Eine SAP-Integration ermöglicht es, unterschiedliche Systeme und Anwendungen miteinander zu verknüpfen, wodurch ein reibungsloser Informationsfluss gewährleistet wird. Bei der Integration handelt es sich jedoch um ein Vorhaben, das mit Aufwand und einer sorgfältigen Planung verbunden ist.
Wie eine erfolgreiche Integration beim Kunden aussehen kann, erkläre ich Ihnen im folgenden Beitrag anhand eines Kundenbeispiels.
Unternehmen
Der Kunde, bei dem wir die Integration durchgeführt haben, ist ein Stromversorger mit circa 1.200 Mitarbeitenden und einem Umsatz von rund 200 Mio. Euro im Jahr.
Ausgangslage und Ziel
Der Wunsch des Unternehmens bestand in einer Migration von SAP ERP On-Premise zur SAP S/4HANA Private Cloud. Das neue Cloud-System wollte das Unternehmen mit einer Konzernschwester teilen. Außerdem sollten weitere SAP-Systeme in das S/4HANA-System integriert werden.
Der Stromversorger versprach sich von der gemeinsamen Cloud-Lösung Kostenvorteile. Zudem wollte das Unternehmen von den generellen Cloud-Vorteilen wie hoher Skalierbarkeit und Agilität profitieren.
Herausforderungen
Bei diesem Projekt haben sich verschiedene Herausforderungen ergeben. Zum einen waren viele Prozesse über diverse spezialisierte Lösungen abgebildet und aus dem eigentlichen ERP-System ausgelagert. Zum anderen waren die verwendeten Technologien relativ komplex.
Um die bestmögliche Schnittstellen-Anbindung zu erreichen, musste für jede Schnittstelle einzeln geprüft werden, was die beste Lösung für die Integration ist. In S/4HANA stehen eine Vielzahl neuer Integrationstechnologien zur Verfügung.
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Der Weg des Integrationskonzeptes
Damit die Integration gelingt, muss zunächst ein Vorprojekt in Angriff genommen werden. So auch bei diesem Kunden. Ein Vorprojekt besteht aus drei Schritten:
- Zielbild der Gesamtarchitektur erstellen: Zunächst haben unsere Experten gemeinsam mit dem Unternehmen das Zielbild für die End-to-End-Integration von S/4HANA erstellt, einzelne Schnittstellen identifiziert und kategorisiert sowie ein Projektteam benannt.
- Schnittstellen-Konzept entwickeln: Hier haben unsere Experten mit dem Kunden Schnittstellenkontrakte zwischen den einzelnen Systemen erstellt. Aus den Überlegungen zu den einzelnen Schnittstellen ergaben sich die technischen Details und Anforderungen für IT Security und Operations.
- Technischen Ramp-Up vornehmen: In letzten Schritt des Vorprojekts wurden Systemverbindungen hergestellt und Entwicklungsrichtlinien sowie Qualitätsstandards für diese Verbindungen festgelegt.
Im Anschluss erfolgten finale Tests und das Go-live des neuen ERP-Systems für beide Konzerntöchter.
Schnittstellendesign im E-Commerce
Ein Beispiel für ein Schnittstellenkonzept bei unserem Kunden ist die E-Commerce-Schnittstelle.
Abbildung 1: Schnittstellenkonzept eCommerce
Auf dieser Abbildung erkennen Sie, welches System für welchen Teilprozess zuständig ist. So findet bspw. der Prozess „Leads“ auf der Systemebene im Salesforce-System statt, der Webshop in der SAP Commerce Cloud usw.
Mithilfe des SAP Discovery Centers, das für verschiedene Integrationstypen eine empfohlene Referenzarchitektur bietet, erkannte das Projektteam, dass sich die SAP Integration Suite als Middleware für die Integration am besten eignet.
Um nun die verschiedene Teilprozesse bestmöglich anzubinden, griff das Projektteam auf verschiedene Integrationstools der SAP zurück:
- SAP Integration Suite: Sie wird als Middleware für das Mapping der Nachrichten eingesetzt.
- OData-Technologie: Das Unternehmen nutzt sie für die Echtzeitanlage und die direkte Rückmeldung zum eCommerce, sodass die Auftragsanlage in Echtzeit erfolgt.
- Prepackaged Content: Diese Bestandteile der Integration Suite dienen als vorentwickeltes Template, um sich bestmöglich am SAP-Standard zu orientieren, da der Kunde sich maximal im Standard bewegen wollte.
- SAP Cloud Conntector: Durch die verschiedenen Cloud-Versionen, in denen sich eCommerce (public) und S/4HANA (private) bei dem Kunden befinden, muss eine sichere Kommunikation zwischen Public Cloud und privater IT-Zone gewährleistet sein.
