert sich erst, wenn Sie sehr individuelle Bedürfnisse haben.

Das Add-on übernimmt dann die Aufgaben der Middleware. Wenn Sie ein SAP-lastiges System haben, ist hier jedoch der Nachteil, dass die Wartung und auch Updates aufwendiger sind. Außerdem kann eine sichere Kommunikation nicht immer gewährleistet werden, da nicht SAP die externe Kommunikation führt, sondern das Add-on. So können die Zertifikate nicht vom sicheren SAP-System überprüft werden.

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In unserem Webinar erhalten Sie einen Überblick darüber, welche Middleware-Lösungen aus dem Hause SAP zur Verfügung stehen.

Nutzung einer Non-SAP-Middleware

Wegen dieser Nachteile ist für Sie vielleicht auch eine Non-SAP-Middleware eine gute Alternative zum Business Connector. Eine Middleware ist weniger sensibel und angreifbar als ein Add-on. Sie können eine Non-SAP-Middleware genau wie eine SAP-Middleware nutzen.

Der Nachteil ist nur, dass die Middleware und Ihr SAP-System nicht aus einem Guss stammen und so an manchen Verbindungen eher Fehler aufkommen können. Die Synergie geht verloren. Außerdem müssen Sie individuelle Entwicklung betreiben, weil es keine vorgefertigten „out-of-the-box“-Schnittstellen gibt, die SAP wiederum für seine eigene Middleware anbietet.

EDIs

Die dritte Option ist ein EDI managed Service. Das heißt, Sie „outsourcen“ die Middleware. Statt durch ein eigenes System oder durch ein Add-on wird die Kommunikation über eine EDI-Plattform eines externen Dienstleisters durchgeführt. So ist eine schnellere Skalierung möglich, da dies das Fachgebiet des Dienstleisters ist und die Dienstleister auf Clouds arbeiten.

Diese Lösung rentiert sich dann, wenn Sie sehr viel extern kommunizieren. Sie verlieren aber wieder viel an SAP-Synergie und Sie sind abhängig von Ihrem Dienstleister. Sie haben außerdem geringere Flexibilität und auch die Koordination ist viel aufwendiger.

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Erklärung und Funktionsweise von Middleware als Vermittlungsinstanz zwischen IT-Systemen.

SAP Business Connector: Die Alternativen im Überblick

SAP stellt die Wartung des Business Connectors ein, was bedeutet, dass er nicht mehr den gesetzlichen Standards entsprechen und keine Sicherheit in der Kommunikation mehr gewährleisten wird. Sie haben aber zahlreiche Möglichkeiten, um den Business Connector zu ersetzen: Sie können entweder Add-ons installieren, auf die SAP Cloud Integration umsteigen, eine Non-SAP-Middleware nutzen oder Ihre Kommunikation outsourcen, um den Business Connector zu ersetzen.

Es gibt bereits viele Lösungen, von denen sicher auch eine zu Ihren Bedürfnissen passen wird. Warum also warten? Wenn Sie die passende Lösung für Ihr Unternehmen erörtern möchten und dazu Fragen haben, lassen Sie gern einen Kommentar da oder kontaktieren Sie mich unter info@erlebe-software.de!

Dieser Artikel erschien bereits im August 2024. Der Artikel wurde am 24.03.2026 erneut geprüft und mit leichten Anpassungen aktualisiert.

FAQ

1. Warum wird der SAP Business Connector eingestellt?

Der SAP Business Connector wird Ende 2030 eingestellt, da er nicht mehr den zukünftigen gesetzlichen Standards wie Peppol und ZUGFeRD entspricht. Zudem wird die Sicherheit in der Kommunikation nach der Wartungseinstellung nicht mehr gewährleistet.

2. Welche SAP-Lösung kann den Business Connector ersetzen?

Die SAP Cloud Integration (ehemals SAP CPI) mit der darin enthaltenen Cloud Integration ist eine geeignete Alternative. Sie bietet standardisierte Schnittstellen und unterstützt sowohl nationale als auch internationale Datenübertragungsstandards. Zudem ermöglicht sie die einfache Integration vorgefertigter Schnittstellen.

3. Was sind Non-SAP-Alternativen zum SAP Business Connector?

  • Add-ons: Diese können Webservices oder Frameworks wie SOAP oder ABAP-Proxy nutzen. Sie eignen sich für individuelle Anforderungen, bringen jedoch höhere Wartungsaufwände mit sich.
  • Non-SAP-Middleware: Diese bietet Flexibilität und Skalierbarkeit, erfordert jedoch individuelle Entwicklung und birgt das Risiko von Kompatibilitätsproblemen.
  • EDI managed Service: Ein externer Dienstleister übernimmt die Datenkommunikation. Diese Lösung ist ideal für Unternehmen mit hohem Kommunikationsaufwand, reduziert jedoch die Flexibilität und erhöht die Abhängigkeit vom Anbieter.

4. Was sind die Vor- und Nachteile von Add-ons?

Vorteile:

  • Keine zusätzliche Middleware erforderlich
  • Updates und Anpassungen bei Kauf-Add-ons möglich

Nachteile:

  • Höherer Wartungsaufwand
  • Sicherheitsrisiken bei der externen Kommunikation
  • Keine vollständige Integration mit SAP-Systemen

5. Wann lohnt sich ein EDI managed Service?

Ein EDI managed Service ist sinnvoll, wenn Ihr Unternehmen häufig externe Datenkommunikation durchführt und schnelle Skalierung benötigt. Die Lösung reduziert den internen Aufwand, ist jedoch weniger flexibel und erhöht die Abhängigkeit vom Dienstleister.

 

Philipp Schurr

Philipp Schurr

Ich helfe dabei, Integrationslösungen für Systemlandschaften nach dem aktuellen Stand der Technik einzuführen. Als Management & Technologieberater für Integration & Schnittstellen verbinde ich tiefgehende technische Expertise mit langjährigem Projektleitungs-Knowhow. Diese Kombination liefert mir die Grundlage, meine Kunden-Projekte zum Erfolg zu führen.

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