- SAP Application Interface Framework (AIF): Um einen transparenten und nachvollziehbaren Nachrichtenfluss im S/4HANA sicherzustellen, greift das Projektteam auf SAP AIF zurück, durch das einfaches Monitoring, Fehleranalysen und -korrekturen innerhalb von S/4HANA durchgeführt werden können.
Sie sehen: Jede Schnittstelle muss gut geplant und umgesetzt werden, um einwandfrei funktionieren zu können. Funktioniert eine Schnittstelle nicht, kann es zu Systemausfällen kommen, die den Geschäftsalltag stark beeinträchtigen können.


Mit durchdachtem Plan und dem richtigen Partner zum Projekterfolg
Durch die intensive Vorbereitung und die enge Zusammenarbeit zwischen dem Kunden und unserem Experten-Team gelang die SAP S/4HANA-Integration erfolgreich, in time and budget.
Den Aufwand der Vorprojekte sollten Unternehmen nicht unterschätzen. Sie sind allerdings jede Arbeitsstunde wert. Denn wenn die Basisarbeit getan ist, behalten Sie jederzeit den Überblick: Sie wissen genau, welcher Schritt als nächstes folgt, und haben die Gewissheit, dass Ihr Projektteam die Integration mit einem durchdachten Plan erfolgreich ins Ziel steuern wird.
Mit dem richtigen SAP-Partner an Ihrer Seite können auch Sie Ihr SAP-Integrationsprojekt erfolgreich gestalten. Haben Sie Fragen rund um die SAP Integration oder benötigen Sie Hilfe bei der Projektumsetzung? Kontaktieren Sie uns gerne!


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FAQ
Was bedeutet Integration bei SAP S/4HANA Cloud Private Edition?
Integration bedeutet, dass SAP S/4HANA Cloud Private Edition mit anderen Systemen, Anwendungen und Datenquellen verbunden wird. Dazu gehören zum Beispiel CRM-Systeme, HR-Systeme, E-Commerce-Plattformen, Lagerverwaltung, Produktionssysteme, Banken, Lieferantenportale oder Reporting-Lösungen. Ziel ist ein durchgängiger Daten- und Prozessfluss über Systemgrenzen hinweg. So werden manuelle Eingaben reduziert, Datenqualität verbessert und Geschäftsprozesse effizienter gesteuert.
Welche Integrationsmöglichkeiten gibt es bei S/4HANA Private Cloud?
SAP S/4HANA Cloud Private Edition bietet mehrere Integrationswege. Häufig genutzt werden:
- APIs, zum Beispiel OData oder SOAP
- IDocs für klassische SAP-Schnittstellen
- RFC/BAPI für bestimmte technische Integrationen
- Dateibasierte Schnittstellen
- Event-basierte Integration
- Middleware, zum Beispiel SAP Integration Suite
- SAP Cloud Connector für sichere Verbindungen zwischen Cloud und internen Systemen
Welche Methode geeignet ist, hängt vom jeweiligen Anwendungsfall ab. Für moderne Integrationen werden häufig APIs und Event-basierte Ansätze bevorzugt.
Was ist der Unterschied zwischen direkter Integration und Middleware?
Bei einer direkten Integration kommunizieren zwei Systeme unmittelbar miteinander. Das kann bei einfachen Szenarien sinnvoll sein, wird aber bei vielen Schnittstellen schnell unübersichtlich.
Eine Middleware wie die SAP Integration Suite übernimmt die Vermittlung zwischen mehreren Systemen. Sie transformiert Daten, steuert Prozesse, überwacht Schnittstellen und reduziert Punkt-zu-Punkt-Verbindungen.
Für komplexe Landschaften ist eine Middleware meist die bessere Wahl, weil sie mehr Transparenz, Sicherheit und Wartbarkeit bietet.
Was bedeutet „Clean Core“ bei Integrationen?
Clean Core bedeutet, dass der S/4HANA-Kern möglichst standardnah bleibt. Individuelle Erweiterungen und Integrationslogik sollten nicht unnötig tief im ERP-System verankert werden.
Für Integrationen heißt das: Unternehmen sollten möglichst auf standardisierte APIs, Erweiterungskonzepte und externe Integrationsplattformen setzen. Dadurch bleiben Updates einfacher, technische Schulden werden reduziert und die Systemlandschaft bleibt langfristig flexibler.
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Alexander Kössner-Maier
Kundenservice
Alexander.Koessner-Maier@erlebe-software.de
0211 946 285 72-15

